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Inhalt
Einleitung
AHNEN
URLEICA
LEICA I
Compur-
LEICA
LEICA II
Standard-
LEICA
LEICA III,
IIIa IIIb,
IIIc,
IIId etc.
LEICA IIIf
LEICA IIIg
LEICA M2
LEICA M3
LEICA M1
LEICA M4
LEICA M5
LEICA M6
LEICA M7
Ausklang
1931 mit
der LEICA
fotogra-
fieren
Bedienung
einer Schraub-
LEICA
Kauf einer
gebrauch-
ten LEICA?
Literatur
Hochmut vor dem Fall |
Die ersten Wechselobjektive zur Leica
Mit der
Leica I (in den englischsprachigen Ländern als Model A bezeichnet)
begann der Siegeszug der Leica und damit der Kleinbildkamera. Die Firma
Leitz und insbesondere der geistige Schöpfer der Leica, Oskar Barnack,
waren sich jedoch über die - relativen - Mängel der Kamera durchaus im
Klaren. Die Leica I war eine handliche, vielseitige Kamera. Richtig
vielseitig wäre sie mit einem eingebauten und gekuppelten
Entfernungsmesser gewesen, aber den gab es vorerst nicht. Ein solches
Modell erschien erst im Jahre 1932 mit der Leica II (Model D). Und noch
viel vielseitiger wäre die Leica mit auswechselbaren Objektiven
gewesen, nämlich eine universell verwendbare Kleinbildkamera. Auch das gab es 1925
noch nicht. Statt dessen hatte der Kunde anfangs gar keine Wahl: jede
Leica I wurde mit einem Objektiv 3,5/50 mm geliefert, wenn auch im Laufe
der Zeit mit unterschiedlichem optischem Aufbau und unterschiedlichem
Namen. Erst ab 1931 konnte man sich als Käufer zwischen der Variante
mit einem Objektiv 3,5/50 und einer - teureren - Variante mit dem
lichtstärkeren Hektor 2,5/50 mm entscheiden.
Hinweis
Im Folgenden gebe ich einen Überblick über die in den
ersten 10 Jahren bis 1935 zur Leica lieferbaren Objektive. Diese Darstellung
gibt wirklich nur einen Überblick. Wollen Sie eine ausführliche
Darstellung der Eigenschaften aller Leica-Objektive samt (freundlicher) Bewertung ihrer
Eigenschaften verweise ich auf das 2001 erschienene Buch von Erwin Puts,
Leica Lens Compendium, Hove Books, UK, über Amazon, aber zum Beispiel
auch über das
Leicashop in Wien erhältlich).
Im übrigen hat sozusagen ein jeder Produzent von
Kleinbildobjektiven auch Objektive für die Leica mit Schraubfassung M39
im Programm gehabt. Es gibt auch Objektive für die Leica von Zeiss, dem
Erzrivalen. Es gibt ferner zu den "Leica-Copies" vornehmlich
japanischer und russischer Provenienz eine Vielzahl von Objektiven, die
allesamt mehr oder weniger häufig gebraucht zu finden sind, auch von
namhaften Produzenten wie Canon und Nikon. Darüber einen Überblick zu
geben, versuche ich erst gar nicht; über die europäischen Produzenten
und ihre Produkte gibt das Buch von Marc James Small,
Non-Leica Thread-Mount Lenses, Wittig Books, 1997, einigermaßen Auskunft. Über die viel zahlreicheren
Modelle japanischer Produzenten gibt es keine zusammenfassende Darstellung, doch
enthalten Bücher über die Geschichte der einzelnen japanischen Firmen
(wie etwa Canon oder Nikon) üblicherweise auch einen Abschnitt über
Objektive in Schraubfassung M39, waren diese doch seinerzeit eine
wichtige Einnahmsquelle.
Elmar
Die ersten serienmäßig produzierten und verkauften Leicas
wurden 1925 mit einem Objektiv mit der Bezeichnung "Anastigmat
1:3,5 F= 50 mm" geliefert und waren, wie bereits gesagt, vom
Käufer nicht auswechselbar. Wieviele solche Leica I mit Anastigmat
geliefert wurden, ist umstritten; nach den meisten Quellen waren es
ungefähr 144 Stück. Weitere (geschätzt) 713 Stück wurden danach 1925
mit einem bis auf den Namen gleichen Objektiv geliefert: dem
fünflinsigen Elmax, bei dem wie beim Anastigmaten die hinteren 3 Linsen
miteinander verkittet waren. Das machte die Produktion nicht billiger.
