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6.
Teil:
Von der Nikon F zur Nikon
F2
Die Nikon F erwies sich für die Nippon Kogaku
K. K. als Goldesel. Eine Firma, die bis dahin von jedem Modell einige
tausend oder zehntausend Kameras verkauft hatte, verkaufte im Lauf von
fast 12 Jahren (von Frühjahr 1959 bis Ende 1974) nahezu eine Million Nikon F.
So erfolgreich die Nikon F auch erscheinen mag, der große Erfolg ließ
auf sich warten. 1968 waren erst 300.000 Stück verkauft worden. Erst in
den letzten Produktionsjahren ging es steil aufwärts. Das dürfte damit
zusammenhängen, dass sehr viele Kunden durch den Kauf einer
preisgünstigen Nikkormat auf den Geschmack kamen und auch merkten, dass
die Objektive von Nikon ausgezeichnet waren.
Schon 1963 begann sich das Management bei Nikon
Gedanken über ein Nachfolgemodell zu machen. Dazu kam, dass die Firma
seit der Ära der Sucherkameras gewohnt war, auf die Wünsche und die
Kritik der Anwender zu hören. Insbesondere der Generalvertreter in den
USA, Ehrenreich, hatte dafür ein waches Ohr. Auch zeigte die tägliche
Praxis einige Schwachstellen auf, die verbessert werden mussten.
Einiges
ließ sich mit geringem Aufwand erreichen. Dazu gehörte der Aufzugshebel, dessen Form von
den Profis als "fingerzermürbend" bezeichnet wurde. Also
wurde eine späte Version der Nikon F mit einem Transporthebel
versehen, der mit Plastik belegt war und den Transporthebel des
Nachfolgemodells vorwegnahm.
Ein anderer Mangel war die Befestigung der
Sucher am Gehäuse. Am normalen Prismensucher fiel dieser Mangel nicht
auf, an den recht großen Photomic-Suchern mit der eingebauten
TTL-Messung indessen schon. Es brauchte nicht viel, und die Sucher lösten
sich unbeabsichtigt vom Gehäuse. Teure Reparaturen waren die
Folge.
Schon 2 Jahre nach Markteinführung des Photomic T (mit integraler
Ganzfeldmessung) wurde der Befestigungsmechanismus für den damals neu
eingeführten Photomic Tn (mit mittenbetonter Messung) geändert, das
heißt, verbessert. Aber dieser Verbesserung traute nicht einmal die
Nippon Kogaku K. K. selbst so recht, scheint mir. Denn nach wie vor
scheute man sich, auf diesem Suchergehäuse einen Zubehörschuh
anzubringen. Daher wurde nach wie vor ein Zubehörschuh extra gefertigt
und musste von den Kunden extra gekauft und bezahlt werden, der über
die Rückspulkurbel geschoben wurde. Er bot zwar tatsächlich auch
schweren Blitzgeräten festen Halt und sicherte dank entsprechender
Kontakte kabelloses Blitzen, musste aber jedes Mal abgenommen
werden, wenn der Film rückgespult werden musste – sehr <praktisch> und
einer Profikamera eigentlich nicht würdig. Aber verhunzte
Konstruktionen sind nicht leicht zu verbessern.
Denn auch die Nachfolgerin der Nikon F konnte lange Zeit mit keiner
besseren Lösung aufwarten, bis nach Jahren schließlich ein Blitzschuh
mit kabellosem Blitzkontakt und einer Ausnehmung angeboten wurde, dank der die Rückspulkurbel auch bei
angesetztem Blitzschuh betätigt werden konnte.
Andere Firmen schliefen auch nicht; die
technische Entwicklung ließ sich nicht aufhalten. Was seinerzeit als
Fortschritt begrüßt wurde – und auch einer war – erwies sich als
nicht ganz so fortschrittlich, dass es nicht hätte verbessert werden können.
Solche Verbesserungen aber machten grundlegende Änderungen notwendig,
nicht bloß letztlich kosmetische Anpassungen wie etwa einen neu geformten
Transporthebel.
