© Leicashop Wien, 2006

 

 

Eine Leicaausrüstung aus dem Jahre 1958

Mit einer Leica M3 hat es, der Seriennummer 917 981 der Kamera nach zu schließen, 1958 begonnen. Aber die Belichtung will man ja auch zünftig mit einem Leicameter messen! Und blitzen will man auch! 1958 fotografierte man noch sehr viel mit Schwarz-Weiß-Filmen, also brauchte man auch Filter. Ach ja, sparen wollte man ebenfalls, wenn schon nicht an der Kamera, dann am Verbrauchsmaterial. Also besaß man auch eigene Filmkassetten, in die man in der Dunkelkammer Filme einfüllte, die man aus Meterware (gängige Länge: 17 Meter) zusammengeschnitten hatte. Wer es bequem wollte, kaufte sich eine Duka-Packung des Films, die musste man zwar auch in der Dunkelkammer in die Kassette einlegen, aber das Zuschneiden des Films entfiel. Beides kam pro Film einige Pfennige billiger - dafür waren die Metallkassetten von Leitz nicht eben billig.

Was dabei herauskommt? Sie sehen es oben.

Im Detail: Dem Lieferjahr 1958 entsprechend, 1 M3-Gehäuse bereits mit Bildfeldwähler, aber noch mit Doppelaufzug, 1 Nah-Summicron 2/50mm Nr.1812120 mit Nahvorsatz samt Deckel und Bereitschaftstasche, Kontrollkarten für Kamera, Originalverpackung, Leicameter MC samt ansteckbarem Booster, Tasche und roter Schachtel, 9 Stück E39 Filter in Verpackung, 2 Spulen in Dose, Synchroblitzer + Blitzschiene CTOOM (links oben) komplett in Originalverpackungen und diverse Literatur und Anleitungen zu den Geräten und zur Kamera  - eine sehr schöne Ausrüstung, gut erhalten, denn die Leute hüteten ihre Kameras wie ihre Augäpfel. Nicht sehr vielseitig natürlich, denn zum Ausnützen der Möglichkeiten der Kamera fehlen die Wechselobjektive.

Und 2006 verkaufen diese Ausrüstung die Erben des Besitzers. Wie viel solch eine gut erhaltene Ausrüstung im Zustand: B+ wohl wert ist? Ca. 1500 €, vielleicht auch 1700 €, aber jeder Käufer wird vor dem Kauf bedenken, dass es für das Blitzgerät keine sinnvolle Verwendung mehr gibt - Blitzbirnchen sind nicht mehr auf dem Markt.

Schließlich: das Summicron mit Naheinstellung freut den Technik-Freak und den Sammler, denn es wird nicht sehr häufig angeboten, ist aber auch keine eigentliche Seltenheit. Mit ihm erfasst man einen Bildausschnitt, den heutzutage buchstäblich ein jedes Zoom aus Plastik auch schafft. So ist der Lauf der Welt und die Entwicklung der Technik. Aber damals war das schon was!


 

 

© PETER LAUSCH/2006
Erstellt am 3. November 2006

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