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Inhalt
Einleitung
AHNEN
URLEICA
LEICA I
Compur-
LEICA
1. Wechsel-
objektive
LEICA II
Standard-
LEICA
LEICA III,
IIIa IIIb,
IIIc,
IIId etc.
LEICA IIIf
LEICA IIIg
LEICA M2
LEICA M3
LEICA M1
LEICA M4
LEICA M5
LEICA M6
LEICA M7
Ausklang
1931 mit
der LEICA
fotogra-
fieren
Bedienung
einer Schraub-
LEICA
Kauf einer
gebrauch-
ten LEICA?
Literatur
Hochmut vor dem Fall |
Leica M6 und M6TTL
Ihnen
viel über die technischen Einzelheiten der bis vor kurzem produzierten
Modelle LEICA M6 und der LEICA M6 TTL zu erzählen,
halte ich nicht für sinnvoll: haben Sie Interesse und wollen sich
informieren, in den Prospekten und Druckschriften der LEICA Camera AG.
finden Sie alles notwendige über die Eigenschaften und technischen
Daten dieser Kamera.
Erwähnenswert
scheinen mir - ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit und ganz von
meinem subjektiven Standpunkt aus - aber dennoch einige Aspekte, die Sie
in Prospekten etc. nicht unbedingt finden werden.
Durch
die technische Entwicklung bedingt, ist heute eine Belichtungsmessung
ohne bewegliche Teile und ohne großen zusätzlichen Platzbedarf durch die Optik einer Kamera möglich.
Deshalb
war es möglich, im praktisch unveränderten Gehäuse der LEICA
M4-P den Belichtungsmesser
für Dauerlicht unterzubringen, ohne die Maße der LEICA M6 gegenüber der M4 merklich
zu verändern. Das ist der wirkliche Fortschritt gegenüber der LEICA
M5, die seinerzeit kein kommerzieller Erfolg gewesen ist.
Systemimmanent (bedingt durch den mechanisch ablaufenden
Schlitzverschluss) und bedingt ferner durch die Patentlage handelt es
sich beim Meßsystem der LEICA M6 um ein relativ einfaches System. Kein
Vergleich mit den kompliziert aufgebauten Systemen in den Nikons, Canons
etc., die mit Mehrfeldmessung (Matrixmessung oder mittenbetonte Messung)
arbeiten. Auf diese Weise lässt sich bei diesen Kameras aus Japan in fast allen Fällen ohne Zutun
des Benutzers die Belichtung richtig einstellen - mit allen Vorteilen
von Belichtungsautomatiken, die ja den Benutzer von technischen
Überlegungen befreien und die Konzentration aufs Bild ermöglichen
sollen.
LEICA schreibt von
einer Selektivmessung. Namen sind Schall und Rauch; dahinter versteckt
sich die einfache Tatsache, dass die Belichtung integral gemessen wird,
zur Messung aber nicht das ganze Bildformat herangezogen wird sondern
bloß ein Kreis von etwa 2/3 der Bildhöhe im jeweils passenden
Sucherrahmen. Bei Weitwinkelobjektiven ergibt sich daher ein relativ
großer Messwinkel, bei Brennweite 90 oder 135 ein wesentlich
kleinerer.
Das sind technische
Details; Ergebnis dieses Systems ist jedoch, dass
die
Meßsysteme in den Kameras der Konkurrenz unter schwierigen Lichtverhältnissen
sozusagen automatisch sehr häufig besser und genauer belichtete Aufnahmen
liefern. Das kann man als Benutzer der LEICA M6 und der Nachfolgemodelle
ausgleichen. Was bei anderen Kameras automatisch korrigiert wird, muss bei
der LEICA M6 der Fotograf mit Überlegung korrigieren. Richtig
belichtete Aufnahmen sind in beiden Fällen möglich. Alle solchen
Überlegungen benötigen Zeit, Zeit, in der das Baby zu Lachen aufhört
und die Katze die heraus gestreckte Zunge schon wieder im Maul verstaut
hat - weg ist der gelungene Schnappschuss. Primär gilt das freilich
nur für Aufnahmen mit Diafilm; bei Farbnegativ- und SW-Film fallen
kleine Belichtungsungenauigkeiten nicht so sehr ins Gewicht.
