VIDOM

VISET

VISAX

AUFSU

 

SBLOO

VIOOH

SOODL

SBOOI

© Leicashop Wien, 2004

 

Leica Zubehör:  Sucher (eine kleine Auswahl)

Mit Ausnahme der Leica IIIg zeigen alle eingebauten Sucher von Leica-Modellen mit Schraubgewinde M39 lediglich ein stark verkleinertes Bild, wie es bei Verwendung eines Normalobjektivs mit 50 mm Brennweite aufgenommen würde. Wem dieses Sucherbild zu klein erscheint oder wer ein Wechselobjektiv anderer Brennweite verwendet, ist auf Zusatzsucher angewiesen. Zusatzsucher gibt es in vielen Modellen und jedes Modell meist in mehreren Ausführungen. Es gibt Leicasammler, die sich auf das Sammeln von Suchern spezialisieren. Deshalb - und weil manche Zusatzsucher auch heute noch gerne verwendet werden - sind Sucher zur Leica relativ teuer.

Ich zeige nur eine ganz kleine Auswahl des Vorhandenen - klicken Sie auf die verkleinerten Abbildungen, erhalten Sie ein größeres Bild.

Der Sucher VIDOM wurde ab 1932 verkauft. Sein Vorteil ist die Verwendbarkeit für mehrere Brennweiten, welche mittels eines drehbaren Rings an der Vorderseite eingestellt werden können. Mittels des Rädchens an der Rückseite über dem Zubehörfuß kann die Sucherparallaxe manuell ausgeglichen werden, indem etwa auf 1 Meter eingestellt wird, wenn aus 1 Meter Entfernung fotografiert wird. Nachteil dieses in vielen Ausführungen lieferbaren Suchers ist, dass er ein seitenverkehrtes Bild liefert. Dennoch würde der abgebildete frühe VIDOM in seinem schönen Zustand über 200 Euro kosten.

Der VISET gehört zu einer ganzen Anzahl von auf Grund ihrer Form so genannten Torpedosuchern. Der abgebildete Sucher kann auf die Brennweiten 35, 50, 90 und 135 mm eingestellt werden und stammt aus dem Jahre 1931. Auch er liefert - wie der VIDOM - ein seitenverkehrtes Bild und auch ihn gibt es in späteren Modellen mit Parallaxenausgleich (dafür fehlt bei manchen Varianten der zusätzliche Aufsteckschuh). Solch ein Sucher ist heute über 200 Euro wert.

Der Torpedosucher VISAX ist eine von den vielen Varianten des Grundtyps. Vom VISET unterscheidet ihn der einstellbare Brennweitenbereich - 35, 50 und 90 mm. Er ist viel seltener, was sich im Kaufpreis niederschlägt - über 300 Euro.

Der Aufsichtssucher AUFSU dient für Aufnahmen aus Brust- oder Bauchhöhe mit Einblick von oben. Schön erhaltene Aufsichtssucher kosten an die 200 Euro.

Der SBLOO, ein von Leitz als <Spiegelsucher> titulierte Aufstecksucher für Weitwinkelobjektive 35 mm kam in den 50er-Jahren auf den Markt. Seine Existenzgrundlage liegt wie bei fast allen anderen Zusatzsuchern darin, dass im Sucher aller Schraubleicas von der Leica I bis zur IIIf lediglich das Bildfeld des Normalobjektivs angezeigt wird (erst bei der IIIg wird zusätzlich auch ein Rahmen für 90 mm Brennweite angezeigt). Solche heute meist als Leuchtrahmensucher bezeichneten Sucher gibt es in vielen Varianten, mit Ausnahme des SBKOO für Brennweite 21 mm alle mit charakteristischem runden Erscheinungsbild an Stelle des viereckigen Vorderteils beim SBKOO und dem hier gezeigten SBLOO. Runde Ausführungen gibt es demnach für die Brennweiten 28 (SLOOZ), 33 (OIDYO), 50 (SBOOI), 85 (SGOOD), 90 (SGVOO) und 135 mm (SHOOC). Faktisch jeden einzelnen davon gibt es jeweils in mehreren in Details unterschiedlichen Ausführungen.

