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Die LEICA M3
Die
LEICA IV, von der noch mindestens ein Exemplar im Werksmuseum vorhanden
ist, unterscheidet sich sowohl vom Aussehen als auch im Innenleben ganz
wesentlich von den um 1935/1936 verkauften LEICAmodellen (LEICA II,
LEICA III, LEICA Standard). Die Kamera behält zwar an sich das schlanke
Gehäuse mit den abgerundeten Seitenflächen bei, das für alle SchraubLEICAs typisch ist. Sie weist jedoch bereits einen Messsucher
auf, in welchem, nach dem Vorbild der Contax das Bild des
Entfernungsmessers mittig eingespiegelt ist. Dadurch entfällt der lästige und
(relativ gesehen) umständliche Wechsel von Einblick in das Fenster des
Entfernungsmessers, um die Schärfe einzustellen und danach im eigentlichen Sucher
die nachfolgende Festlegung des Bildausschnitts. Damit wären auch die vielen ein wenig unscharfen Aufnahmen
vermieden worden, die mit SchraubLEICAs häufig deshalb entstehen, weil
sich das Motiv (kritisch bei Aufnahmen aus der Nähe und bei großen
Blenden) zwischen Messung
der Entfernung und Belichtung nach vorne oder nach hinten bewegt hat. Zwischen 1952 und 1953 wurden insgesamt 65 Prototypen der nachmaligen M3 hergestellt; sie sind nicht als LEICA M3 graviert und tragen statt der Seriennummer eine vierstellige Nummer, z. B. 0052. Wie es sich für eine Vorserie gehört, wiesen die einzelnen Kameras gegenüber der Serienkamera LEICA M3, aber auch untereinander, verschiedene Unterschiede, aber auch einheitliche Ausstattungsmerkmale auf, die nicht in die Serie übernommen wurden. Das automatische Bildzählwerk fehlte noch bei der Vorserie; statt dessen befindet sich rechts neben dem Auslöser und Transporthebel ein manuell einzustellendes und außen liegendes Bildzählwerk, ausgebildet als eine Scheibe, die in der Größe dem Zeitenknopf entspricht. Es gibt mindestens ein Exemplar mit einem Transportknopf statt eines Transporthebels. Der Rückspulknopf ganz links (in Aufnahmehaltung) hat zwar die vertraute Form, der Film wird aber entgegen dem Uhrzeigersinn zurückgespult. Manche Gehäuse haben eine leicht eckige Form, z. B. Nr. 0035. Alle weisen sie zwar den vertrauten Zeitenknopf auf, bei fast allen, wenn nicht bei überhaupt allen, finden sich noch die früher gebräuchlichen Zeiten, z. B. 1/50, 1/25, 1/10. Einige Exemplare wurden auch mit einem als Bodendeckel ansetzbaren elektrischen Motor ausgeführt. Ein solcher ist im Herbst 2008 bei einem wohlbekannten Händler in Deutschland aufgetaucht - ich kann ihn mangels Rechten am Bild nicht zeigen. Diese Versuchsmodelle wurde teils vertraulich an mit der Firma verbundene Fotografen, überwiegend jedoch an Werkspersonal ausgehändigt, damit sie Erfahrungen sammeln und an das Werk weitergeben konnten. Danach wurden die Kameras teilweise wieder zerlegt und wurden die mechanischen Teile auf Verschleiß etc. geprüft. Die demontierten Teile wurden verschrottet. Wie bei allen solchen Versuchsträgern ist daher von den 65 Exemplaren nur mehr ein kleiner Teil vorhanden; angeblich sollen es maximal 20 Stück sein, die bei Leitz oder aber bei verschiedenen Sammlern erhalten sind. Wie sie in den Besitz