Wie schon festgehalten, inwieweit das Elmax vom Objektiv Tessar (4
Linsen, die hinteren beiden verkittet) beeinflusst war, ist damals
heftig diskutiert worden.
Ohne jetzt auf die Entwicklungsgeschichte der
Kameraobjektive einzugehen, nur so viel: Basierend auf einem
dreilinsigen Objektiv von Taylor aus dem 19. Jahrhundert hat ein Ingenieur der Fa. Zeiss
namens Dr. Rudolph um die Jahrhundertwende ein vierlinsiges Objektiv berechnet, das den
Namen Tessar erhielt und bei dem die beiden hinteren Linsen verkittet
waren. Diese Errungenschaft ermöglichte weit bessere
Abbildungseigenschaften als die dreilinsigen Triplets, ohne diese vom
Markt zu verdrängen. Noch in den 50er- und 60er-Jahren waren viele
populäre deutsche Amateurkameras mit solchen dreilinsigen Objektiven
ausgestattet.
Zeiss ließ das Tessar patentieren. Im Jahre 1925 war
dieser Patentschutz indessen bereits ca. 3 Jahre abgelaufen, sodass Leitz und der
Objektivkonstrukteur Max Berek jedenfalls nicht aus patentrechlichen
Gründen ein 5-linsiges Objektiv entwickeln mussten.
Ab 1926 wurde das Elmax unter Verwendung neuer Glassorten
vereinfacht und bestand ab damals aus 4 Linsen, von denen, wie beim
Tessar, die beiden hinteren miteinander verkittet waren. Dieses neue
Objektiv wurde Elmar genannt und blieb, schrittweise verbessert und
schließlich mit höherer Lichtstärke 2,8 geliefert, bis vor kurzem auf
dem Markt, doch ist nunmehr die Produktion endgültig eingestellt.
Mit dem Elmar entbrannte die Diskussion über die
Ähnlichkeiten von Tessar und Elmar aufs Neue, insbesondere deshalb,
weil Zeiss das in der Zwischenzeit weiterentwickelte Tessar neuerlich
patentieren ließ und ausgesprochen heikel war, dass ja kein Produzent
davon redete, sein Objektiv entspreche dem Tessar oder sei gar "vom
Tessar-Typ", auch wenn es so aufgebaut war wie dieses. Leitz
verzichtete auf den Patentschutz für sein Elmar, es fühlte sich als
Vorbenutzer im patentrechlichen Sinn vom Patent der Firma Zeiss auch
nicht behindert oder betroffen. Das von Zeiss erwirkte Patent wurde
daher nicht von Leitz beeinsprucht. Leitz bezog zu diesem Zeitpunkt
alle Glassorten für seine Objektive von der Fa. Schott, die zu Zeiss
gehörte.
Im Kern dürfte aber doch Berek schon vor Ende des ersten
Patentschutzes das allseits bekannte Tessar abgewandelt haben, so wie
mehr oder minder gleichzeitig auch Zeiss das eigene Tessar den durch
neue Glassorten gegebenen besseren Korrektionsmethoden anpasste.
Jedenfalls war das ursprüngliche Tessar-Patent bei Markteinführung der Leica bereits
abgelaufen, seine Verwendung als Vorbild stellte daher keine Patentverletzung dar und der spätere
Patentschutz für das in ähnlicher Form weiterentwickelte Tessar betraf
Leitz als Vorbenutzer eben nicht.
Diese Debatte ist heute nur mehr historisch interessant,
zeigt aber dennoch das Umfeld auf, in dem die Leica entwickelt und auf
den Markt gebracht wurde. Es zeigt auch das Konkurrenzverhältnis
zwischen Leitz und Zeiss und damit zwischen Leica und Contax.
Hektor 2,5/50 mm
Wiederum von Max Berek entwickelt, ist das Hektor das erste
auch nach heutigen Begriffen lichtstarke Objektiv zur Leica gewesen.