Dazu gehörte, dass zwischen Druck auf den Auslöser
und tatsächlicher Aufnahme infolge einer unvollkommenen Synchronisation
zwischen Blendenmechanismus, Betätigung des Spiegels und Verschlussauslösung
zu viel Zeit verging. Gewiss, es handelte sich um Millisekunden, aber
die Verzögerung war merkbar und sie wurde bemerkt. An sich ein
allgemeines Problem vieler SLR (und neuerdings aus ganz anderen Gründen ein
ernsthaftes Problem bei Digitalkameras), das manifest wurde, als Yashica viele
Jahre später mit der Contax RTS das Schlagwort von der Real Time Auslösung
prägte und damit auf diese Schwäche der Konkurrenzprodukte hinwies.
Dazu kam, dass der Motor S 36
ebenso wie der Motor für das Magazin für 250 Aufnahmen die
Berufsfotografie nachhaltig verändert hatte, waren doch ab etwa 1960
Serienaufnahmen gleichsam normal geworden. Es störte dabei weniger die
– nach heutigen Begriffen – bescheidene Zahl von 4 Bildern/sec, die
ohnehin in späteren Versionen der Nikon F auf bis zu 10 Bilder/sec
gesteigert wurde. Was wirklich störte, war, dass nicht jeder Motor an
jede Nikon F einfach angesetzt werden konnte, sondern dass Motor und
Kamera jeweils im Einzelfall von der Generalvertretung oder einer
Fachwerkstätte aneinander angepasst werden mussten. Mit Glück
funktionierte eine Nikon F auch mit einem anderen Motor als dem, der
speziell angepasst worden war, aber das Glück hatte der Fotograf nur in
50% der Fälle, zu selten, um wirklich zu befriedigen.
Profis störte auch, dass der Spiegel der Nikon
F aus Platzmangel ein wenig klein geraten war. Das machte sich bei
sozusagen normalen Brennweiten, wie sie der durchschnittliche Amateur
verwendete (bis 200 mm Brennweite) nicht bemerkbar, bei längeren
Brennweiten, wie die Nippon Kogaku K. K. sie im Programm hatte und die
sich im Übrigen aus Preisgründen nur einige wenige Profis leisten
konnten (und nur einige wenige brauchten solche extrem langbrennweitigen
Objektive, daher waren sie so teuer), dunkelte das Sucherbild im oberen
Bereich aber ab.
Nikon F2
Im September 1971 war es soweit: die neue Nikon
F2 wurde vorgestellt. Ein Blick genügt, um zu sehen: das ist eine
weiterentwickelte Nikon F. Alle wesentlichen Eigenschaften wurden
beibehalten; die erkannten Mängel waren beseitigt. Gleich blieb daher
das Grundprinzip: Das Gehäuse hat eine abnehmbare Rückwand, das
Bajonett blieb unverändert, Motoren sind einfach anschließbar
und die Belichtungsmessung erfolgt nicht im Gehäuse, sondern in den
hierfür vorgesehenen und wechselbaren Sucheraufsätzen. Der Verschluss
aus Titanfolie wurde verbessert, er sprach schneller an und er lief
schneller ab. Äußerlich war das für den Anwender an zwei
Eigenschaften der Kamera merkbar: die kürzeste Verschlusszeit wurde auf
1/2000 sec gesteigert; mit Elektronenblitz geblitzt werden konnte mit
der F2 mit 1/80 sec., auch nicht ausreichend, wie wir heute wissen für
die Verwendung von Elektronenblitzen bei Tageslicht zur Aufhellung des
Motivs, aber besser als die 1/60 sec. der alten Nikon F.
Der neue Motor mit der Typenbezeichnung MD-1
konnte an alle Nikon F2 angeschraubt werden, ohne dass die Kamera in
irgend einer Weise hätte angepasst oder modifiziert werden müssen.
