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Inhalt
Einleitung
AHNEN
URLEICA
LEICA I
Compur-
LEICA
1. Wechsel-
objektive
LEICA II
Standard-
LEICA
LEICA III,
IIIa IIIb,
IIIc,
IIId etc.
LEICA IIIf
LEICA IIIg
LEICA M2
LEICA M3
LEICA M1
LEICA M4
LEICA M5
LEICA M6
LEICA M7
Ausklang
1931 mit
der LEICA
fotogra-
fieren
Bedienung
einer Schraub-
LEICA
Kauf einer
gebrauch-
ten LEICA?
Literatur
Hochmut vor dem Fall |
Oskar Barnack und seine Leica
Ohne Oskar
Barnack gäbe es keine Leica. Mehr noch, ohne Oskar Barnack gäbe es wohl
auch keine Fotografie mit Kleinbildkameras, wie wir sie seit 1925 kennen.
Das unterscheidet den Mann von vielen anderen, die für die Entwicklung der
Fotografie wichtig waren. Fotografie in der heutigen Form gäbe es wohl
auch ohne Nièpce und ohne Daguerre, Farbfotografie ohnehin auch ohne die
würdigen Herren Godowski und Mann, die den Kodachrome erfunden haben
(technisch gesehen, ein Irrweg, aber ein durchaus erfolgreicher und
geldträchtiger). Aber ohne Barnack würde sich wohl Kodaks Rollfilm 828
durchgesetzt haben, im Format 3x4cm oder Kodaks Rollfilm im Format 127
(alle möglichen Rollfilmformate von Kodak
hier) , auch
nicht schlecht, aber halt ganz was anderes als das, was Barnack aus dem
Kinofilm gemacht hat.
Wer
war Oskar Barnack?
Barnack wurde am 1. November 1879 in Lynow in der Mark
Brandenburg geboren, arbeitete nach
seiner Ausbildung bei einem Herrn Lampe, der einen feinmechanischen
Betrieb besaß, bei Zeiss in Jena. Als er eine kleine Erbschaft machte,
reiste er nach Österreich, um in den Alpen sein Asthmaleiden zu
kurieren und kam dabei auch nach Wien. Aber leider, die gemütliche Art
von uns Wienern war wohl nichts für ihn und so kehrte er nach Sachsen
zurück, wo er nach einigen Zwischenspielen wieder bei Zeiss eintrat.
1910 kam Barnack auf Empfehlung einem älteren Kollegen namens Mechau zu Leitz. Dort begann er mit
1. Jänner 1911 zu
arbeiten, brachte es innerhalb eines Jahres zum Leiter der
Konstruktionsabteilung für Mikroskope und entwickelte eine haltbare
Vertrauensbasis zum Firmeninhaber Ernst Leitz. In seiner Freizeit ging
der schmächtige, leicht asthmatische Barnack schon seit seiner Jugend
gerne wandern
und schleppte eine der damals üblichen Balgenkameras im Format 13x18cm
auf die Berge in der Umgebung und danach auch wieder ins Tal. Nichts lag
näher, als zu überlegen, wie er das Gewicht seiner Ausrüstung
verkleinern könnte. Mehrere kleine Aufnahmen auf einem großen Stück
Planfilm machen, wäre eine Lösung gewesen, aber ach, 1911 waren die
vorhandenen Emulsionen noch viel zu grobkörnig, als dass man mit
kleinem Negativ befriedigend scharfe Abzüge hätte herstellen können.
Ein kleinerer Film wäre eine andere Lösung gewesen; damit wäre auch
eine kleinere und leichtere Kamera möglich geworden. Aber die
grobkörnigen Filme ..... Daher schleppte Barnack weiter seine unbequeme
Balgenkamera.
Der
Zufall half: Barnacks Kollege Mechau brauchte Unterstützung. Er war besessen von der Idee, die damals
üblichen Projektoren zu verbessern und brauchte dafür Kinofilme. So
wurde Barnack beauftragt, eine Filmkamera zu bauen und tat es auch. Die
erste Filmkamera mit einem Metallgehäuse entstand unter seinen Händen
und nach seinen Plänen.
