|
|
|
|
Inhalt
1. Wechsel-
LEICA III,
LEICA IIIf
1931 mit
Bedienung |
LEICA M3
Mit der LEICA M3 wollte Leitz ein neues Kapitel in der Entwicklungsgeschichte der LEICA beginnen – und das ist gelungen. Die LEICA M3 ist die erste LEICA, für die ausreichend genaue Konstruktionszeichnungen erstellt wurden einschließlich der Toleranzen für jeden Bestandteil. Dies ermöglichte einen neuartigen Zusammenbau: die Teile passen und was nicht passt, wird spätestens bei der Endkontrolle ausgeschieden. Vorbei sind die Zeiten des sprichwörtlichen Holzhammers, mit dem so lange an den Bestandteilen der Schraub-LEICAs herumgebosselt wurde, bis sie passten. Die neue Baumethode ermöglicht nicht nur eine weniger zeitraubende und daher rationellere Fertigung, sie ermöglicht auch die Beschäftigung weniger perfekt ausgebilderter Monteure. Man sollte sich dies immer vor Augen halten, denn in Sammler- und Liebhaberkreisen geistert immer wieder die Mär herum, die späteren Exemplare der Serie seien "besser" und "genauer", weil die Monteure ja eine bereits jahrelange Erfahrung beim Zusammenbau der Kamera gehabt hätten. Es ist einfach nicht wahr, dass alle LEICA M3 unter der Fertigungsnummer 1 100 000 weniger gut sind. Aber natürlich mag es einzelne Kameras geben, bei denen sozusagen "alles stimmt". Auf Haltbarkeit und Funktionsfähigkeit hat das jedoch keinen Einfluss. Dass mit der LEICA M3
ein neues Kapitel in der Entwicklungsgeschichte der LEICA beginnt, kommt
übrigens schon in der Typenbezeichnung der neuen Kamera zum Ausdruck.
Vorbei ist die Bezeichnung der einzelnen Grundmodelle mit römischen
Ziffern und der Varianten und Weiterentwicklungen mit Kleinbuchstaben. Das M
steht
einfach für "Messsucher" und die "3" deutet auf die
drei eingespiegelten Leuchtrahmen für die drei Brennweiten 50, 90 und
135mm hin. Man sagt, viele Eigentümer einer LEICA M3 hätten
sich den Sucher der 1994 auf den Markt gebrachten Sucher der M6J in ihre
M3 einbauen lassen. In diesem Sucher wurde auch der Rahmen für 35mm
eingespiegelt. Diese Modifikation war nicht billig, aber anstandslos
möglich. Sie erhielten damit die Möglichkeit, moderne
Weitwinkelobjektive ohne Sucherbrille und ohne lästigen Aufstecksucher
an ihren M3s zu verwenden. Bleibt nachzutragen,
dass die Belichtungsmesser von Metrawatt (Leicameter MC und MR in
verschiedenen Ausführungen) heutzutage mit Vorsicht zu genießen sind.
Erstens neigen die Selenzellen in den Leicametern MC dazu, allmählich
den Geist aufzugeben, zweitens wird in den - ohnehin überlegenen -
Leicametern MR eine nicht mehr erhältliche Quecksilberoxyd-Zelle mit
1,35 V Spannung verwendet, die in den USA und in der EU verboten ist. Es
gibt zwar passende Batterien, aber keine ist ein wirklicher
Ersatz. Nach der offiziellen Liste von Leitz wurden nur insgesamt 1.320 schwarz lackierte M3 in insgesamt 12 Jahren verkauft.