von Sammlern gerieten, bleibt der Fantasie überlassen. Im - offiziellen - Handel tauchten solche Prototypen Jahrzehnte lang nicht auf. Neuerdings ist allerdings bei LEICA offenbar die Entscheidung gefallen, sich von solchen, allenfalls ohnehin mehrfach vorhandenen Prototypen zu trennen und diese Kameras zu Geld zu machen. Einiges ist daher bei Auktionen zu kaufen gewesen, anderes bieten mehrere Händler im Internet für teures Geld an, manches findet man in einschlägigen Foren abgebildet. Anscheinend ist da im Lauf der Jahre manches aus dem Lager verschwunden, geht das Gerücht. * Wer je
ein Objektiv an eine SchraubLEICA angeschraubt hat, weiß, dass die
Schraubfassung zwar durchaus zuverlässig, aber umständlich zu benutzen
und sozusagen nicht das
Gelbe vom Ei ist. Auch gibt es mit einer Schraubfassung mancherlei
Probleme. Nicht zu reden von den Eigentümern solcher Kameras, die
das Objektiv verkantet ansetzen und dann mit Gewalt an der Kamera
befestigen: das steigert den Umsatz der Reparaturwerkstätten. Gar nicht
zu reden ferner von der vertrackten Gewindesteigung von 0,997mm, die man
noch Oskar Barnack verdankt. Warum übrigens Barnack ein Gewinde mit 26
Windungen per Inch verwendete und kein metrisches, ist nachträglich
nicht mehr festzustellen, aber Tatsache. Auf die Verwendbarkeit von
Kameras und Leitz-Objektiven hat das keine Auswirkungen; nach 1945 sind
allerdings manche japanische
Erzeuger mit ihren nachgebauten Objektiven gescheitert, weil sie
irrtümlich meinten, das Gewinde sei metrisch. Canon hat etliche Jahre
benötigt, bis dieser Mangel beseitigt war. Ein solches Gewinde muss mit möglichst kleinen Toleranzen gefertigt
sein, sonst sitzt
beim angeschraubten Objektiv der Index nicht genau in Stellung 12 Uhr,
sondern seitlich verschoben. Das ist zwar nur ein Schönheitsfehler,
stört aber viele Benutzer. Diese Besonderheit ergibt sich fast nur bei
Verwendung von Fremdobjektiven; die russischen Objektive sind dafür bekannt und seit Cosina
Schraubobjektive fertigt, kommt es auch bei den "Voigtländer"-Objektiven
vor. Was unterscheidet die LEICA M3 von allen Vorgängermodellen und was sind die wichtigsten Neuerungen? Die LEICA M3 ist die erste LEICA mit
Nicht vergessen werden sollten viele kleine Konstruktionsänderungen ohne wesentliche Bedeutung für die Funktion, wie sie bei neuen Produkten regelmäßig vorgenommen werden - ohne dass darüber geredet wird. Um nur ein Beispiel zu nennen: alle M3 vom ersten Serienexemplar mit Nr. 700.000 (das übrigens an den damals bekannten LEICA-Fotograf Prof. Kruckenhauser verschenkt wurde) bis zur Nummer 844.000 weisen eine Filmandruckplatte aus Glas auf, alle späteren eine aus Metall. Warum sich Leitz übrigens bis 1958 den Doppelaufzug beibehalten hat und erst die Kameras ab Nr. 915251 den gängigen Verschlusssaufzug und Filmtransport mit einem Hebelschwung bewerkstelligen, ist nicht klar. Anscheinend fürchteten rückwärtsgewandte Techniker, dass Film oder Patrone durch den Aufzug mit einem Hebelschwung beschädigt werden könnten - bei der Konkurrenz war das nicht der Fall und ob es bei LEICAs in der Testphase vorgekommen ist, weiß heute kein Mensch