Die 1984 eingeführte M6 unterscheidet sich vom Vorgängermodell M4-2 faktisch nur durch
die TTL-Belichtungsmessung. An
der Stelle des bei früheren M-LEICAs (ausgenommen M1, MD, MDa, M4-2 und
M4-P) vorhandenen Selbstauslösers findet sich bei M6 und den
Nachfolgemodellen das Batteriefach. Flugs sagen manche, welcher
LEICA-Fotograf braucht einen Selbstauslöser? Der Verschluss,
das Gehäuse, der Sucher, der Entfernungsmesser wurden unverändert
übernommen. Die M6 spiegelt daher bei Bedarf die Sucherrahmen für 28,
35, 50, 75, 90 und 135 mm Brennweite ein, wobei jeweils 2 Sucherrahmen
sichtbar sind.
Bei der von manchen so bezeichneten klassischen LEICA M6
mit der bis 1998 praktisch ausschließlich lieferbaren
Suchervergrößerung 0,72x ist der Sucherrahmen für die Brennweite 28mm
für Brillenträger notorisch schlecht zu sehen, was von den Käufern
häufig bemängelt wurde.
Zwischen 1984 und 1998 hat es eine einzige
Variante der M6 mit einem anderen Sucher gegeben, die 1994 anlässlich
des 40 Jahrestages der Präsentation der LEICA M3 produzierte LEICA M6J.
Wie
Sie aus dem beigeschlossenen Foto ersehen, ist die M6J ein Verschnitt
zwischen M6 und M3: Das Innenleben entspricht der M6, die Deckkappe der M3 samt einschlägiger Prägung, wo bei der M6
Leere gähnt. So weist die Deckkappe auch wieder die Rahmen um die
Sucherfenster auf und der Schnellschalthebel schaut aus, als stamme er
von der M3. Am
Wichtigsten ist freilich, dass die Suchervergrößerung von 0,85 an die
von vielen Eigentümern heute noch geliebten 0,91 der M3 herankommt.
Zum
Unterschied von der LEICA M3 findet sich bei der M6J im Sucher aber auch ein Rahmen
für die Brennweite 35mm, sodass an der M6J entsprechende Objektive ohne
Brille verwendbar sind. Weggelassen wurde der Rahmen für die Brennweite
28mm, und, weiß Gott weshalb, der
Rahmen für 75mm Brennweite. Geliefert wurden nur insgesamt 1640 Stück,
40 Stück für jedes Jahr des Jubiläums. Mit ausgeliefert wurde ein neu
gerechnetes, ausziehbares Elmar 2,8/50mm mit übereinstimmender Nummer.
Auf der Gehäuseoberseite finden Sie die Nummerierung nach dem Schema
M6J 19xx - xx.
Sollten
Sie eine M6J finden, schlagen Sie zu, falls Sie sich den Kauf leisten
können. Achten Sie aber darauf, dass Sie auch das von der Nummer her
entsprechende Original-Elmar erhalten und beachten Sie, dass diese Jubiläumsleica seinerzeit als Set mit Gegenlichtblende und Lederetuis
für Kamera und Gegenlichtblende samt passendem Lederriemen verkauft
wurde. Dieses Set kostete allerdings im Jahre 1994 knapp DM 10.000.- und
war daher lange erhältlich. Dennoch haben seinerzeit wagemutige Käufer
die richtige Entscheidung getroffen: Eine - ungebrauchte - M6J mit passendem Elmar
im Holzkästchen und mit den Papieren im
Set wurde im März 2003 zum Preis von ca. Euro 6.500 angeboten (Journal
der LHSA).
Der
LEICA Camera AG war das ein Fingerzeig.
