PETER LAUSCH
TOURMAKEADY WOOD

Tourmakeady Wood ist ein von Coillte bewirtschaftetes zusammenhängendes Waldgebiet in der gleichnamigen Ortschaft am Lough Mask. Das Gebiet dient auch Erholungszwecken - für Wanderer ist es am einfachsten erreichbar auf der Zufahrtsstraße, die am Südende des Ortes nach Westen abzweigt und auf einem großen, schattigen Parkplatz endet.

Von hier aus sind einige Wanderwege zu begehen, die eindeutig markiert sind - die Möglichkeiten werden auf einer Hinweistafel angezeigt. Man muss sich aber hüten, ein Waldgebiet zu erwarten, wie man es aus Mitteleuropa gewöhnt ist: Weiträumige Schlägerungen und die darauf folgenden Aufforstungen haben ein Forstgebiet entstehen lassen, dass durch das Fehlen großer alter Bäume gekennzeichnet ist. Es wäre zwar übertrieben, zu schreiben, man spaziere durch Jungwald, aber den <dunklen Tann> sucht man in Tourmakeady vergeblich. Auch der in diversen Internetseiten gerühmte Millennium-Wald ist kein Altbestand, sondern, wie der Name sagt, um die Jahrhundertwende gepflanzt worden. Diesem, zum Schutz vor hungrigen Hirschen eingezäunten Jungwald entlang führt der Weg ohne wesentliche Steigungen  neben dem Glensaul-Bach zum Wasserfall.

Die meisten Wanderer  begnügen sich mit dem Spaziergang zum Wasserfall  - ein sehr romantisches Stück Natur, noch romantischer, wenn der Wasserfall nach ausgiebigen Regenfällen etwas eindrucksvoller ausschaut als auf der Aufnahme oben.

So romantisch ist der Platz, dass hier ein Brautpaar geheiratet hat und zahlreiche eben vermählte Paare für Hochzeitsfotos hergeführt werden.

Romantisch war es hier wohl schon immer: Der Fama nach hat an diesem Platz der nachmalige Premierminister und Präsident Irlands, Éamon de Valéra, seiner Irisch-Lehrerin Sinéad Flanagan 1910 einen Heiratsantrag gemacht, der auch angenommen wurde.

Was der gute Mann in Tourmakeady machte, außer sich in seine Lehrerin zu verlieben? Er hat dort Irisch gelernt, denn Tourmakeady liegt in der Gaeltacht, in der die Leute untereinander Irisch reden, sagen sie. Ob sie es im Alltag wirklich tun, wissen die Götter, doch solches in ausreichender Zahl zu sagen, bringt zusätzliche staatliche Förderung.

Von der Präsidentengattin war übrigens eine Dame so sehr angetan, dass die ihre Tochter auf deren Vornamen taufte - so kam die seinerzeit bekannte irische Sängerin Sinéad O'Connor zu ihrem Vornamen.


Erstellt:
26. August 2011
© 2011/Peter Lausch

IMPRESSUM   POST  RECHTLICHES HOMEPAGE