zu sagen. Aber es gibt LEICA-Fans, die meinen, 2x kurz sei schneller als 1x lang. Für Käufer einer gebrauchten M3: die Double Strokes sind meist etwas teurer bei gleichem Erhaltungszustand. Mit der LEICA M3 wollte Leitz ein neues Kapitel in der Entwicklungsgeschichte der LEICA beginnen – und das ist gelungen. Die LEICA M3 ist die erste LEICA, für die nicht nur genaue Konstruktionszeichnungen erstellt wurden, sondern auch die Toleranzen für jeden Bestandteil. Dies ermöglichte einen neuartigen Zusammenbau: die Teile passen und was nicht passt, wird ausgeschieden. Vorbei sind die Zeiten des sprichwörtlichen Holzhammers, mit dem so lange an den Bestandteilen der Schraub-LEICAs herumgebosselt wurde, bis sie passten. Die neue Baumethode ermöglicht nicht nur eine weniger zeitraubende und daher rationellere Fertigung, sie ermöglicht auch die Beschäftigung weniger perfekt ausgebildeter Monteure. Man sollte sich dies vor Augen halten, denn in Sammler- und Liebhaberkreisen geistert immer wieder die Mär herum, die späteren Exemplare der Serie seien "besser" und "genauer", weil die Monteure ja eine bereits jahrelange Erfahrung beim Zusammenbau der Kamera gehabt hätten. Es ist einfach nicht wahr, dass alle LEICA M3 unter der Fertigungsnummer 1 100 000 weniger gut sind. Aber natürlich mag es einzelne Kameras geben, bei denen sozusagen "alles stimmt". Auf Haltbarkeit und Funktionsfähigkeit hat das jedoch keinen Einfluss. Dass mit der LEICA M3
ein neues Kapitel in der Entwicklungsgeschichte der LEICA beginnt, kommt
übrigens schon in der Typenbezeichnung der neuen Kamera zum Ausdruck.
Vorbei ist die Bezeichnung der einzelnen Grundmodelle mit römischen
Ziffern und der Varianten und Weiterentwicklungen mit Kleinbuchstaben. Das M
steht
einfach für "Messsucher" und die "3" deutet auf die
drei eingespiegelten Leuchtrahmen für die drei Brennweiten 50, 90 und
135mm hin. Als diese Objektive nicht mehr lieferbar waren, konnte man sich zu einem brillenlosen Weitwinkel einen Aufstecksucher kaufen, oder - beim bisherigen Objektiv bleiben.
Man sagt, einige Eigentümer einer LEICA M3 hätten sich in ihre M3 einen für die 1994 auf den Markt gebrachten M6J gedachten Sucher einbauen lassen. In diesem Sucher wurde auch der Rahmen für 35mm eingespiegelt. Diese Modifikation war nicht billig, aber anstandslos möglich. Sie erhielten damit die Möglichkeit, moderne Weitwinkelobjektive ohne Sucherbrille und ohne lästigen Aufstecksucher an ihren M3s zu verwenden. * Manche Modelle der Konkurrenz auf dem Weltmarkt verfügten schon 1954 über einen eingebauten
Belichtungsmesser, bei vielen war ein separater kleiner
Belichtungsmesser ansetzbar. Deshalb wurde der eingebaute Belichtungsmesser bei der
damals neuen
LEICA
M3 nicht wirklich vermisst. Wer unbedingt die Belichtung messen wollte, benutzte einen
Handbelichtungsmesser; außerdem erschienen sehr bald auch zu den M-LEICAs aufsteckbare, mit dem Verschlusszeitenrad gekuppelter
Belichtungsmesser von Metrawatt, zuerst mit Selenzelle, in späteren Jahren dann mit CdS-Zelle,
alle im Erscheinungsbild auf die LEICA abgestimmt. Das