Nächstes Problem, das zu lösen war, ist die Frage der
richtigen Belichtung dieser Filme gewesen. Der elektrische
Belichtungsmesser war noch nicht erfunden; es gab auch noch nicht die
Vorläufer, die "optischen" Belichtungsmesser. Die richtige
Belichtung war das Ergebnis der Erfahrung des Kameramannes und
mehrfacher Fehlversuche. Barnack entwarf gleich auch noch eine Kamera
für die Belichtungsmessung. Das Prinzip war an sich nicht neu: man
nehme ein kleines Gehäuse, stecke ein kurzes Filmstück hinein, bringe
am Gehäuse ein Objektiv wie an der Filmkamera selbst an, belichte mit
verschiedenen Blenden bei der selben Belichtungszeit wie in der
eigentlichen Filmkamera - und entwickle den kurzen Filmstreifen. Welche
Blendeneinstellung ergibt die am besten belichteten Bilder? Das ist,
gleich bleibende Lichtverhältnisse vorausgesetzt, die richtige Blende
für die "richtigen" Filmaufnahmen.
Die
Form dieser Belichtungsmesskamera entsprach dem Üblichen. Die Bilder
reichten für die Beurteilung der richtigen Belichtung durchaus aus, sie
waren jedoch für eine ausreichende Vergrößerung ohne wesentlichen
Qualitätsverlust zu klein. So arbeitete Barnack überwiegend in seiner
Freizeit an einer Kamera, die bei Verwendung des Kinofilms für die
bildmäßige Fotografie zu gebrauchen war. Zu diesem Zweck kam Barnack
auf die Idee, 2 solcher Negative zu einem 24x36 großen Negativ mit
einem von ihm als schön empfundenen Seitenverhältnis von 2:3 zu
kombinieren. Das war etwa 1912/13.
Voilá, sagt die Werbung noch heute,
die Leica und das Kleinbildformat waren geboren! So einfach war es
leider nicht. Denn Barnack hatte sich in Wahrheit für ein Bildformat
24x38mm entschieden, was bedingt war durch den Abstand von 8
Perforationslöchern des Film. Das hatte zur Folge, dass die einzelnen
Aufnahmen nicht wie heute durch einen Steg voneinander getrennt waren.
Er half sich, indem er nachträglich die Bildbreite auf 36mm reduzierte.
So wird es erzählt, so findet sich die Geschichte von der Erfindung der
LEICA und des Kleinbildformats in mancherlei Büchern. Seinerzeit
erzählte Barnack eine etwas andere Version in Curt Emmermanns Photozeitschrift
"Die Leica":
"Da
der normale Kinofilm infolge der wunderbaren Erfindung der Normung
leider nicht breiter werden durfte, musste ich ihn, um ihn aufs
Äußerste auszunutzen, möglichst weit in der Länge verwenden. Ich
nahm gleich die doppelte Kinobildbreite und siehe da, es wirkte sehr
gut, also 24 mm breit, 36 mm lang. So entstand das LEICA-Format. Also
kein Produkt monatelanger Grübeleien wie es später bei anderen
manchmal ganz unscheinbar aussehenden Kamerateilen öfter der Fall war.
Das Seitenverhältnis 2:3 halte ich für das schönste und
zweckmäßigste, heute noch."
Ob die Erfindung des Kleinbildformats tatsächlich so
spontan erfolgte, kann man glauben oder auch nicht. Für die Wahrheit
dieser Geschichte spricht jedenfalls, dass Barnack, ein bescheidener und
ehrenhafter Mann, wenig Anlass gehabt hätte, der Nachwelt einen Bären
aufzubinden.