Ab
1998 wurde die LEICA M6 wahlweise auch mit einer Suchervergrößerung
von 0,85 lieferbar und seit damals hat der potentielle Käufer die Qual
der Wahl. Bei ihr fehlt der Sucherrahmen für 28 mm. Dadurch wurde eine
stärkere Suchervergrößerung möglich. Ich denke, die M6 0,85 sollte man kaufen, wenn man die
Brennweite 28mm ohnehin nicht oder nur mit Zusatzsucher verwendet, man
aber gerne mit dem Summilux
1,4/50 oder dem Summilux 1,4/75 bei schlechtem Licht und großen
Blendenöffnungen fotografiert. Denn man stellt mit dieser Version
einfach leichter und genauer die Schärfe ein. Aber auch mit der
Suchervergrößerung 0,72x brauchen Sie nicht zu verzweifeln, Leica
liefert eine aufsteckbare Sucherlupe, mit der Sie die höhere
Einstellgenauigkeit der Variante mit Suchervergrößerung 0,85x erreichen.
Diese Version ist auch
empfehlenswert, wenn man einfach und schlicht die größere Wiedergabe im Sucher bei allen
Brennweiten, insbesondere aber bei 90 und 135mm bevorzugt. Ist Ihnen
indes gerade Ihr Elmarit 2,8/28 oder gar das neue Summicron 2/28 ans Herz
gewachsen, werden Sie wohl besser bei der LEICA M6 0,72 bleiben - oder
aber gleich zur neuerdings lieferbaren Variante, der LEICA M6
TTL 0,56 wechseln. Bei dieser Version müssen Sie allerdings auf den bei
0,56 denn doch wirklich zu kleinen Rahmen für 135mm verzichten.
Übrigens: Wenn Sie nachrechnen wollen, die ausschließlich
schwarz verchromte LEICA M6 0,85 (ohne TTL) war gerade 6 Monate auf dem
Markt, als sie von der M6 TTL 0,85 ersetzt wurde. Von ihr gibt es etwas
über 3.000 Exemplare. Ein zukünftiges Objekt der Begierde für
Sammler? Dies umso mehr, als die neue LEICA MP auf der LEICA M6 (ohne
Blitzbelichtungsmessung) beruht und außer einem leicht geänderten
Aussehen faktisch keine wesentlichen Änderungen gegenüber der LEICA M6 enthält.
Und
seit der Photokina 1998 gibt es zusätzlich die M6 TTL mit TTL-Blitzbelichtungsmessung. Schon auf den ersten Blick erkennt man sie
am wesentlich größeren Drehknopf für die Einstellung der
Verschlusszeiten. Die Bedienung ist ein wenig verbessert und der
Zeiteinstellknopf ist vergrößert worden. Im Sucher sehen Sie nicht nur
2 Pfeilmarken für Über- und Unterbelichtung, sondern bei richtiger
Einstellung dazwischen einen Leuchtpunkt und dgl. mehr.
Eine wesentliche
Verbesserung ist meiner Meinung auch darin zu sehen, dass eine
Inkonsequenz bei der Bedienung der M6 beseitigt wurde: Zeigt bei der
Belichtungsmessung bei der M6 der rechte Pfeil nach links, müssen Sie
den Zeitenknopf nach rechts drehen um die richtige Belichtungszeit
einzustellen. Nach 14 Jahren ist dies bei der M6 TTL geändert worden:
Zeigt der rechte Pfeil nach links, müssen Sie den Zeitenknopf nach
links drehen. Daran gewöhnt man sich wesentlich leichter und kann, auch
ohne die Kamera vom Auge zu nehmen, mit dem nun größeren Zeitenknopf
leichter die richtige Zeit einstellen.
Gleichzeitig ist
ein kleines Blitzgerät erschienen, das SF20. Es erfüllt seinen Zweck,
hat TTL-Messung, aber der Bedienungskomfort ist an der M6 mit diesem Blitzgerät
beschränkt (verglichen mit der LEICA
R8). Hier zeigen sich
die Besonderheiten der mechanischen Kamera ganz deutlich.