genügte zunächst den Anforderungen. Bleibt nachzutragen, dass die Belichtungsmesser von Metrawatt (LEICAmeter M und MC mit Selenzelle <Modell M mit Klappe, MC ohne Klappe> sowie MR und MR-4 in verschiedenen Ausführungen) seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt werden und außerdem heutzutage mit Vorsicht zu genießen sind. Erstens neigen die Selenzellen in den LEICAmetern M und MC dazu, allmählich den Geist aufzugeben, zweitens wird in den - messtechnisch ohnehin überlegenen - LEICAmetern MR und MR-4 mit CdS-Zellen eine nicht mehr erhältliche Quecksilberoxyd-Zelle mit 1,35 V Spannung verwendet, die in den USA und in der EU verboten ist. Es gibt zwar von der Größe her passende Batterien, aber keine ist ein wirklicher Ersatz, weil sie eine Spannung von 1,5 V besitzen und die Spannung allmählich abfällt, je länger die Batterie in Betrieb ist. Wahrscheinlich am besten verwendet man Zink/Luft-Batterien und nimmt deren geringe Lagerfähigkeit von 1 Monat bis 1 Jahr (auch ohne Benutzung) in Kauf. * Dazu kamen noch andere
Flops, an denen Leitz keine Schuld trug: Der Niedergang des Schmalfilms
und damit die Einstellung der Produktion der Leicina (in verschiedenen
Modellen für Normal- und Super-8) und die gerade noch gestoppte
Produktion einer LEICA für das von Kodak lancierte Pocket-Format. Heute
ist die Leicina als ungeliebtes Kind von LEICA vergessen, in Unterlagen
und quasi-offiziellen Geschichten der Leitz-Werke wird sie vielfach gar
nicht erwähnt. Aber das ist eine Geschichte, die andere schreiben
sollten - selbst bei Google findet man kaum etwas über diese
Schmalfilmkamera, außer eBay-Angebote. Zwischen 1954 und 1966 wurden mehr als 225.000 Exemplare erzeugt und verkauft. Manchmal findet man die Angabe, die M3 sei bis 1968 erzeugt worden. Jein. Im Jahr 1968 wurde, nachdem die Serienfertigung bereits beendet war, über Bestellung der Bundeswehr ein letztes Lieferlos von etwas über 100 oliv lackierten M3 erzeugt. In Sammlerkreisen sind diese Kameras sehr begehrt und es gibt viele Fälschungen. Es zahlt sich aus, eine solche M3 vor dem Kauf von einem anerkannten Experten prüfen zu lassen, um nicht auf eine Fälschung hereinzufallen - ich bin übrigens kein solcher Experte. Bei praktisch allen anderen waren die Metallteile hell verchromt. Nach der inoffiziellen Liste (die auf offiziellen Unterlagen beruht) von Leitz erzeugter Kameras wurden nur insgesamt 1.320 schwarz lackierte M3 in insgesamt 12 Jahren verkauft.
Schwarze Kameras waren nicht in Mode. Seit der LEICA I waren die schwarzen Kameras weniger beliebt als die verchromten Varianten. Das mag einen praktischen Grund gehabt haben: die schwarze Lackierung war weniger haltbar als die Verchromung. Das Messinggehäuse kam alsbald zum Vorschein. Daher kauften wohl nur einige Reporter schwarz lackierte LEICA M3, weil sie meinten, sie fielen mit ihren schwarzen Kameras nicht so auf - und fielen doch auf wie weiße Raben. Dabei kostete die schwarz lackierte Version nur wenig mehr als die verchromten Exemplare. Ein Segen für die Eigentümer schwarzer M3, denn jede ist heute viel Geld wert, jedenfalls wesentlich mehr als die verchromten Gegenstücke. Warum das so ist? Weil