Spätestens
seit einem Artikel von Prof. Max Berek in der längst eingegangenen Schweizer
Fotozeitschrift Camera im
Jahre 1948 ist jedoch bekannt, dass Barnack schon Anfang des Jahrhunderts
merkte, auf seinen großformatigen Platten seien viel mehr Details zu
erkennen, als der Betrachter bei einem Abzug bemerkte. Daher die Idee,
ein kleineres Format wäre nützlich. Wie klein (oder groß) dieses neue
Format zu sein hätte, errechnete Barnack laut Berek auf eine ganz
einfache Weise: Mit einem Fadenzähler zählte er bei einem als normal
empfundenen Betrachtungsabstand (Bilddiagonale x 10) die Rasterpunkte
einer scharf wirkenden gerasterten Fotografie in einer Zeitung. Er kam
dabei auf etwa 1 Million Rasterpunkte und schloss unter
Berücksichtigung des damaligen Auflösungsvermögens von Kinofilmen
daraus, dass ein Negativ im harmonisch empfundenen Seitenformat 22 x
33mm notwendig sei. Einen solchen Film gab es; den Kinofilm. Man musste
nur den Film quer ablaufen lassen und kam auf ein nutzbares Filmformat
24 x 36 mm im Seitenverhältnis 2 : 3. Alle großen Dinge sind einfach -
im Nachhinein.
Mag sein, dass Barnack die Geschichte seiner Erfindung
verkürzte. Man weiß es nicht, aber es gibt auch keinen Grund, die
Erzählung Bereks anzuzweifeln.
Die Ur-LEICA
Barnack verwendete 1914 einen "Rollverschluss" aus Tuch mit einer
Bildöffnung von ursprünglich 25x40mm, der beim Verschlussaufzug auf
eine Spule aufgewickelt und durch Federzug gespannt wurde. Später wurde
dann das Verschlussfenster auf 25x38 und schließlich auf die heutigen
24x36mm verkleinert. Bei der Aufnahme rollte dieser Verschluss ab und
gab für 1/40 Sekunde das ganze Bildformat frei. Mehrere Jahre bastelte
Barnack an seiner Erfindung herum, denn ach, sie wies nicht
unbeträchtliche Mängel auf, die erst schrittweise ausgemerzt werden
mussten: die Belichtungszeit war zu lang, der
Schlitzverschluss nicht ausgereift, das ursprünglich verwendete Objektiv war für
eine Filmkamera mit ihrem Format 18x24mm bestimmt gewesen und leuchtete
Barnacks größere Negative leider nicht aus. Ursprünglich wurde ein
Kino-Tessar mit einer Brennweite von 50mm verwendet, später dann ein in
der Firma vorhandenes Leitz Mikro-Summar 4,5/64mm und schließlich dann ein Leitz
Milar mit einer Brennweite von 42mm benützt. Letzteres ist das an dem erhaltenen
Exemplar der "Ur-LEICA" angebrachte Objektiv. Der Verschluss wies noch einen Mangel
auf, der erst Jahre später beseitigt wurde: nach jeder Aufnahme musste
vor dem Verschlussaufzug der lichtdichte Objektivdeckel aufgesetzt
werden, weil der Verschluss sonst den Film neuerlich belichtet hätte.
Es fehlte der zweite Verschlussvorhang, den alle Serienleicas
dann von Anfang an hatten. Auch musste der 2 Meter lange Film im
Dunklen, nach Abnahme des lichtdichten Bodendeckels, in die Kamera
eingelegt werden. Kassetten gab es keine, die gepasst hätten; die für
Kinofilm in Filmkameras verwendeten ganz unterschiedlichen Kassetten
waren einfach viel zu groß.
Immerhin,
1913 und 1914 entstanden die ersten, heute noch erhaltenen Fotos mit
dieser Kamera, von der es entgegen vielen heutigen Darstellungen, zwei
Exemplare gegeben hat. Eines nahm der Firmenchef nämlich mit, als er
1914 nach New York reiste und machte in Amerika Aufnahmen, die sich
nicht erhalten haben. Die Kamera selbst gibt es noch, sie findet sich im
Museum der LEICA Camera AG. Das 2. Exemplar der Ur-LEICA verblieb im
Eigentum Barnacks; nach seinem Tod gelangte es ins Eigentum seines
Sohnes, der es nach dem Krieg verkaufte. In den 60er-Jahren wurde diese
Kamera bei Christie's an einen anonym gebliebenen Sammler versteigert.
Seither hat man die Kamera nicht mehr gesehen. Was sich erhalten hat, sind die von Barnack selbst
mit dieser Kamera anlässlich der Mobilisierung 1914 in Wetzlar gemachten Fotos und manches
andere aus dieser Zeit.
