Leica M6 electronic Prototyp

 

Nachdem schon einige Jahre vorher bei einer Versteigerung ein Funktionsmodell einer „elektronischen“ Leica M6 aufgetaucht war, wurde durch eine Versteigerung in Wien 2015 ein   Prototyp einer solchen elektronisch gesteuerten Leica M6 aus dem Jahre 1979   (wenn auch nur mit einer funkionsfähigen Verschlusszeit, 1/100 sec) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Gehäusenummer 1234567, einschließlich Elmarit-M, 28;28mm Nr. 5001632, sowie Motor Nr. 0006

Beiden Entwürfen liegt die Idee des Konstrukteurs Bernd Loseries bei Leica zugrunde, auf der Basis der Leica R4 (diese wiederum auf der Basis der Minolta XD-7 mit dem Copal CLS-Verschluss, dessen Konstruktion Loseries maßgebend entwickelt hatte) eine elektronisch gesteuerte Leica M6 zu entwickeln.

 Leica M6 electronic prototype

Mitte der 70er-Jahre erwies  es sich unumgänglich, zwecks Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der Leica M-Modelle eine einigermaßen marktkonforme Kamera mit TTL-Belichtungsmessung  und Zeitautomatik zu entwickeln, nachdem der erste Versuch einer eigenständig entwickelten M-Leica mit TTL-Belichtungsmessunng (die Leica M5, 1971-1975)  von den potentiellen Käufern weitgehend abgelehnt worden war und der Firna finazielle Probleme bereitete.

Loseries‘ Idee war an sich naheliegend (sozusagen das Gegenteil der seinerzeitigen Entwicklung der Nikon F Spiegelreflexkamera  auf der Basis der Sucherkameras dieser Firma).

Leica baute ja unter Verwendung der Grundkonstruktionen von Minolta Jahre lang die Leica R3 und entwickelte, wiederum unter Verwendung einer Entwicklung von Minolta auf der Basis der Minolta XD-7 die R4, die ab 1980 verkauft wurde. Ließe man den Spiegelmechanismus und das Sucherprisma der SLRs weg,  könnte die Firma eine Sucherkamera bauen, mit welcher zweifellos ein bedeutender Fortschritt gelungen wäre. Nebeneffekt wäre gewesen, dass die Rückwand, dem Industriestandard entsprechend, horizontal aufzuklappen gewesen wäre. Außerdem wäre bei dieser Lösung auch die Datenrückwand der R4 und der Motorantrieb kompatibel gewesen, der Fernauslöseranschluss (auch von Minolta) etc.

Leica M6 electronic prototype

Indessen erwies sich das Vorhaben weit schwieriger als ursprünglich angenommen.

Loseries gelang zwar die Integration eines Belichtunsmesssystems mit einer beweglichen Messzelle vor dem Verschluss, die vor der Aufnahme weggeklappt werden konnte – das hätte Spot- und Integralmessung ermöglicht – es zeigte sich allerdings, dass der CLS-Verschluss nicht absolut lichtdicht war. Kein Problem bei einer Spiegelreflexkamera, bei der ja – außer unmittelbar vor und nach der Aufnahme – der Spiegel den Verschluss abdeckt, jedoch ein unlösbares Problem bei einer Messsuchherkamera.

Kamera ohne Ojektiv, Blick auf Messzelle

 

Nicht zuletzt daran scheiterte letztlich das Vorhaben. Fertiggestellt wurden lediglich einige wenige Prototypen, heisst es. Aufgetaucht ist bisher nur der hier gezeigte. einschließlich eines passenden kleinen Weitwinkelobjektivs mit den Daten  Elmarit - M 28mm f/2.8 und eingebauter Gegenlichtblende (siehe Abbildung), von dem auch nur 2 Exemplare bekannt sind.

Leica M6 electronic mit Elmar

 

 

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Peter LAUSCH
Zuletzt geändert am  12
. 1.2018

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