jeder Sammler auch alle exotischen Varianten haben will. Es gibt halt heutzutage mehr als nur 1.320 Sammler. Daher heißt es aufpassen: nicht jede schwarze M3 ist eine echte schwarze M3. Nicht nur gibt es einen Herrn in Japan, der für viel Geld jede LEICA M3 in eine schwarze LEICA umfärbt oder auch grün oder rot anmalt, sollte dies so gewünscht werden, ganz offiziell; ferner gibt es die Fälscher, die dies mit wechselndem Geschick inoffiziell tun. Es gibt auch die schwarzen M3, die über besonderen Kundenwunsch ganz offiziell von Leitz in Schwarz lackiert wurden, aber eben nicht zu den schwarzen Serien der offiziellen Liste gehören. Sie sind auch weniger wert als die offiziellen Schwarzen. Wie man die erkennt? Einfach, man wendet sich mit der Gehäusenummer an den Customer Service in Solms und fragt schön höflich, ob dies denn eine echte sei. Zur Ehre des amerikanischen Fotografen Alfred Eisenstaedt wurde 1955 eine verchromte LEICA M3 mit einem LEICAvit-Schnellaufzug ausgestattet und besonders nummeriert: M3E-1. Ebenfalls 1955 wurden für den Fotografen David Douglas Duncan vier schwarz lackierte M3 mit LEICAvit gebaut und nach dem Schema M3D-x durchnummeriert. Mit der M3 wurde übrigens auch der Reigen der Sondermodelle eröffnet. Beispielsweise eine nicht nummerierte LEICA M3, die anlässlich eines Staatsbesuches der britischen Königin Elizabeth II. überreicht wurde. Varianten: Die M3 war eine völlige Neukonstruktion. Daher war zu erwarten, dass im Lauf der Zeit zahlreiche Änderungen und Verbesserungen des Ur-Modells erfolgen würden. Ich will hier nur einige wichtige Änderungen aufzählen: 1. Die Belichtungszeiten umfassten zwar auch 1954 schon die Zeiten von 1-1/1000 Sekunde und B, aber die Zwischenwerte entsprachen noch der alten, nicht linearen Zeitenreihe; auf dem Zeitenrad fanden sich die Angaben 1,2, 5, 10, 25, 50, 100, 250, 500 und 1000 mit Blitzsymbol zwischen 30 und 60 (Synchronzeit 1/50 Sekunde) und B. Von dieser Ausführung wurden mehr als 143000 Stück hergestellt. Erst ab Kamera Nr. 854001 (1957) wurden lineare Zeiten ( ... 30, 60, 125 ... etc.) gebildet und auf dem Zeitenrad angegeben. Die Synchronzeit von 1/50 Sekunde wurde von da durch einen rot gefärbten Blitz zwischen 30 und 60 angezeigt. 2. Der Hebel für den Bildfeldwähler wurde erst seit 1955 eingebaut. 3. Der Einfachaufzug wurde erstmals 1958 ab Kamera Nr. 915251 verwendet. In der Praxis ist dies für Sammler das wichtigste Unterscheidungsmerkmal bei den verchromten Ausführungen. Daneben gibt es eine Vielzahl von kleinen Änderungen, die den Sammler interessieren mögen, für die Benützung der Kamera in Wahrheit aber ohne Belang sind und sich letztlich auch nicht auf den heutigen Kaufpreis einer M3 auswirken. Dazu gehören die geänderte Ausführung der Ösen für den Tragriemen, die Zahl der Schrauben, mit denen der Bajonettring am Gehäuse befestigt ist (anfangs 4, später 5 Stück) und beispielsweise auch die Markierung der Spindel des Rückspulknopfes (zuerst ein roter Strich, dann ein roter Punkt, schließlich 2 rote Punkte (praktisch, damit man kontrollieren kann, ob der Film beim Filmtransport tatsächlich bewegt wird).