Studioaufnahmen werden Sie mit dem SF20 ja ohnehin keine machen wollen;
zur gelegentlichen Aufhellung ist es gut geeignet. Ist nicht ohnehin
einer der großen Vorzüge der LEICA mit ihren lichtstarken Objektiven
die available light - Fotografie?
Damit
Ihnen die Wahl nicht so leicht fällt, gibt es alle Versionen der LEICA
M6 TTL wahlweise
schwarz verchromt und hell verchromt, die Objektive ebenso. Die Kamera
selbst können Sie wahlweise mit den Suchervergrößerungen 0,58x, 0,72x
und 0,85x kaufen, je nachdem, ob Sie primär mit Weitwinkelobjektiven,
mit Teleobjektiven oder mit beiden fotografieren - hier gilt das schon
zur M6 Geschriebene.
Das
ist nicht alles. Namentlich von der LEICA M6, aber auch von anderen
Modellen, gibt es eine größere Anzahl von Sondermodellen: mit und ohne
Gold, mit und ohne Platin, mit und ohne Eidechsenleder, mit und ohne
Aufdrucken, in größerer und kleinerer Stückzahl. Neuerdings gibt es
auch die LEICA M6 schwarz lackiert, fürs Millennium, aber auch für
die LHSA in den USA und für den japanischen Importeur. Eine - nicht
vollständige - Übersicht mit Fotos finden Sie bei
Stephen
Gandy.
Manche Sondermodelle sind sehr hübsch, teuer sind sie alle. Wenn Sie an
den Preis eines solchen Stücks denken, werden Sie bei jedem Kratzer
weinen, den Sie unabsichtlich produzieren. Daher stehen die meisten
Sondermodelle in Vitrinen.
Ich
nehme an, die Produktion der Sonderausführungen ist ein schönes
Geschäft, nicht nur für den Zwischenhändler, auch für den Erzeuger.
Wenn's beim Überleben hilft ......
Gebrauchte
M6 können Sie auch kaufen, es gibt genug auf dem Markt. Achten Sie auf
den Erhaltungszustand und auf den Preis - und auf die
Suchervergrößerung. Falls Sie es sich leisten können, kaufen Sie eine
neue Kamera. Die gebrauchten M6 sind nicht sehr viel billiger, außer
sie sind, wie die Amerikaner sagen, user cameras. Denn leider, man kauft
auch mit den Augen, und die Käufer von gebrauchten LEICAs tun es ganz
besonders. Berücksichtigen Sie auch, dass
alle mechanischen Kameras regelmäßig gewartet werden müssen - das ist
nicht ganz billig und ganz natürlich, wie Sie merken, nachdem Sie sich
die Kamera gebraucht gekauft haben.
Seit Anfang 2002 ist die neue M7 auf dem Markt,
mit elektronisch gesteuertem Verschluss und zusätzlich Zeitautomatik.
Meine Meinung dazu finden Sie
hier.
Und ab Frühjahr 2003 liefert Leica die Leica MP auf der Basis der Leica
M6 (ohne Blitzbelichtungsmessung), bei der Transporthebel,
Bildfeldwähler und Rückspulknopf der Leica M3 nachempfunden sind.
Meine Meinung dazu finden Sie
hier.
Hinweis:
Wie nicht anders zu
erwarten, ist die Produktion der Leica M6 TTL eingestellt worden. Ihr Fotohändler
wird Ihnen das beim Kauf einer bei ihm noch lagernden (gewöhnlichen) M6 TTL
möglicherweise nicht
erzählen. Denken Sie aber daran bei Preisverhandlungen. Eine letzte
Sonderserie mit der Gravur <Leica> auf der Deckkappe und dem
Hinweis: <1984 - 2002> wird noch angeboten. Das sagt ja
viel über den Zeitpunkt der Produktionseinstellung.
<Ersetzt> wurde die M6 TTL durch die M7
mit Zeitautomatik und in der Zwischenzeit auch durch die voll mechanische
Leica MP.
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