Schon darin lag ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der Nikon F und
deren Motor F-36. Wahlweise konnte der Fotograf nur eine Aufnahme pro
Druck auf den Auslöser machen oder, bei entsprechender Einstellung,
fortlaufend Aufnahmen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 Bildern/s,
entsprechend kurze Belichtungszeiten natürlich vorausgesetzt. In ungefähr
7 Sekunden konnte der Motor ferner einen Film mit 36 Aufnahmen in die
Kassette zurückspulen, doch war natürlich die manuelle Rückspulung
mittels der Rückspulkurbel (geräuschlos!) möglich. An den Motor und
an dessen Handgriff unten ansetzbar war der kabellose Batteriebehälter
MB-1 für insgesamt 10 Stück Batterien der Größe AA. Wahlweise
konnten auch zwei spezielle NiCd-Batterien verwendet werden. Ferner
konnte ein externes Netzteil bzw. ein Netzstecker mit Trafo verwendet
werden.
Siehe im Einzelnen die Seite über die
Motore von Nikon. Dieser Motor wurde später von Nippon Kogaku K.
K. durch den MD-2 ersetzt, der alle Eigenschaften des MD-1 aufweist, zusätzlich
aber mit der Rückwand MF-3 sicherstellt, dass der Film nicht zur Gänze
in die Patrone zurückgespult wird.
Statt der serienmäßigen Rückwand oder der Rückwand
MF-3 kann auch die Rückwand MF-1 für 250 Aufnahmen angesetzt werden,
mit der insgesamt 250 Bilder ohne Filmwechsel möglich werden. So viele
Aufnahmen in einem zu machen, setzt natürlich eine externe Stromquelle
voraus, etwa den oben erwähnten MA-2. Wer damit noch nicht genug hat,
der konnte statt dessen ein Rückwand mit Magazinen für 750 Bilder
kaufen, doch haben das, sieht man die Angebote an Gebrauchtgeräten, nur
extrem wenige Leute getan.
Später produzierte die Nippon Kogaku K. K.
einen etwas kleineren und leichteren Motor mit der Typenbezeichnung
MD-3, der mit dem Batterieteil MB-1 4 Bilder in der Sekunde
transportierte. Wie die Kamera (eine Nikon F2S im Beispiel) mit diesem
Motor aussah, zeigt die nebenstehende Abbildung. Wem das zu schwer war, konnte sich den kleineren neuen
Batterieteil MD-3 für bloß 8 Batterien kaufen, dann konnte man aber
nur 2,5 Bilder in der Sekunde aufnehmen, mehr Strom war nicht vorhanden.
Immerhin!
Noch später kam noch ein
weiterer Zubehörteil dazu, der damals ganz neuartig war, uns heute aber
ganz alltäglich erscheint: eine elektrische Dateneinbelichtung auf den
Film. Erstmals 1975 von Nikon als Prototyp in Deutschland vorgestellt,
fertigte die Nippon Kogaku K. K. später ein eigenes Modell, die Nikon
F2 Data mit einer solchen speziellen Rückwand. In die konnte ein
spezielles Plättchen eingeschoben werden, auf das man Daten schreiben
konnte, so man den Wunsch verspürte, z. B. "Monika".
Ansonsten konnte man Zeit und/oder Aufnahmezahl einbelichten, wobei die
Belichtung durch ein Elektronenblitzgerätchen erfolgte. Wofür lange
Worte? Denken Sie sich eine primitive Vorläuferin heutiger Datenrückwände.
Im Lauf der Jahre (die F2 wurde erst im März
1980 durch die F3 abgelöst) wurde das Gehäuse der Kamera mehrmals
geringfügig geändert. Was gravierend geändert wurde, waren einerseits
die Prismensucher mit den Belichtungsmessern, andererseits der
Objektivanschluss. Daraus resultiert eine Reihe von Varianten der F2,
die man leicht durcheinander bringt.
Der Reihe nach:
Die Nikon F2 Eyelevel besteht aus Gehäuse und Prismensucher
ohne Belichtungsmesser, wie oben bereits abgebildet.
