Leica Zubehör: BELICHTUNGSMESSER von METRAWATT

© Leicashop,  Wien

Der hier abgebildete Belichtungsmesser LC 60 wurde von der Metrawatt AG. mit Sitz in Nürnberg ab 1939 geliefert und ist der erste, speziell für die Leica bestimmte photoelektrische Belichtungsmesser (optische Belichtungsmesser hatte es schon ab 1932, speziell für die Leica abgestimmt, gegeben, z. B. den Drem Leicaskop). Er ist sozusagen das deutsche Gegenstück zum Westonmeter. Dem LC 60 fehlt die Bezeichnung Leicameter, wie sie der genannte Westonmeter ebenso trägt, wie die späteren Belichtungsmesser von Metrawatt. Allerdings behauptete Metrawatt, der Belichtungsmesser sei in Zusammenarbeit mit Leitz erstellt worden. Er ist auf die Kamera aufsteckbar, doch ist er nicht mit dem Zeitenrad der Leica gekuppelt wie die späteren Leicameter für die M-Leicas. Der Grund ist einfach. Der Zeitenknopf der Schraubleicas dreht sich beim Ablauf des Verschlusses während der Aufnahme.

Die LC 60 sind heutzutage selten zu finden, aber bei Leicasammlern begehrt. Das oben abgebildete Exemplar ist nicht mehr funktionsfähig (die Selenzelle funktioniert nicht mehr), wenn auch äußerlich gut erhalten. In diesem Zustand muss man auch bei einem funktionsunfähigen LC 60 mit einem Preis von über 160 Euro rechnen.

Ab 1950 bot Metrawatt einen mit Leitz gemeinsam entwickelten aufsteckbaren Belichtungsmesser an, der einfach als Leicameter (es gibt auch die Schreibweisen <Leica Meter> und <Leica-Meter>) bezeichnet wurde.

© Leicashop,  Wien

Dieser 1. Leicameter ist wesentlich kleiner als sein Vorgänger: in seiner Breite entspricht er der Breite des Gehäuses der Kamera, in seiner Länge dem Sucher- und Entfernungsmesseraufsatz auf der Oberseite der Leica. Als Zubehörteil lieferbar war ein Verstärkerelement, das seitlich an den Belichtungsmesser angesetzt werden konnte. Im Hinblick auf die recht geringe Lichtempfindlichkeit des Belichtungsmessers war dieses Zubehörteil bei schlechten Lichtverhältnissen auch wirklich nötig.

Da Sammler einen umso höheren Preis zu zahlen sind, je schöner der Sammelgegenstand erhalten ist und wenn möglich, alles, was es dazu gibt, auch noch kaufen wollen, kostete der oben gezeigte Belichtungsmesser samt 2 Ledertaschen und einer englischen Anleitung und der Originalschachtel von Leitz New York sage und schreibe 330 Euro bei einer Auktion vor 2 Jahren. Allerdings funktioniert er noch - schön für den Käufer, für den Normalanwender gleichgültig, weil halt leider inzwischen genauere und kleinere Belichtungsmesser zu einem geringeren Preis in jedem besseren Fotogeschäft fabrikneu gekauft werden können - allerdings steht nicht <Leica> drauf und sie sind auch nicht von Leica.

Bald darauf gab es den wesentlich kleineren (etwa halb so langen) Leicameter 2 zum Aufstecken, der sehr bald durch den Leicameter 3 ersetzt wurde. Die beiden Geräte unterscheiden sich nur durch die Gestaltung der Skalen, wie die Abbildung zeigt.

Leicameter 2 und 3

Wozu die Schienen neben der Messzelle dienen? Einerseits konnte ein nicht eben kleines Verstärkerelement eingesteckt werden (siehe Abbildung unten), andererseits konnte ein kleiner Adapter (eine lichtdurchlässige weiße Kunststoffscheibe) eingesteckt werden, mit dessen Hilfe Lichtmessung an Stelle der üblichen Objektmessung möglich war.

Leicameter 2 mit Verstärkerzelle (Booster)Leicameter 2 mit Verstärkerzelle

Nach dem Erscheinen der Leica M3 im Jahre 1954 kam der neue Leicameter M (für M-Leicas) auf den Markt, mit Selenzelle auch er, aber mit einer Kupplung mit dem Zeitenrad der Kamera, das sich (ebenso wie bei allen anderen M-Leicamodellen seither) während der Aufnahme nicht drehte. Mittels des Zubehörschuhs an der Leica befestigt, rastete eine Ausnehmung in den Kupplungsstift des Zeitenrades ein. Filmempfindlichkeit in DIN oder ASA mittels des kleinen Stiftes auf der Oberseite des Belichtungsmessers richtig eingestellt wodurch gleichzeitig die Blendenskala verstellt wird, lieferte der Belichtungsmesser   die richtige Blende zu der am gekuppelten Zeitenrad vorgewählten Belichtungszeit. 