Wann die Produktion begann, ist umstritten, aber im Jahre 1931 wurden
etwa 1300 Stück in die Leica I fix eingebaut (ohne Schraubgewinde zum
Wechseln der Objektive). Der Rest der 1930/31 insgesamt erzeugten 2100
Stück wurde in Leicas ohne standardisiertes Schraubgewinde über
besonderen Wunsch und für einen höheren Kaufpreis eingebaut, falls ein Käufer sich mit dem Elmar nicht
zufrieden gab. Diesen Objektiven fehlte naturgemäß noch die Steuerkurve
für den gekuppelten Entfernungsmesser, einfach, weil es ihn nicht
gab.
Ab 1931 gab es zu der dann mit standardisiertem
Anschluss lieferbaren Leica I (Model C) ein entsprechendes Hektor, noch
immer ohne Steuerkurve, die erst in die späteren Modelle des Objektivs
serienmäßig eingebaut wurde. Lieferbar war das Objektiv bis 1948 (!),
obgleich zwischen 1939 und 1948 nur insgesamt 74 Exemplare erzeugt
wurden, gegenüber 4651 allein im Jahre 1932. Das zeigt deutlich, wie
stark anfangs der 30er-Jahre der Bedarf nach einem lichtstarkem Objektiv bei den Kunden gewesen
ist, verständlich übrigens angesichts der vergleichsweise geringen
Empfindlichkeit der damaligen Filme.
Die ersten
Wechselobjektive
1930 wurde die Leica zur universell verwendbaren
Kleinbildkamera, indem die Leica I mit Wechselgewinde geliefert wurde.
Anfangs waren die Toleranzen der einzelnen Kameras so groß, dass die
Wechselobjektive an die einzelne Kamera speziell angepasst werden
mussten und nur mit dieser einen Kamera garantiert (bei richtiger
Entfernungseinstellung) ein scharfes Bild lieferten. Ab 1931 wurde
dieser Mangel beseitigt, die Kamera wurde "auf Null
abgeglichen", das heißt, der Abstand zwischen Film und
Auflagefläche des Kameragehäuses betrug bei allen seit damals
gelieferten Schraubleicas (und bei allen Leica-Copies natürlich auch) einheitlich 28,8 mm. Von
1931 an konnte somit jedes Wechselobjektiv ohne besondere Anpassung an jeder
standardisierten Leica verwendet werden.
Übrigens: eine Leica-Copy ist nach überwiegender
Auffassung der Sammler eine Sucherkamera mit 28,8 mm Auflageabstand von
der Filmoberfläche und mit Schraubgewinde M39. Alle frühen Kopien,
vorwiegend der Russen, waren sklavische Imitationen; sowohl die Russen
als auch japanische Firmen haben nach 1945 jedoch die Kopien durchaus
eigenständig weiterentwickelt - von Canon etwa gibt es wirklich
prächtige Kameras, die wenig äußerliche Ähnlichkeit mehr mit dem
Vorbild haben, aber eben im Sinne der vorgenannten Definition dennoch
Leica-Copies bleiben.
Lieferbar war die Leica mit Gewindeanschluss von Anfang an
mit drei bzw. vier Wechselobjektiven: wahlweise mit dem Elmar 3,5/50 mm
oder dem Hektor 2,5/50 mm. Zusätzlich waren ein
Weitwinkelobjektiv Elmar 3,5/35 mm und ein Teleobjektiv Elmar
4,5/135 mm lieferbar.
Solange der
Gewindeanschluss nicht standardisiert war, empfahl Leitz, Kamera und
Wechselobjektive auf einmal zu kaufen, weil ansonsten das Objektiv bei
Leitz an die konkrete Kamera separat angepasst werden musste.
Mit der Standardisierung der Anschlüsse ab 1931 (und
Kamera Nr. 60.501) fiel dieses Problem weg. Auch bei dieser Gelegenheit
weise ich darauf hin, dass alle Leicas weitgehend dem jeweils neuesten
Modell entsprechend umgebaut werden konnten. Daher finden sich auch
Leicas mit niedrigerer Seriennummer, die ein standardisiertes Gewinde
haben!
Fortsetzung hier!
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