Die Nikon F2 Photomic besteht aus Gehäuse und Prismensucher
samt TTL-Belichtungsmesser (als DP-1 bezeichnet).. Die Einstellung der richtigen
Belichtung erfolgt bei ihm mittels einer Messnadel, die durch Drehen am
Blendenring oder am Verschlusszeitenrad mit einer Marke zur Deckung
gebracht wird. Nachteil dieses Suchers ist, dass die Nadel sehr
empfindlich gegen Stoß und Schlag gegen das Gehäuse ist – im harten
beruflichen Alltag waren häufige Reparaturen angesagt. Dieser
Sucheraufsatz ist im Prinzip dem Photomic FTn zur alten Nikon F ähnlich,
ist aber wesentlich kleiner und leichter.
Die
Nikon F2S Photomic besteht aus Gehäuse und
Prismensucher mit TTL-Belichtungsmesser (als DP-2 bezeichnet). Bei ihm erfolgt jedoch die
Einstellung der richtigen Belichtung mittels wesentlich stoßunempfindlicherer
Leuchtdioden.
Aus diesem Modell wurde die Nikon F2SB
entwickelt, deren Belichtungsmesseraufsatz an Stelle von
Kadmiumsulfidzellen solche aus Siliziumdioxid für die
Belichtungsmessung verwendete, die vor allem bei wenig Licht eine
genauere Messung ermöglichen und im übrigen schneller auf Änderungen
der Lichtverhältnisse ansprechen.
Die Nikon F2SB war nur knapp ein Jahr auf dem
Markt; nicht dass sie irgendwelche Mängel aufgewiesen hätte, aber 1977
hatte auch die Nippon Kogaku K. K. eingesehen, dass mit dem System des
gabelförmigen Blendenmitnehmers außen auf den Objektiven nicht länger
Staat zu machen war. Heute muss man sich einmal in der Praxis vergegenwärtigen:
Bei der Nikon F Photomic T musste beim Objektivwechsel jedes Objektiv
zuerst händisch auf Blende 16 eingestellt werden, dann am Gehäuse so
angesetzt werden, dass der Blendenmitnehmer (Stift) des Photomic T von
der Gabel auf dem Objektiv erfasst wurde; danach wurde das Objektiv
durch eine Drehung mit dem Gehäuse fest verbunden. Nunmehr musste auf
dem Belichtungsmesser durch Drehen eines Rädchens die jeweils größte
Blende des eingesetzten Objektivs auf einer Skala mit der passenden
Filmempfindlichkeit zur Deckung gebracht werden. Vergaß man das, wurden
die Negative falsch belichtet. Beim Photomic FTn zur Nikon F und bei den
Belichtungsmesseraufsätzen zur F2 hatte die Nippon Kogaku K. K. das
Verfahren vereinfacht, aber umständlich war – und ist – es noch
immer: Blende auf dem Objektiv auf 5,6 stellen, Objektiv ansetzen und
durch Einstellung auf die größte und die kleinste Blende dem
Belichtungsmesser mechanisch den Blendenbereich des Objektivs mitteilen.
Diese, nach dem charakteristischen Geräusch so bezeichnete "Ritsch-Ratsch-Bewegung"
funktioniert wesentlich schneller als die altväterische Methode am
Photomic T der Nikon F. Daher war die Änderung des Objektivanschlusses der Nikons unbedingt
notwendig geworden.
Dieses Problem wurde
mit Einführung des " Automatic Maximum Aperture
Indexing"-Systems gelöst. Anstelle der außen angebrachten
Belichtungsmessergabel besitzen "Ai"-Objektive
eine
interne Steuerkurve am Objektivanschluss, die beim Objektivwechsel
mit einem Mitnehmer im Kameragehäuse kuppelt. Viele Objektive mit
Belichtungsmessergabel konnten im übrigen auf Ai-Anschluss umgebaut
werden.
Meine nicht, sie waren
schon zu alt (Baujahr 1965). Seit damals denke ich mir meinen Teil, wenn
wieder einmal einer begeistert ruft, Nikon habe seinen Objektivanschluss
nie geändert, und selbst
Objektive
aus dem Jahre 1959 seien heute noch (auch an AF-Kameras) verwendbar,
zum Unterschied von den Objektiven anderer Firmen.
