PETER LAUSCH
Rockfleet Castle (auch Carrigahowley Castle)

 

 

Das Rockfleet Castle erreicht man, indem man 6 oder 7 Kilometer auf der N59 von Newport aus nach Westen fährt und dann bei einem Wegweiser nach Süden auf einen schmalen Fahrweg abbiegt. Nach ca. 1 km erreicht man das Ufer der Clew Bay und das Castle, das nur mehr aus einem frei stehenden, mehr als 18 Meter hohen Wehrturm mit 4 Geschoßen besteht. Im 16. Jahrhundert errichtet wie die meisten derartigen Türme, war es nach Beschreibungen von Reisenden noch 1842 von den Resten einer Befestigungsmauer umgeben und es waren auch noch die Reste einer Barbakane (wie in Aughanure Castle erhalten) sichtbar. Der moderne Reisende sieht davon nichts mehr. Die Bausteine sind offenbar im benachbarten Gehöft verbaut worden.


Der Pfeil zeigt auf den Eingang zum Castle.
Die Aufnahme ist am späten Vormittag bei Ebbe entstanden;
bei Flut reicht das Wasser bis zum Fuß des Turms und verdeckt die algenbedeckten Felsen.


Der Gegenschuss:
Rockfleet Castle ist schön gelegen, aber noch schöner anzusehen bei Flut.

Der Turm ist im Inneren rekonstruiert worden; Inneres wie Äußeres machen alle paar Jahre Ausbesserungsarbeiten nötig. Im Juni 2011 wird die Außenfassade repariert und ist mit Baugerüsten verkleidet. Noch vor einigen Jahren konnte man den Schlüssel zum Turm beim Gehöft holen und das Innere des Turms besichtigen. Ob dies derzeit möglich ist, hängt wohl vom Fortschritt der Bauarbeiten ab. Sollte das Betreten des Inneren aus Sicherheitsgründen nicht möglich sein, so hilft allenfalls eine virtuelle Besichtigung durch Anklicken dieser sehenswerten Seite.

Rockfleet Castle wurde zeitweilig von Grace O'Malley bewohnt; nach mündlicher Überlieferung soll sie hier im vierten Geschoß auch gestorben sein, im vierten Geschoß deshalb, weil dieses als einziges dank eines Kamins als Wohnraum vorstellbar ist. Von hier aus soll auch ein an ihrem Bett befestigtes Seil nach außen geführt haben, das mit einem ihrer Schiffe verbunden war, sodass sie bei einem Überfall etc. unverzüglich informiert werden konnte.

Der Zutritt zum Turm erfolgt über eine kleine Tür im Erdgeschoß, ins 1. Obergeschoß gelangte man mittels einer hölzernen Leiter, die aufgezogen werden konnte. In die oberen Geschoße führt dann eine steinerne Wendeltreppe, die in eine Außenmauer eingelassen ist. Der Wehrgang wird durch eine Tür im obersten Geschoß erreicht; an den Ecken befinden sich auch zwei Erker mit Löchern im Boden, durch welche Feinde vor dem Turm wirksam beschossen werden konnten. An der Nordseite befinden sich an der Außenmauer in Bodennähe Kragsteine - möglicherweise existierte neben dem Turm ein eingeschossiges Gebäude, von dem sich allerdings nichts erhalten hat und das auch die erwähnten Reisenden im Jahre 1842 nicht mehr gesehen haben dürften. Sie schweigen sich darüber jedenfalls aus.

 

 

 
Erstellt: 9
. Juli 2011
© 2011/Peter Lausch

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