Der ab 1939 lieferbare Mehrfachsucher VIOOH liefert ein seitenrichtiges Bild und ist daher eine wesentliche Verbesserung des Suchers VIDOM mit ansonsten vergleichbaren Eigenschaften. Den VIOOH gibt es in mindestens 9 verschiedenen Ausführungen, von den unterschiedlichen Varianten nicht zu reden - vom runden bis zum länglichen Gehäuse geraden Seiten wie abgebildet, von mehr Chromteilen zu weniger etc. Diese Sucher werden häufig angeboten und wurden in relativ großen Stückzahlen verkauft, waren sie doch universell verwendbar und ein eigentliches Muss für Besitzer von Wechselobjektiven. Preis über 150 Euro je nach Brennweitenbereich, Alter und Zustand.

Der SOODL ist ein nicht zusammenlegbarer Sportsucher, der ein großes und helles Sucherbild liefert. Nachteil ist, solche Sucher gibt es nur für jeweils eine Brennweite, den abgebildeten SOODL aus dem Jahre 1949 für 50 mm, den jeweils fast gleich aussehenden SOOUT für 90, und den SOOYF für 135 mm. Alle 3 Versionen haben einen manuell einstellbaren Parallaxenausgleich wie der oben erwähnte VIDOM. SOODL wurde in geringer Stückzahl erzeugt, das schlägt sich im heutigen Kaufpreis nieder - an die 1.000 Euro für schön erhaltene Stücke (kein Druckfehler!).

SBOOI ist ein relativ seltener Leuchtrahmensucher für 50 mm Brennweite zum Aufstecken, den es in mindestens 6 Ausführungen gibt, die sich nur in Kleinigkeiten unterscheiden (z. B. Anordnung der Schrift auf der Vorderseite). Eingeführt wurde er 1949 als Aufstecksucher für die Leica Ic (ohne eingebauten Sucher und Entfernungsmesser für wissenschaftliche Zwecke. Von Interesse war er aber auch für manche Besitzer von anderen Schraubleicas, die endlich einen Sucher mit einem größeren Abbildungsmaßstab verwenden konnten. Mit Einführung der Leica M3 mit ihrem 0,92x Sucher wurde er weitgehend uninteressant und die Produktion wurde eingestellt. Insofern kommt der Sucher, der aber für jeden Benützer einer Schraubleica auch heute noch von Interesse ist, nur selten - getrennt von der dazugehörigen Ic, If oder Ig - in den Handel. Das abgebildete, fast neuwertige Exemplar wurde kürzlich bei einer Versteigerung mit über 100 Euro zugeschlagen.

HINWEIS:

Die geheimnisvollen Bezeichnungen der Zubehörteile zur Leica, nicht nur der oben angeführten Sucher, sind von Leitz verliehene Codewörter, mit denen verwechslungssichere Bestellungen seitens der Abnehmer sichergestellt und die Wortzahl in fernschriftlichen oder mittels Telegramm erfolgenden Bestellungen verringert werden sollte. Insgesamt gibt es über 2000 dieser Codeworte. Ab 1960 wurde dieses System aufgegeben und auf ein noch heute gebräuchliches Nummernsystem umgestellt. Aus dem Adapter (der so genannten Universaleinstellschnecke, weil sie auch für die Objektivköpfe des Elmar 2,8/90 und des Hektor 4,5/135 passste) für das Elmar 3,5/65 für die Verbindung des Objektivs mit dem Spiegelreflexvorsätzen Visoflex II, IIa und III mit dem Codewort OTZFO  wurde der Adapterring 16464. Die Sammler verwenden aber in solchen Fällen meist noch das Codewort.

 

 

© PETER LAUSCH/2005
Zuletzt geändert am 9. Jänner 2005

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