Die Behauptung ist
nicht ganz falsch, ansetzbar sind alle umgebauten Objektive schon an
einer F100, aber dann ist eine Belichtungsmessung nicht mehr möglich,
AF-Einstellung ohnehin nicht. Die Beschöniger unter den Bücherschreibern
meinen, es würde ja in der Regel ohnehin keiner, der sich eine F100
kauft, ein Nikkor-S 1,4/50mm aus dem Jahre 1965 an seine schöne neue
teure Kamera stecken wollen. Mag sein, aber dann soll man eine
weitgehend obsolete Eigenheit nicht so besonders hervor streichen und
loben. Und umgekehrt wird gejubelt, alle neuen Objektive, auch mit
Autofokus, seien an einer Nikon F oder F2 etc. verwendbar. Auch da ist
nämlich nicht alles Gold, was glänzt. Ansetzbar mögen sie ja sein, aber
die Belichtungsmessung funktioniert nicht, weil Nikon schon seit langem
seine Objektive mit der Belichtungsmessergabel versieht - manche
Fremdhersteller haben das getan, solange sie Objektive ohne Autofokus im
Programm hatten. Ohne Belichtungsmessergabel ist die Belichtungsmessung
indessen nur nach der Stop
Down-Methode mit Arbeitsblende möglich. Nicht nur das, mit den
Zoomobjektiven mit veränderlicher Anfangsöffnung (z. B. AF Zoom-Nikkor
3,5-4,5/28-105 mm) müssen Sie zumindest bei Diafilmen bei der
Belichtungsmessung auch noch die veränderliche Anfangsöffnung
berücksichtigen. Und gar nicht verwenden können Sie in der Praxis die
neuen preiswerten Objektive der G-Serie, weil diese keine
Blendeneinstellung haben - die Einstellung wird elektrisch von allen in
den letzten Jahren lieferbaren Kameramodellen gesteuert. Welches Objektiv
an welche Kamera passt und mit welchen Einschränkung bei Belichtung etc.,
sehen Sie am besten
hier.
Aus dem Nikon F2-Gehäuse wurde ab 1977 dank
Ai-Anschluss das Nikon F2A-Gehäuse.
Mit einem Belichtungsmesseraufsatz mit
Nadelanzeige heißt die Kamera nunmehr Nikon F2A Photomic, mit dem
Belichtungsmesseraufsatz mit Leuchtdioden Nikon F2AS Photomic. In
der Abbildung sehen Sie diese Kamera mit angesetztem Motor und
Batterieteil. Und damit
ein jeder weiß, womit er es zu tun hat, steht auf der Frontseite des
neuen Belichtungsmesseraufsatzes zusätzlich zu Nikon ein AS und bei der
F2A Photomic ein A. Dabei sind die neuen Aufsätze ohnehin leicht zu
unterscheiden von den "alten": ihnen fehlt das - dank Ai-Anschlusses entbehrliche – kleine Fenster auf der Frontseite für die
Angabe der größten Öffnung. Wollen Sie Details über die
Belichtungsmessmethoden wissen? Dann klicken Sie hier!
Drei Besonderheiten gibt es noch zu vermelden
bei der Nikon F2:
Es gab eine so genannte automatische
Blendensteuerung in Zusammenarbeit mit den Belichtungsmesseraufsätzen.
Die Blendensteuerung besteht aus einem eher unförmigen Kästchen,
das links vom Objektiv an den Belichtungsmesseraufsatz angesetzt
wird, mit dem Objektiv kuppelt und eine elektrische Verstellung der
Blende entsprechend der Belichtungseinstellung ermöglicht. Damit
errang ein Fotograf sicher die allgemeine Aufmerksamkeit, ich schätze
das ganze Ding eher als Gag ein. Immerhin, es gab eine Ausführung
DE-1 für die F2 und eine Ausführung mit dem schönen Namen DE-12
EE für die F2A.