Der
damalige Firmeninhaber Ernst Leitz ließ schon am 12. Juni 1914 einen
Patentantrag für die von Barnack so genannte "Lilliput"
einreichen, aber mit diesem Antrag erlitt man Schiffbruch. Einerseits
war leider der Name bereits seit 1891 für eine Kamera einer anderen
Firma gesichert und andererseits hatte Zeiss bereits 1901 eine Kamera
mit Schlitzverschluss und gekuppeltem Filmtransport patentieren lassen.
Lediglich ein Gebrauchsmusterschutz konnte erlangt werden, zwar mehr als
nichts, aber an sich nicht ausreichend als Schutz vor Konkurrenten.
Die
Firmengeschichte, und die meisten Bücherschreiber schließen sich dem an,
sagt anderes, aber es ist durchaus möglich, dass Leitz die Idee
während des Weltkrieges auch deshalb nicht weiter verfolgte, weil man
im Hinblick auf das geltende Patent von Zeiss keine Möglichkeit sah,
eine solche Kamera rechtlich einwandfrei auf den Markt zu bringen.
Möglicherweise war Leitz aber auch derart mit Rüstungsaufträgen
beschäftigt, dass keine Zeit übrig blieb, an der Kamera weiter zu
arbeiten. Die zugänglichen Unterlagen schweigen sich über die
Kriegszeit jedenfalls aus.
Im
Übrigen ist bei dieser Gelegenheit gleich noch ein weiterer Irrtum
richtig zu stellen: Den mit "Kinofilm" geladenen Fotoapparat hat Barnack
durchaus nicht erfunden. Schon 1913 hatte ein gewisser Kulcharski ein
deutsches Patent auf eine Stehbildkamera im Format 18x24mm erhalten, es
gab ähnliche Entwicklungen auch in Frankreich und in England.
Allerdings, allen diesen Kameras und Prototypen ist einerseits ihre
Erfolglosigkeit und andererseits die Länge des verwendeten Films
gemeinsam; mit einem Film für einige hundert Aufnahmen nutzt keinem
Amateur eine Kleinbildkamera. Einen kurzen Rückblick auf die
Entwicklung finden Sie
hier.
Und noch ein weit
verbreiteter Irrtum:
Generationen von
Buchschreibern behaupten, die Brennweite des Normalobjektivs von 50 mm
stehe in Zusammenhang mit der Diagonale des Bildes im Format 24x36 mm.
Indessen beträgt die Formatdiagonale 43,27 mm und
"Normalobjektive" wurden von vielen Firmen mit anderen
Brennweiten angeboten, von 40 mm bei den japanischen Kompaktkameras bis
55 mm. Andere wieder schreiben, der Bildwinkel des Normalobjektivs von
50mm entspreche der Normalperspektive des menschlichen Auges bei
normalem Betrachtungsabstand.
Die Wahrheit ist viel einfacher: Als Barnack die Arbeiten an seiner
Kleinbildkamera begann, hatte das Normalobjektiv beim bei Amateuren
gängigen 6x9 cm
Aufnahmeformat (6x9 cm) mit einem Seitenverhältnis von 2:3 (demselben wie bei
der nachmaligen Leica) eine Brennweite von - normalerweise - 105 mm.
Diese ergab - bezogen aufs Aufnahmeformat einen Bildwinkel von 53 Grad.
Alle diese Objektive wiesen jedoch einige mit damaligen Mitteln nicht zu
beseitigende Abbildungsfehler auf. Schon damals war allerdings bekannt, dass
solche Fehler auf ein Drittel sinken, wenn man die Brennweite um die
Hälfte verkürzt. Alle damaligen Objektive mit 105 mm Brennweite wurden
für eine Brennweite von 100 mm gerechnet; die Differenz wurde
nachträglich berücksichtigt. Teilt man somit die 100 mm Brennweite
durch 2 ......
Ziel Barnacks war
zunächst die
Vergrößerung des Negativs um 2,5x, was ein Bild im damals beliebten Format 6x9 cm
ergibt. Durch die Vergrößerung steigen zwar die Abbildungsfehler
wieder an, sie sind aber immer noch geringer als bei einem Objektiv von
105 mm Brennweite.
