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Inhalt
1. Wechsel-
LEICA III,
LEICA IIIf
1931 mit
Bedienung |
Die Leica M3
Die
Leica IV, von der noch mindestens ein Exemplar im Werksmuseum vorhanden
ist, unterscheidet sich sowohl vom Aussehen als auch im Innenleben ganz
wesentlich von den um 1935/1936 verkauften Leicamodellen (LEICA II,
LEICA III, LEICA Standard). Die Kamera behält zwar an sich das schlanke
Gehäuse mit den abgerundeten Seitenflächen bei, das für alle
Schraubleicas typisch ist. Sie weist jedoch bereits einen Messsucher
auf, in welchem, nach dem Vorbild der Contax das Bild des
Entfernungsmessers mittig eingespiegelt ist. Dadurch entfällt der lästige und
(relativ gesehen) umständliche Wechsel von Einblick in das Fenster des
Entfernungsmessers, um die Schärfe einzustellen und danach im eigentlichen Sucher
die nachfolgende Festlegung des Bildausschnitts. Damit wären auch die vielen ein wenig unscharfen Aufnahmen
vermieden worden, die mit Schraubleicas häufig deshalb entstehen, weil
sich das Motiv (kritisch bei Aufnahmen aus der Nähe und bei großen
Blenden) zwischen Messung
der Entfernung und Belichtung nach vorne oder nach hinten bewegt hat. Zwischen 1952 und 1953 wurden insgesamt 65 Prototypen der nachmaligen M3 hergestellt; sie sind nicht als Leica M3 graviert und tragen statt der Seriennummer eine vierstellige Nummer, z. B. 0052. Wie es sich für eine Vorserie gehört, wiesen die einzelnen Kameras gegenüber der Serienkamera Leica M3, aber auch untereinander, verschiedene Unterschiede, aber auch einheitliche Ausstattungsmerkmale auf, die nicht in die Serie übernommen wurden. Das automatische Bildzählwerk fehlte noch bei der Vorserie; statt dessen befindet sich rechts neben dem Auslöser und Transporthebel ein manuell einzustellendes und außen liegendes Bildzählwerk, ausgebildet als eine Scheibe, die in der Größe dem Zeitenknopf entspricht. Es gibt mindestens ein Exemplar mit einem Transportknopf statt eines Transporthebels. Der Rückspulknopf ganz links (in Aufnahmehaltung) hat zwar die vertraute Form, der Film wird aber entgegen dem Uhrzeigersinn zurückgespult. Manche Gehäuse haben eine leicht eckige Form, z. B. Nr. 0035. Alle weisen sie zwar den vertrauten Zeitenknopf auf, bei fast allen, wenn nicht bei überhaupt allen, finden sich noch die früher gebräuchlichen Zeiten, z. B. 1/50, 1/25, 1/10. Einige Exemplare wurden auch mit einem als Bodendeckel ansetzbaren elektrischen Motor ausgeführt. Ein solcher ist im Herbst 2008 bei einem wohlbekannten Händler in Deutschland aufgetaucht - ich kann ihn mangels Rechten am Bild nicht zeigen. Diese Versuchsmodelle wurde teils vertraulich an mit der Firma verbundene Fotografen, überwiegend jedoch an Werkspersonal ausgehändigt, damit sie Erfahrungen sammeln und an das Werk weitergeben konnten. Danach wurden die Kameras teilweise wieder zerlegt und wurden die mechanischen Teile auf Verschleiß etc. geprüft. Die demontierten Teile wurden verschrottet. Wie bei allen solchen Versuchsträgern ist daher von den 65 Exemplaren nur mehr ein kleiner Teil vorhanden; angeblich sollen es maximal 20 Stück sein, die bei Leitz oder aber bei verschiedenen Sammlern erhalten sind. Wie sie in den Besitz von Sammlern gerieten, bleibt der Fantasie überlassen. Im - offiziellen - Handel tauchten solche Prototypen Jahrzehnte lang nicht auf. Neuerdings ist allerdings bei Leica offenbar die Entscheidung gefallen, sich von solchen, allenfalls ohnehin mehrfach vorhandenen Prototypen zu trennen und diese Kameras zu Geld zu machen. Einiges ist daher bei Auktionen zu kaufen gewesen, anderes bieten mehrere Händler im Internet für teures Geld an, manches findet man in einschlägigen Foren abgebildet. Anscheinend ist da im Lauf der Jahre manches aus dem Lager verschwunden, geht das Gerücht. * Wer je