Eine Kuriosität am Rande: In Japan hat viele Jahre lang eine Firma, die sich auf technische Spielzeuge spezialisierte (technisches Spielzeug heißt etwas in Japan!) unter dem Markennamen Sharan auf ca. 1/3 verkleinerte Nachbildungen bekannter Kameras erzeugt und offenbar erfolgreich verkauft. Dazu gehören Nachbildungen der Rolleiflex, der Contax, Nikon F sowie der LEICA IIIf und der LEICA M3. Alle diese Kameras verwendeten Minox-Kassetten und lieferten Aufnahmen im Format 8x11mm. Auf Grund eines Abkommens zwischen Minox und Megahouse darf Minox einzelne diese Modelle unter eigenem Namen anbieten und tut nun so, als wären es Eigenentwicklungen. Jahre lang wurde auf dieser Basis auch eine verkleinerte Nachbildung der LEICA M3 als Digitalkamera angeboten; die Kamera sieht so aus:
Es handelt sich dabei um eine durchaus handliche Digitalkamera mit einem 3,2 MB auflösenden Sensor, Objektiv mit (auf Kleinbild umgerechneter) Brennweite 42 und einer größten Blende von f/3. Details finden sich auf den Webseiten von Minox (www.minox.de unter <Classic Cameras>), wo es auch die Gebrauchsanleitung zum Herunterladen gibt - gratis. Lobenswert! Dass die Kamera SD-Speicherkarten bis zu einer Kapazität von 4 MB verwenden kann, ist insofern bemerkenswert, als die fast € 4000 teure (große) LEICA M8 (von LEICA!) dazu erst seit einem Firmware-Update Ende 2008 im Stande ist. Aber es hat schon etwas für sich, wenn man eine Kamera wie die Minox-M3 in Japan bauen lässt. LEICA MP (auf Basis der M3) Die LEICA MP (nicht zu verwechseln mit der 2003 präsentierten NEUEN LEICA MP auf Basis der LEICA M6 - Näheres hier) entstand durch eine Kombination einer LEICA M3 und einzelnen Merkmalen der LEICA M2 mit einem speziellen Schnellaufzug LEICAvit im Kameraboden. Geliefert wurde die LEICA MP von Anfang Oktober 1956 bis Mitte August 1958 in insgesamt nur 402 Exemplaren, von denen die letzten 250 Stück in verchromter Ausführung geliefert wurden, die früheren mit schwarzer Lackierung.
Es gibt schließlich auch eine sehr kleine Serie der LEICA MP2 auf der Basis der LEICA M2. Von der MP unterscheiden sich diese Kameras vor allem im Sucher, welche bei der MP2 die Sucherrahmen für die Brennweiten ab 35mm einspiegelt. Diese 1962 und 1963 in einer Stückzahl von etwa 20 Kameras erzeugte MP2 wurden nicht nur mit dem LEICAvit geliefert, sondern in die Gehäuse waren zusätzlich die Anschlüsse für einen elektrischen Motor eingebaut. Als solchen gab es eine von Leitz selbst entwickelte Version mit einem angebauten und nach unten abstehenden Handgriff, der die Batterien enthielt. Übrigens war schon seit 1962 ein Motor einer amerikanischen Firma, Camcraft of Madison in Wisconsin, lieferbar, mit dem man bei Belichtungszeiten kürzer als 1/50sec bis zu 3,6 Bildern in der Sekunde machen konnte. Mehr noch, die Firma adaptierte in den USA auf Bestellung eine jede M2, M1 oder MP für den Anschluss an diesen Motor. Etwas später wurde ein weiterer Motor lieferbar, der Remodrive der Firma Technical Photomation Instruments in Los Angeles. Leitz erkannte die Vorzüge dieses Produkts, gab die Eigenentwicklung auf und kaufte die Rechte am Remodrive. So wurde aus diesem Motor der später für die LEICA M2 und die M4 lieferbare Motor von Leitz. Vergleichbare Motoren waren auch für die Nikon F lieferbar; diesen letzteren ist zu verdanken, dass sich das Konzept des Motors mit angebautem Batteriebehälter durchsetzte, an Stelle des älteren mit einem mehr oder minder langem Kabel zu einem Behälter, den der Fotograf in der Rocktasche oder sonstwo mit sich herumtrug. Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Peter LAUSCH
Rechtliches
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