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Inhalt LEICA
III, LEICA
IIIf
1931
mit Bedienung |
Leica M2
Die LEICA M3 war schön, gut und für damalige Verhältnisse sehr teuer. Traditionell brachte Leitz neben dem jeweiligen Spitzenmodell immer auch abgespeckte Versionen auf den Markt, am deutlichsten feststellbar an Hand der in den 50er- und 60er-Jahren angebotenen LEICA IIf und der If, die über Wunsch des Käufers auch nachträglich noch in das Spitzenmodell LEICA IIIf umgebaut werden konnten - die Umbaukosten waren so bemessen, dass die auf die LEICA IIIf umgebaute IIf bzw. If nicht teurer kam, als hätte der Kunde von vornherein gleich eine LEICA IIIf gekauft (Die gleiche Angebotspolitik wurde übrigens schon in den 30er-Jahren, wenn auch weniger deutlich, mit den Modellen Leica II und Leica Standard betrieben, die obgleich scheinbar eigenständige Modelle, beide zur Leica III umgebaut werden konnten).
Alle Vorteile haben auch Nachteile: um beim Einblick in den Sucher auch den Rahmen für das 35mm-Bildfeld zu zeigen, wurde die Suchervergrößerung bei der LEICA M2 gegenüber der LEICA M3 verkleinert: von 0,91x bei der LEICA M3 auf 0,72x bei der M2. Welcher Sucher "besser" ist bzw. angenehmer zu benützen,
darüber wogt seit 1958 der Streit. Viele Eigentümer
einer M3 schwören auf den Sucher ihrer Kamera, viele Eigentümer einer
M2 geben dem Sucher ihrer Kamera den Vorzug vor der M3. Die Wahrheit
dürfte in der Mitte liegen: wer gerne mit längeren Brennweiten
fotografiert, war und ist mit einer M3 besser bedient, denn da kann er
auch die klassische Brennweite 135mm mittels des Mess-Suchers der Kamera
verwenden. Die schlechte Sichtbarkeit dieses Rahmens namentlich für Brillenträger bei größerer Suchervergrößerung ist oft bemängelt worden. Wenn ich übrigens von <Suchervergrößerung 0,91x> und ähnlichem rede, dann verwende ich die von Leitz bzw. heute Leica verwendete Nomenklatur: denn naturgemäß wird das Sucherbild in Wahrheit im Sucher verkleinert, mehr oder minder, je nach <Vergrößerung> 0,58x, 0,72x oder 0,85x bei den heutigen Modellen. Und so war es immer. Einsparungen bei der LEICA M2 gegenüber der M3 gibt es natürlich: das sich automatisch zurückstellende Bildzählwerk der M3 wurde durch eine außen liegende Bildzählscheibe ersetzt, die Sie nach dem Einlegen des Films manuell auf Null stellen müssen. Ursprünglich besaß die M2 keinen Selbstauslöser, ab Gehäuse Nr. 949101 ist ein Einbau möglich über Wunsch des Kunden, ab Nr. 1004151 (1959) ist der Selbstauslöser selbstverständlich. Auch fehlte am Beginn der Serie der charakteristische kleine Hebel an der Gehäusevorderseite für die Freigabe der Rückspulkurbel. Statt dessen findet sich bei diesen Exemplaren ein Druckknopf, der klaglos funktioniert. Bei gleichem Aussehen ist er je nach Alter der Kamera unterschiedlich zu bedienen: anfangs musste er während des Rückspulvorgangs gedrückt gehalten werden, später genügte ein Druck und der Knopf rastete in gedrückter Stellung ein. Allerdings konnte die Sperre relativ leicht durch versehentlichen Druck auf diesen Knopf aufgehoben werden, was zu Doppelbelichtungen führte; daher wurde der Knopf durch den Hebel ersetzt. Ursprünglich hatte die M2 eine der M3 entsprechende Aufwickelspule, die fürs Filmeinlegen herausgenommen werden konnte (musste). Nach der Einführung der M4 mit ihrer einfach zu bedienenden <Schnellladespule> (die den Namen verdient), wurde ab der Photokina 1968 auch für die Modelle M3, M2, M1 und MD eine solche Schnellladespule samt dazugehörigem Distanzstück als separates Zubehörteil angeboten. Letzteres konnte vom Besitzer selbst am Bodendeckel der Kamera angebracht werden und orientiert den Film beim Schließen der Kamera automatisch in seiner richtigen Lage. Das Ganze ist so praktisch, dass sehr viele Kameras damit nachträglich ausgerüstet wurden.
Hingegen findet sich
bei der gleichartigen LEICA M2R ein entsprechender Hinweis auf dem
Gehäuse, also nach dem Schema: "M2 R xxxxxxx". Ganz selten
taucht heutzutage eine Version mit der Bezeichnung M2M samt Nummer auf.
Diese 1966 in einer Stückzahl von nur 276 Kameras erzeugte Version ist
serienmäßig mit dem Anschluss an den Leica-Motor versehen und hat im
Sucher Rahmen für die Brennweiten 35/50/90mm eingespiegelt. Wollte man die Stellung der LEICA M2 innerhalb des Systems somit zusammenfassend beschreiben, könnte man sagen: Von Leitz wurde die M2 als die kleinere Schwester der M3 mit dem Ziel eines billigeren Modells herausgebracht, daher auch die Bezeichnung und das außen liegende und nicht automatisch rückstellende Bildzählwerk. In Wahrheit war die M2 aber weit mehr als die kleine Schwester: dank des wahlweise eingespiegelten Sucherrahmens für 35 mm Brennweite ersparte man sich bei ihr die eher unförmige Sucherbrille, die bei der M3 für derartige Weitwinkelobjektive noch nötig gewesen war - und dies in einer Zeit, in der sich bereits die heutige Situation ankündigte: die Verwendung von Weitwinkelobjektiven als Standard an Stelle der eigentlichen "Standardobjektive" mit 50 mm Brennweite. Heute werden Aufnahmen mit einem 35 mm "Weitwinkelobjektiv" häufig als Standard empfunden und bei den Systemen mit Zoomobjektiven hat die Brennweite 50mm seine einstige Bedeutung als sozusagen <Standard> weitgehendst verloren.
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| Hinauf | Peter LAUSCH
Rechtliches
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