Nicht erreicht wurde
der Bildwinkel eines solchen Objektivs von 53 Grad - daraus hätte sich
eine Brennweite des Kleinbildobjektivs von 42 mm ergeben, nicht schlecht
zwar, aber nach Meinung der Objektivkonstrukteure rechnerisch nicht
beherrschbar. Daher strebte man für das Objektiv der Leica nicht den
Bildwinkel des Normalobjektivs für 6x9 cm Negativformat an, sondern
begnügte sich mit 46,5 Grad, der sich aus der Brennweite von 50 mm
ableitet.
Weder Brennweite des
Normalobjektivs der Leica als sozusagen erster Kleinbildkamera (siehe
aber die Vorläufer
hier)
noch der Bildwinkel des Normalobjektivs leiten sich somit ab von
irgendwelchen theoretischen Überlegungen des augenrichtigen
Blickwinkels bzw. aus der Formatdiagonale.
Während
des 1. Weltkrieges entwickelte Barnack weiter; es gab nachweislich ein
in vielen Details geändertes (2.) Versuchsmodell, das aber nicht
erhalten ist und es wurde zwischen 1918 und 1920 ein weiteres, 3.
Versuchsmodell entwickelt, das man im Werksmuseum der Leica Kamera AG
besichtigen kann. Wesentlichster Fortschritt ist ein Verschluss mit
variabler Schlitzbreite bei gleicher Ablaufgeschwindigkeit: damit werden
unterschiedliche Verschlusszeiten möglich. Und zur besseren Planlage
des Films in der Kamera weist die Bodenplatte eine rechtwinkelig dazu
angebrachte Filmandruckplatte auf, die beim Schließen der Kamera in das
Gehäuse eingeführt wird und den Film an die Filmführung andrückt.
Damit sollten Unschärfen durch die Wölbung des Kleinbildfilms in der
Kamera vermieden werden. Auch das ist eine Einrichtung, die man auch in
allen heutigen Kameras und allen Kleinbildkameras seit der ersten Leica
findet.
Sicherlich eine
Besonderheit der Leica, vom ersten Prototypen an, war, dass die Kamera
über keine aufklappbare Rückwand verfügt, sondern der Film vom Boden her
eingelegt wird. Bei dieser Lösung ist Leitz und nunmehr Leica bei allen
Modellen für Film geblieben: auch bei dem - jüngsten - Modell MP muss
man den Bodendeckel abnehmen und den Film vom Kameraboden her in das
Gehäuse einführen - auch wenn es bei den Modellen ab M3 eine Klappe auf
der Rückwand gibt, die diesen Vorgang leichter kontrollierbar macht.
Grund für Barnacks
Entscheidung war die größere Stabilität des Gehäuses bei der von ihm
gewählten Lösung gegenüber einer aufklappbaren Rückwand. Damit erkauft
wurde allerdings ein gewisses Maß an Fummelei beim Filmeinlegen. Wie bei
allem, was die Leica betrifft, gibt es eine überwältigende Anzahl von
Apologeten und Jublern, die sich gar nichts besseres vorstellen können,
auch wenn die Industrie (außer Leitz und nunmehr Leica) einen anderen
Weg beschritten hat.
Dabei muss man zusätzlich
immer bedenken, dass jeder Film damals einen längeren Filmanschnitt
besaß, sodass das heute nötige manuelle Verlängern des Filmanschnitts
zwecks klaglosen Filmeinlegens entfallen konnte - in den 60er-Jahren des
vergangenen Jahrhunderts hat die Filmindustrie beschlossen, den
Filmanschnitt zu verkürzen, da - außer bei der Leica - der lange
Anschnitt entbehrlich war.
Allen Apologeten und
Jublern ist entgegenzuhalten, dass sich Barnack offenbar der inherenten
Schwäche seiner Konstruktion durchaus bewusst war. Denn erst unlängst
ist ein Prototyp einer Leica I (Model A) aus dem Jahre 1927 aufgetaucht, die über einen
abnehmbaren Rückteil verfügt - die Kamer wurde im November 2006 in Wien
versteigert.

©
Leicashop Wien
Zur
Fortsetzung
(2. Teil der Anfänge der Leica)
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