© aller Abbildungen dieser Seite: Leicashop Wien, 2004

 

Leica Zubehör: WESTONMETER

1936 wurden allein in Deutschland etwa 350 Millionen Negative belichtet. Schätzungsweise 15% aller Negative waren so falsch belichtet, dass sie unbrauchbar waren. 15% Fehlresultate ergaben ca. vier Millionen Reichsmark Verlust. Die deutsche Fotoindustrie schrie auf: Wenn man für dieses Geld Belichtungsmesser gekauft hätte!

Es gab damals eine Reihe halbwegs brauchbarer optischer Belichtungsmesser wie den nebenstehend abgebildeten Drem Leicascop. Fast alle waren so gebaut, dass man durch ein mit einer Lupe versehenes Rohr Zahlen oder Buchstaben erkannte, die auf einer aufgedruckten Tabelle (unter Berücksichtigung von Jahres- und Tageszeit mit bestimmter Blende entsprechende Belichtungszeiten ergaben. Dabei kam es darauf an, welche Zahl gerade noch erkennbar war. Kaum zwei Menschen haben die gleiche Sehleistung und kommen bei optischen Messungen zu gleichen Ergebnissen. Diese optischen Belichtungsmesser waren besser als nichts – eine wirklich überzeugende Lösung des Problems der richtigen Belichtung war damit jedoch nicht gefunden.

Die Lösung war die Erfindung des elektrischen Belichtungsmessers. Einen der ersten - speziell für die Leica entwickelten - elektrischen Belichtungsmesser baute die amerikanische Firma Weston in Verbindung mit Leitz, New York. Dieses in der Hand zu haltende Gerät kam 1936 unter der Modellbezeichnung Leicameter Mod. 650 auf den Markt. Mit seiner riesigen Selenzelle war es sozusagen unübersehbar.

Kein Mensch will heute noch mit einem Westonmeter die Belichtung messen; aber als erster elektrischer Belichtungsmesser zur Leica ist das Gerät für Sammler immer noch von Interesse. Und da Sammler <schöne Sachen> haben wollen, ist ein Gerät wie das abgebildete immer noch an die 250 Euro wert.

Wie ging’s weiter?

Es dauerte noch etwas, aber dann im Jahre 1939 erschien in Deutschland der erste „richtige" Belichtungsmesser - haargenau auf den Leib der Leica zugeschnitten. Der „Metrawatt LC 60" war der nichtssagende Name für dieses damals so nötige Zubehör. Im Zubehörschuh befestigt, passte er sich organisch der Form der Leica an und war kaum breiter als das Leica-Gehäuse. Er war indessen mit dem Zeitenrad der Leica nicht gekuppelt wie die späteren Modelle zu den M-Leicas. Das war auch nicht möglich, weil sich bei den damaligen Leicas mit Schraubgewinde das Zeitenrad bei der Aufnahme drehte (anders als bei modernen Kameras, aber Standard bei Schlitzverschlusskameras vor dem Krieg).

Westonmeter gab es im Lauf der Zeit in vielen Ausführungen, vornehmlich für den professionellen Gebrauch als Handbelichtungsmesser. Die Fa. Metrawatt indessen wurde u. a. durch ihre speziell auf die M-Leicas abgestimmten Belichtungsmesser Leicameter MC mit Selenzelle und Leicameter MR und MR-4 mit CdS-Zelle bekannt – Einzelheiten hier.

 

© PETER LAUSCH/2004
Erstellt am 15. November 2004

Zurück   l    Hinauf