ein Objektiv an eine Schraubleica angeschraubt hat, weiß, dass die
Schraubfassung zwar durchaus zuverlässig, aber umständlich zu benutzen
und sozusagen nicht das
Gelbe vom Ei ist. Auch gibt es mit einer Schraubfassung mancherlei
Probleme. Nicht zu reden von den Eigentümern solcher Kameras, die
das Objektiv verkantet ansetzen und dann mit Gewalt an der Kamera
befestigen: das steigert den Umsatz der Reparaturwerkstätten. Gar nicht
zu reden ferner von der vertrackten Gewindesteigung von 0,997mm, die man
noch Oskar Barnack verdankt. Warum übrigens Barnack ein Gewinde mit 26
Windungen per Inch verwendete und kein metrisches, ist nachträglich
nicht mehr festzustellen, aber Tatsache. Auf die Verwendbarkeit von
Kameras und Leitz-Objektiven hat das keine Auswirkungen; nach 1945 sind
allerdings manche japanische
Erzeuger mit ihren nachgebauten Objektiven gescheitert, weil sie
irrtümlich meinten, das Gewinde sei metrisch. Canon hat etliche Jahre
benötigt, bis dieser Mangel beseitigt war. Ein solches Gewinde muss mit möglichst kleinen Toleranzen gefertigt
sein, sonst sitzt
beim angeschraubten Objektiv der Index nicht genau in Stellung 12 Uhr,
sondern seitlich verschoben. Das ist zwar nur ein Schönheitsfehler,
stört aber viele Benutzer. Diese Besonderheit ergibt sich fast nur bei
Verwendung von Fremdobjektiven; die russischen Objektive sind dafür bekannt und seit Cosina
Schraubobjektive fertigt, kommt es auch bei den "Voigtländer"-Objektiven
vor. Was unterscheidet die Leica M3 von allen Vorgängermodellen und was sind die wichtigsten Neuerungen? Die Leica M3 ist die erste Leica mit
Nicht vergessen werden sollten viele kleine Konstruktionsänderungen ohne wesentliche Bedeutung für die Funktion, wie sie bei neuen Produkten regelmäßig vorgenommen werden - ohne dass darüber geredet wird. Um nur ein Beispiel zu nennen: alle M3 vom ersten Serienexemplar mit Nr. 700.000 (das übrigens an den damals bekannten Leica-Fotograf Prof. Kruckenhauser verschenkt wurde) bis zur Nummer 844.000 weisen eine Filmandruckplatte aus Glas auf, alle späteren eine aus Metall. Warum sich Leitz übrigens bis 1958 den Doppelaufzug beibehalten hat und erst die Kameras ab Nr. 915251 den gängigen Verschlusssaufzug und Filmtransport mit einem Hebelschwung bewerkstelligen, ist nicht klar. Anscheinend fürchteten rückwärtsgewandte Techniker, dass Film oder Patrone durch den Aufzug mit einem Hebelschwung beschädigt werden könnten - bei der Konkurrenz war das nicht der Fall und ob es bei Leicas in der Testphase vorgekommen ist, weiß heute kein Mensch zu sagen. Aber es gibt Leica-Fans, die meinen, 2x kurz sei schneller als 1x lang. Für Käufer einer gebrauchten M3: die Double Strokes sind meist etwas teurer bei gleichem Erhaltungszustand.
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| Hinauf | Peter LAUSCH
Rechtliches
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