Peter Lausch                                           

Was Leitz im 2. Weltkrieg sonst noch lieferte außer Kameras und Objektiven


Eine Optikfirma wie Leitz lieferte auch an die Wehrmacht diverse optische und optomechanische Geräte. Manche davon, wie die Leicas, Mikroskope und Ferngläser entsprachen durchaus den entsprechenden Geräten für den zivilen Gebrauch. Vor allem die für die diversen Waffengattungen der Wehrmacht gelieferten Kameras etc. sind heute ein interessantes Sammelgebiet für manche Sammler.
Andere Geräte wiederum wurden auf Grund von Ausschreibungen etc. speziell für die Bedürfnisse der Wehrmacht entwickelt und erzeugt.
Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass Leitz seit 1936 auf Grund einer Ausschreibung der einzige Lieferant von Zielgeräten für faktisch alle gepanzerten Fahrzeuge der deutschen Wehrmacht war, von Panzern angefangen bis zu gepanzerten und bewaffneten Sonderkraftfahrzeugen (SdKfz).
Von 1936 bis Kriegsende wurde eine große Anzahl von verschiedentlich verbesserten und an spezielle Bedürfnisse angepasste Visiergeräte hergestellt, mit deren Hilfe das feindliche Ziel erfasst und zerstört werden konnte.
Das war keine geringe Produkzionsmenge für Leitz, wurden doch allein für die von November 1942 bis März 1945 erzeugten PzKpfw V Panther in seinen verschiedenen Ausführungen über 6000 Visiereinrichtungen fertiggestellt und geliefert.
Dass dieses Panzermodell die wahrasioscheinlich tödlichste Wirkung zeigte, ist nicht zuletzt eine Folge der Nutzung diese fortschrittlichen Visiere, Das machte den Panther zum wohl besten Panzder des 2. Welttkriegs und zum Vorbild für die weitere Entwicklung dieser Waffengattung durch die Siegermächte.
Nach der Invasion der Normandie errangen die Alliierten im Westen sehr rasch die absolute Luftüberlegenheit. Im Juli 1944 wurden fast 400 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge der Wehrmacht in Frankreich zerstört.
Da somit bei Tageslicht ein erfolgreicher Einsatz der dt. Panzer nicht mehr möglich war, bot sich als Ausweg die Erhöhung der Nachtkampffähigkeit der Panzer an.
Lösung war die Entwicklung geeigneter Infrarot-Nachtsichtgeräte und der dazugehörigen Zielgeräte.
In enger Zusammenarbeit mit der Firma MAN, die den Panther herstellte, entwickelte Leitz ein auf der Kommandantenkuppel anzubringenden Nachtsichtgerät für die Panzerkommandanten. Dieses Nachtsichtgerät verfügte jeweils über ein von Leitz entwickeltes Objektiv mit den Daten 1/90mm.
Infrarotzielgerät für Panther-Tank



Um die dennoch beschränkte Sichtweite bei Nacht zu erhöhen, entwickelten beide Firmen auch ein Nachtsichtgerät und einen entsprechenden Infrarotscheinwerfer, die in ein SdKfz 251/20 "Uhu" eingebaut wurden. Mit Hilfe dieses Uhu konnten von den Panzer auch noch Ziele in 700m Entfernung anvisiert und getroffen werden - während der Gegner sozusagen blind war.
SdKfz 251/20 Uhu
Die Produktion beider Geräte wurde von Leitz anscheinend bis zum 28 März 1945 weitergeführt, dem Tag, an dem Wetzlar von den amerikianschen Streitkräften besetzt wurde.

Hinweis:
Dieser Beitrag beruht weitgehend auf einem Artikel von Bill Rosauer im Viewfinder Nr 31 f, der Vereinszeitung der LHSA.

©Peter LAUSCH
Erstellt am  14.4.2020