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Inhalt
1. Wechsel-
LEICA III,
LEICA IIIf
1931 mit
Bedienung |
Fortsetzung Die Nullserie In den Jahren 1923-1924 wurde an einem weiter entwickelten Modell gearbeitet, der so genannten Nullserie. Sie besteht aus offiziell 30, wahrscheinlich nur 22 Kameras, von denen einige keine vollständig funktionsfähigen Modelle gewesen sein dürften. Die Kameras sind nummeriert von 100-130, doch sind nicht alle Nummern genutzt worden. Heute existieren noch 17 Exemplare. Die ersten 20 Kameras hatten noch einen nicht abdeckenden Verschluss, d. h., beim Aufziehen des Verschlusses nach der Aufnahme wäre das Negativ ein zweites Mal belichtet worden. Vor dem Verschlussaufzug musste daher das Objektiv mit einem mitgelieferten ledernen Deckel verschlossen werden, der mit einer Schnur an der Vorderseite der Kamera unverlierbar befestigt war. Ob es Kameras mit den Nummern 123 bis 126 gab, ist unbekannt; die Kameras ab Nr. 121 haben bereits einen abdeckenden Verschluss; eigentlich entsprechen sie diesbezüglich schon dem Modell I der Leica. Wie man auch immer kategorisiert, die Kameras der Nullserie sind im Original die seltensten Leicas – und, wie gesagt, ein Großteil der Kameras ist noch erhalten. Sie sind nur in den Grundprinzipien identisch; Leitz hat verschiedene Varianten ausprobiert; neben dem Verschluss unterscheidet sich zum Beispiel auch der Sucher bei den verschiedenen Exemplaren. 2 Varianten des Suchers gibt es: einerseits einen der heute üblichen "Fernrohrsucher", alternativ wurde mit einem Sucher mit aufklappbarer (negativen) Linse und einem auf der Rückseite angebrachten Lochvisier experimentiert. In die nachfolgende Serienproduktion der LEICA übernommen wurde der so genannte Galilei'sche Fernrohrsucher. Diese Versuchskameras sind der eigentliche Grundstein der heutigen Kleinbildfotografie. Mit der 1925 erfolgenden Markteinführung des - verbesserten - Serienmodells wurde von Leitz der Schritt in die Zukunft getan. Die LEICA 0 (Replik der Nullserie): Leica hat übrigens bei der Photokina 2000 eine Replik der Kamera Nr. 104 aus der Nullserie, das Exemplar befindet sich im Original im Eigentum der Leica Kamera AG angekündigt und die Replik ist in kleiner Serie zu stolzem Preis von etwa 2500 Euro (noch) lieferbar. Inzwischen ist die Produktion längst eingestellt, verkauft werden vereinzelte Restexemplare, was bei Preisverhandlungen eine Rolle spielen könnte. Wer das Heidengeld für den
Kauf der Replik nicht aufbringen wollte, konnte gelegentlich bei
Ausstellungen und Präsentationen ein Ausstellungsexemplar
vorübergehend in die Hand nehmen. Ist wahrscheinlich auch am Besten so, denn ungeachtet des Geredes der Werbestrategen muss der heutige Mensch schon eigentlich umdenken, um mit der Nullserie ein Foto zu machen. Dass daher im Sinne der Werbesprüche im Prospekt tatsächlich beim Fotografieren ein neues Gefühl für die Fotografie entwickelt wird, scheint mir durchaus sicher, ob es sich um ein schönes, positives Gefühl handelt, möchte ich indessen ernsthaft bezweifeln. Mag ja sein, dass nach "dem Herausnehmen aus der Bereitschaftstasche ... das wie beim Original kunstlederne Kameragehäuse angenehm schwer und sicher in der Hand" liegt und "der erste Blick durch den Sucher neben dem Motiv ein liebevolles Detail" offenbart, nämlich –"ein auf der Planseite der Sucherlinse eingeätztes Fadenkreuz". Auf gut Deutsch
heißt das, Sie können nicht einfach mit dem Auge am Suchereinblick Ihr
Motiv anvisieren, sondern müssen die Kamera ein Stück vor sich halten
und das Visier mit dem Fadenkreuz zur Deckung bringen. Das haben wir
Gott sei Dank in den letzten 77 Jahren allmählich hinter uns gebracht
und tun uns beim Fotografieren daher leichter, aber schließlich halten
wir zum Beispiel mit einer Nikon F6 auch kein echtes Werkzeug in der Hand, "mit
dem sich die Fotografie wieder völlig neu präsentiert". In der Werbung und von den Jublern wird selten gelogen; manchmal wird bloß auf Wesentliches vergessen: so auf die simple Tatsache, dass das Anastigmat der Replik natürlich neu gerechnet wurde, das Elmar 3,5/50 jedoch seit vielen Jahren nicht mehr gebaut wird. Na, in etwa 50 Jahren technischer Weiterentwicklung in der Objektivherstellung und -berechnung wird man ja wohl - zuweilen - einen Fortschritt erwarten dürfen, oder? Die Blendenwerte der Leica 0 sind heutzutage ungewohnt und entsprechen der alten deutschen Einteilung, wie sie 1924 üblich war: 3,5, 4,5, 6,3, 9 und 12. Nach jeder Aufnahme setzen Sie die Abdeckhaube
auf und transportieren mit dem Aufzugsknopf rechts (in Aufnahmehaltung)
den Film eine Aufnahme weiter; dabei spannen Sie auch gleich den
Verschluss. Die Kombination von Verschlussaufzug und Filmtransport ist
übrigens durch ein Patent für Leitz im Jahre 1922 gesichert worden,
ehe noch die Entscheidung gefallen war, die Kamera in Serie zu bauen.
Alle Aufnahmen gemacht? Am Filmende stellen Sie den kleinen Hebel vor
dem Auslöser auf "R", ziehen den Rückspulknopf heraus und
spulen den Film manuell zurück. Neuerdings bietet die Leica Camera AG. eine weitere Replik einer Kamera der Nullserie mit Fernrohrsucher (samt einigen Vergrößerungen von Originalaufnahmen Barnacks) an, teuer zwar, aber im Vergleich die bessere Wahl dank des sozusagen normalen Suchers.
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| Hinauf | Peter LAUSCH
Rechtliches
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