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Was ich sonst noch schreibe? ReiseführerBisher habe ich allerdings bloß einen produziert und im Eigenverlag aufgelegt, in zwei gezählten und von mir bestätigten Auflage von insgesamt zwanzig (20) Stück. Über welches Land ich einen Reiseführer geschrieben habe, ist nicht schwer zu erraten. Dabei ist mein Buch gar kein eigentlicher Reiseführer; statt dessen ist es die Beschreibung mehrerer Urlaubsaufenthalte einschließlich der Erlebnisse während der An- und der Rückreisen von Wien nach Irland Ende der 80er-Jahre. Da ich seit langem sehr gerne fotografiere, enthält mein Buch auch zehn Fotos. Derzeit besitze ich nur mehr ein einziges Exemplar dieses Werkes, mit eigenhändiger Widmung des Autors (ich), die übrigen neunzehn Exemplare habe ich weitergegeben. Ich habe sie nämlich nicht verkauft, das kann ja schließlich bald einer; ich habe sie an sogenannte Freunde und an Bekannte verschenkt. Das hat Vor- und Nachteile: einerseits habe ich heute weniger Freunde als vor meiner Geschenkaktion, andererseits hat jedes dieser Exemplare, in echtes Leinen gebunden, mit Goldprägung auf dem Rücken, mehrere hundert Schillinge gekostet. Der Umschlag ist nämlich zwangsläufig handgefertigt und das Buch ist händisch gebunden. Mein Werk hat für den Beschenkten einen gewaltigen Vorteil; da man eine Auflage von zwanzig Stück nicht wirtschaftlich drucken kann, habe ich die Seiten kopiert. Gefällt dem glücklichen Eigentümer der Inhalt gar nicht, kann er den Text (mehr als 200 Seiten) seitenweise oder auch ganz - ausradieren. Eine angenehme Abendbeschäftigung, denke ich, man erspart sich während des Radierens mit der teuren Gattin zu reden, oder mit dem Gatten, je nachdem. Nur in die Zunge beißen sollte man sich bei all der Anstrengung nicht. Soweit ich sehe, haben meine Geschenke - für mich - einen weiteren Vorteil: immer, wenn ich die Beschenkten besuche, sehe ich mein Werk und schwelle vor Stolz geradezu an. Und der Beschenkte? Nun, er kann das Ding ja nicht einfach wegwerfen, wenn es ihm nicht gefällt, denn am Ende frage ich ihn oder sie, wo denn mein Buch hingekommen sei. Verstehen Sie jetzt, warum ich heute weniger Freunde habe als vor meiner Geschenkaktion? Und: ist es Zufall, dass ich heute viel seltener eingeladen werde als früher? Kriminalromane, Fantasy-Romane ©
Peter Lausch
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