Ein Segen für die Eigentümer schwarzer M3, den jede ist heute viel Geld wert, jedenfalls unvergleichlich mehr als die verchromten Gegenstücke. Warum das so ist? Weil jeder Sammler auch alle exotischen Varianten haben will. Es gibt halt heutzutage mehr als nur 1.320 Sammler. Daher heißt es aufpassen: nicht jede schwarze M3 ist eine echte schwarze M3. Nicht nur gibt es einen Herrn in Japan, der für viel Geld jede LEICA M3 in eine schwarze LEICA umfärbt, ganz offiziell; nicht nur gibt es die Fälscher, die dies mit wechselndem Geschick inoffiziell tun. Es gibt auch die schwarzen M3, die über besonderen Kundenwunsch ganz offiziell von Leitz in Schwarz lackiert wurden, aber eben nicht zu den schwarzen Serien der offiziellen Liste gehören. Sie sind auch weniger wert als die offiziellen Schwarzen. Zur Ehre des amerikanischen Fotografen Alfred Eisenstaedt wurde 1955 eine verchromte LEICA M3 mit einem LEICAvit-Schnellaufzug ausgestattet und besonders nummeriert: M3E-1. Ebenfalls 1955 wurden für den Fotografen David Douglas Duncan vier schwarz lackierte M3 mit LEICAvit gebaut und nach dem Schema M3D-x durchnummeriert. Mit der M3 wurde übrigens auch der Reigen der Sondermodelle eröffnet. Die - vergoldete - M3 mit der Nummer M3 1 000 001 wurde 1960 dem eben erwähnten Alfred Eisenstaedt geschenkt, von der nicht nummerierten LEICA M3 nicht zu reden, die anlässlich eines Staatsbesuches der britischen Königin Elizabeth II. überreicht wurde. Eine Kuriosität am Rande: In Japan hat viele Jahre lang eine Firma, die sich auf technische Spielzeuge spezialisierte (technisches Spielzeug heißt etwas in Japan!) unter dem Markennamen Sharan auf ca. 1/3 verkleinerte Nachbildungen bekannter Kameras erzeugt und offenbar erfolgreich verkauft. Dazu gehören Nachbildungen der Rolleiflex, der Contax, Nikon F sowie der Leica IIIf und der Leica M3. Alle diese Kameras verwendeten Minox-Kassetten und lieferten Aufnahmen im Format 8x11mm. Auf Grund eines Abkommens zwischen Minox und Megahouse darf Minox einzelne diese Modelle unter eigenem Namen anbieten und tut nun so, als wären es Eigenentwicklungen. Derzeit wird auf dieser Basis auch eine verkleinerte Nachbildung der Leica M3 als Digitalkamera angeboten; die Kamera sieht so aus:
Es handelt sich dabei um eine durchaus handliche Digitalkamera mit einem 3,2 MB auflösenden Sensor, Objektiv mit (auf Kleinbild umgerechneter) Brennweite 42 und einer größten Blende von f/3. Details finden sich auf den Webseiten von Minox (www.minox.de unter <Classic Cameras>), wo es auch die Gebrauchsanleitung zum Herunterladen gibt - gratis. Lobenswert! Dass die Kamera SD-Speicherkarten bis zu einer Kapazität von 4 MB verwenden kann, ist insofern bemerkenswert, als die über € 4000 teure (große) Leica M8 (von Leica!) dazu nicht im Stande ist. Aber es hat schon etwas für sich, wenn man eine Kamera wie die Minox-M3 in Japan bauen lässt. LEICA MP (auf Basis der M3) Die LEICA
MP (nicht zu verwechseln mit der 2003 präsentierten NEUEN LEICA MP auf
Basis der LEICA M6 -
Näheres
hier) entstand durch eine Kombination einer
LEICA M3 und einzelnen
Merkmalen der LEICA M2 mit einem speziellen Schnellaufzug LEICAvit im
Kameraboden. Geliefert wurde die LEICA MP von Anfang Oktober 1956 bis
Mitte August 1958 in insgesamt nur 402 Exemplaren, von denen die letzten
250 Stück in verchromter Ausführung geliefert wurden, die früheren
mit schwarzer Lackierung. Es gibt schließlich auch eine sehr kleine Serie der LEICA MP2 auf der Basis der LEICA M2. Von der MP unterscheiden sich diese Kameras vor allem im Sucher, welche bei der MP2 die Sucherrahmen für die Brennweiten ab 35mm einspiegelt. Diese 1962 und 1963 in einer Stückzahl von etwa 20 Kameras erzeugte MP2 wurden nicht nur mit dem Leicavit geliefert, sondern in die Gehäuse waren zusätzlich die Anschlüsse für einen elektrischen Motor eingebaut. Als solchen gab es eine von Leitz selbst entwickelte Version mit einem angebauten und nach unten abstehenden Handgriff, der die Batterien enthielt. Übrigens war schon seit 1962 ein Motor einer amerikanischen Firma, Camcraft of Madison in Wisconsin, lieferbar, mit dem man bei Belichtungszeiten kürzer als 1/50sec bis zu 3,6 Bildern in der Sekunde machen konnte. Mehr noch, die Firma adaptierte in den USA auf Bestellung eine jede M2, M1 oder MP für den Anschluss an diesen Motor. Etwas später wurde ein weiterer Motor lieferbar, der Remodrive der Firma Technical Photomation Instruments in Los Angeles. Leitz erkannte die Vorzüge dieses Produkts, gab die Eigenentwicklung auf und kaufte die Rechte am Remodrive. So wurde aus diesem Motor der später für die LEICA M2 und die M4 lieferbare Motor von Leitz. Vergleichbare Motoren waren auch für die Nikon F lieferbar; diesen letzteren ist zu verdanken, dass sich das Konzept des Motors mit angebautem Batteriebehälter durchsetzte, an Stelle des älteren mit einem mehr oder minder langem Kabel zu einem Behälter, den der Fotograf in der Rocktasche oder sonstwo mit sich herumtrug.
|
| Hinauf | Peter LAUSCH
Rechtliches
|