Leicameter M mit Verstärkerzelle

Damit wurde, erstmalig bei einer Leica, eine - relativ - schnelle Belichtungsmessung möglich.

Durch Schieben in Pfeilrichtung klappt die Abdeckung nach oben. Der Belichtungsmesser ist messbereit.  Es gibt keinen Ein- oder Ausschalter, die Selenzelle liefert Strom, solange ausreichend Licht auf sie fällt. In diesem Fall schlägt der Messzeiger entsprechend aus. Ändern sich die Lichtverhältnisse, bewegt sich der Messzeiger entsprechend. Bei guten Lichtverhältnissen wird die kleine Rändelscheibe (links hinten in Aufnahmehaltung, durch die Verstärkerzelle abgedeckt) auf den schwarzen Punkt (Messbereich) gestellt. Dann richtet man die Kamera mit aufgesetztem Belichtungsmesser aufs Motiv; der Messzeiger wird nach der Messung nicht fixiert, man kann daher nur schätzen, was man misst. Daher der alte Ratschlag, bei Verwendung von Selen-Belichtungsmessern sie immer ein wenig auf den Boden zu richten, um die Messung des hellen Himmels an Stelle des Motivs zu vermeiden.

Reicht das Licht nicht aus, dreht man die Pfeilmarke auf den roten Punkt, wobei jetzt die roten Blendenzahlen gelten.

Reicht auch das nicht, kann die Verstärkerzelle angesetzt werden. Dadurch wird die Empfindlichkeit um das 4-fache erhöht. Allerdings: 1. gelten in diesem Falle die roten Blendenzahlen und 2. werden die Verschlusszeiten nicht am schwarzen Dreieck, sondern am viereckigen Zeichen daneben abgelesen. abgelesen.

Lichtmessung ist mittels der weißen Opalscheibe möglich, die mitgeliefert wurde.

1956 zur Photokina in Köln wurde das Nachfolgemodell Leicameter MC angekündigt und war dann Ende des Jahres tatsächlich lieferbar. Es schaut so aus:

Leicameter MC

Äußerlich ist der MC vom Leicameter M leicht unterscheidbar: die Abdeckklappe ist weggefallen. Die hier nicht gezeigte Verstärkerzelle wird - ähnlich wie beim Leicameter 2 und 3 - vor die Selenzelle geschoben. Ansonsten entspricht die Bedienung der des Vormodells.

Zur Verdeutlichung nochmals die Beschreibung des Messvorgangs: Nach Vorwahl der Belichtungszeit am Belichtungsmesser mittels des rechts sichtbaren Rades (gekuppelt mit dem Zeitenrad der Kamera) ergibt sich  die richtige Blende, indem das schwarze oder weiße Feld, auf das der Zeiger deutet, bis zur Blendenskala verfolgt wird. Wann ist die schwarze und wann die rote Blendenzahl maßgebend? Das hängt davon ob, ob der schwarze oder rote Messbereich mit dem Drehrad links vorne aktiviert ist. Bei der eingestellten Filmempfindlichkeit von 125 ASA (= ISO 125 bzw. 22 DIN) ergibt sich somit entweder Blende 1,5 oder Blende 11 und 1/100 Sekunde als richtige Belichtung, je nach Messbereich, ersichtlich aus der Einstellung der Pfeilmarke links (in der Abbildung: oben, in Aufnahmehaltung vorne).. Das nunmehr wissend, stellt man die entsprechende Blendenzahl am Objektiv ein und macht die Aufnahme. Hat man Kamera und Belichtungsmesser auf das bildwichtige Detail gerichtet, wird die Aufnahme richtig belichtet.

Einfach, nicht?

Eine Vereinfachung dieses Vorgangs erfolgte erst mit den Nachfolgemodellen Leicameter MR und MR-4, deren CdS-Messzelle durch einen Drücker ein- und ausgeschaltet wird. Beim Ausschalten wird der Messzeiger fixiert. Das ermöglicht, gemeinsam mit dem kleineren Messwinkel, der dem Bildwinkel eines 90 mm Objektivs entspicht, eine gezielte Messung der bildwichtigen Details.

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© PETER LAUSCH/2005
Erstellt am 11. Jänner 2005

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