Es gab ferner eine Titan-Ausgabe der F2, bei
der Gehäuseoberteil, Frontseite, Kameraboden und die Front des
Belichtungsmesseraufsatzes aus Titan waren, einem besonders
widerstandsfähigen Material. Gedacht für Berufsfotografen, kauften
vorwiegend Sammler diese nur in wenigen tausend Exemplaren in
Schwarz und in Chrom erzeugten Kameras und hüten sie nicht zuletzt
ihres heutigen Preises wegen wie einen Schatz.
Schließlich stellte Nikon bei der Photokina 1984 die Nikon F2 High
Speed vor und erzeugte in der Folge dieses spezielle Modell für
Profis, insbesondere Sportfotografen, in ganz wenigen Exemplaren. Die
Nikon F2 High Speed konnte mit angesetztem Motor bei Belichtungszeiten
zwischen 1/250 und 1/1000 Sekunde bis zu 10 Bilder/sec. aufnehmen, bei
1/125 aber immer noch 7,5 Bilder/Sekunde. Vorausgesetzt werden dabei
vollaufgeladene Akkus. Diese Akkus sind in einem Batteriebehälter
MB-100 untergebracht, der insgesamt höher ist als das Gehäuse. Infolge
der raschen Aufnahmefolge fehlt der Nikon F2 HS der kameraseitige
Springblendenhebel. Infolgedessen sind zwar fast alle Objektive mit
eingebauter Springblende verwendbar, aber nur mit Arbeitsblende. Wer
ein helles Sucherbild sehen will, muss den <Abblendknopf> an der
Gehäusevorderseite drücken, der hier die umgekehrte Funktion als
üblich hat. Die
F2HS besitzt keinen klappbaren Spiegel im Gehäuse, sondern einen
fest angebrachten teildurchlässigen Spiegel: ein Teil des Lichtes fällt
ständig auf den Verschluss bzw. während der Aufnahme auf den Film
(65%), der Rest wird zur Mattscheibe abgelenkt. Dadurch ist das Bild
immer sichtbar, allerdings nicht sehr hell. Obgleich nur wenige
Exemplare hergestellt und offenbar in Handarbeit monitert worden sind,
gibt es die Kamera doch in 2 Versionen: die erste, erkennbar an der
einzeiligen Gehäusenummer, z. B. F2 78 50020 H, und mit Einstellung
auf B und auf T zusätzlich zu den Zeiten 1 - 1/1000 Sekunde und die
zweite Version ohne Einstellmöglichkeit auf B und T mit einer
zweizeiligen Nummerierung. Bekannt ist etwa die Kamera
H-MD
F278 503 71
Trotz ihrer Seltenheit taucht die F2 High Speed
gelegentlich im Gebrauchthandel auf und kostet entsprechend - knapp 6000
Euro im selten zu findenden Zustand A-.
So schaut die Nikon F2 H-MD aus, zerlegt in die
Komponenten, aus:

Technische Daten der Nikon F2::
35 mm Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven; Nikon F
Bajonettfassung, horizontal
ablaufender Schlitzverschluss aus verzugsfreier Titanfolie,
Verschlusszeiten: T, B, 1 - 1/2000 Sekunde, mit Selbstauslöser werden
Zeiten von 2 - 10 Sekunden möglich, Mehrfachbelichtung möglich,
Blitzsynchronisation bei 1/80 Sekunde oder länger für E-Blitz, für
Blitzbirnchen je nach Leuchtdauer auch kürzere Zeiten; Direktkontakt für
kabellose Blitzgeräte und separater Anschluss für Synchrokabel;
Blitzbereitschaftslampe; Spiegel lässt sich manuell hochklappen;
Photomic-Sucher mit integriertem Belichtungsmesser in verschiedenen
Varianten
Maße: 152,5x102x65 mm (LxHxB), Gehäusegewicht 620 g, Photomic-Aufsätze
je nach Modell um 240 g.
Ungefähre heutige
Preisbasis für eine funktionsfähige Nikon F2S in schönem Zustand ca.
600 Euro.
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Zuletzt
bearbeitet: 7. Juli 2005
© 2005 /
Peter Lausch
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