Die LEICA IIIf, IIf und If

LEICA IIIf

Im Jahre 1950 lieferte Leitz erstmals eine weiterentwickelte IIIc aus, die letztlich auch Eigenschaften der nur in geringer Zahl erzeugten LEICA IIId aufweist. Im übrigen ist die LEICA IIIc in ihrer langen Produktionszeit mehrmals in Kleinigkeiten verändert und weiterentwickelt worden. Eigentlich hätte man die späten Exemplare durchaus auch als LEICA IIIe bezeichnen können. Dieser Auffassung waren möglicherweise auch die Leute, welche bei Leitz für die Namensgebung zuständig waren. Warum es bei IIIc blieb, ist nicht bekannt geworden, jedenfalls fehlt dementsprechend eine LEICA IIIe im Stammbaum.
   Der wesentliche Unterschied zur weiterentwickelten IIIc liegt bei den ersten Serien der IIIf in der Blitzsynchronisation. Ab der Nummer 615 000 wurde ein neuer und leichterer Verschluss eingebaut. Dadurch konnte die Kamera bei langen Verschlusszeiten ruhiger gehalten werden, weil sich die Vibrationen durch den Verschlussablauf reduzierten. Gleichzeitig wurde die Abstufung der Verschlusszeiten geändert.
Um die neuen Serien auch optisch von den früher gebauten Kameras zu unterscheiden, wurden die Kontaktzahlen für die Blitzsynchronisation rot ausgeführt. Man redet daher oft von der LEICA IIIf RD für Red Dial zum Unterschied von der früheren Ausführung BD. Die Unterscheidung war beim Blitzen wichtig.
   Wie ausgeführt, ist die LEICA IIIf die erste SchraubLEICA mit einer auch heute noch akzeptablen eingebauten Blitzsynchronisation für Blitzlampen und Elektronenblitz. Sie ist auch das erste LEICA-Modell, mit dem man heute noch ohne besondere Umstände blitzen kann.
   Um blitzen zu können, müssen Sie unterhalb des Drehknopfs für die (Kurz-) Zeiteinstellung einen Hebel auf eine Zahl von 0-20 einstellen. Haben Sie eine LEICA IIIf Black Dial, sind diese Zahlen schwarz und Sie stellen den Hebel auf die Zahl 2 und wählen als Belichtungszeit 1/30 Sekunde. Haben Sie eine LEICA IIIf Red Dial, blitzen Sie mit Elektronenblitz entweder in Stellung 0 mit 1/25 Sekunde oder in Stellung 20 mit 1/50 Sekunde.
   Mit Blitzbirnen könnten Sie je nach Brenndauer und Type auch andere Belichtungszeiten wählen, sofern Sie die richtige Kontaktzahl wissen. Da aber ohnehin niemand mehr mit Blitzbirnen blitzt, brauchen Sie sich darüber keine Gedanken machen. Das gleiche gilt übrigens auch für die LEICA IIf und die If.
   Eine den heutigen Vorstellungen entsprechende Blitzsynchronisation finden Sie erst bei der LEICA IIIg.
   So umständlich das bei einer LEICA IIIf auch klingen mag, die Synchronisation an sich ist schon ein Fortschritt. Noch für die LEICA IIIb mussten Sie, wollten Sie unbedingt blitzen, einen eigenen Bodendeckel kaufen, mit dem Sie mittels Hebel die Zündverzögerung einstellten und benötigten eine separate Zeitenscheibe mit einer Ausnehmung. Außerdem brauchten Sie einen aufsteckbaren Auslöser mit einem Mitnehmer und einem Batterieanschluss. Durch die Drehung der Zeitenscheibe wurde ein elektrischer Kontakt geschlossen und die Blitzbirne - bei richtiger Einstellung aller dieser Geräte - so gezündet, dass das ganze Negativ gleichmäßig belichtet wurde. Das klingt genau so, wie es gewesen sein muß.
   Sollten Sie wider Erwarten einen seltsam aussehenden Bodendeckel mit einem länglichen schwarzen Gebilde und einem scheinbar funktionslosen Hebel daheim haben, seien Sie froh, Sie haben möglicherweise einen sehr seltenen und daher bei Sammlern gesuchten Ausrüstungsteil.
   Ab 1954 wurden in alle von nun an erzeugten Kameras (ab Nr. 685 001) serienmäßig ein Selbstauslöser eingebaut. Wie bei Leitz üblich, konnte auch jede frühere IIIf nachträglich mit einem Selbstauslöser ausgerüstet werden. Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn Sie daher eine solche IIIf mit Selbstauslöser finden. Er wurde nachträglich eingebaut. Dies war deshalb möglich, weil eigentlich schon in den späteren Serien der LEICA IIIf die Öffnungen im Gehäuse für die Montage eines solchen Selbstauslösers vorhanden, aber nicht genützt wurden.
   Die LEICA IIIf ist in den Jahren 1950 bis 1957 in insgesamt 184.000 Exemplaren erzeugt worden. Erstmals in der Geschichte der LEICA (nach dem Zwischenspiel in St. Ingbert im Saarland) wurde ein Modell der LEICA auch im Ausland gefertigt: 1952 nahm die Zweigniederlassung in Midland/Ontario ihren Betrieb auf und erzeugte insgesamt 5.367 LEICA IIIf und stilgerecht dazu das damals lichtstärkste, von Leitz erhältliche Objektiv, das Summarit 1,5/50mm.
   Infolge der hohen Stückzahl ist die LEICA IIIf in gebrauchtem Zustand häufig zu sehen und auch - relativ - preiswert.

LEICA IIIf schwarz

   Praktisch alle LEICA IIIf wurden in verchromter Ausführung verkauft. Die Zeit der schwarzen "Profikamera" war noch nicht gekommen. Nur für die schwedischen Streitkräfte wurden insgesamt 100 Stück über ausdrückliche Bestellung schwarz lackiert verkauft, versehen mit passenden schwarz lackierten Elmar-Objektiven. Die Kameras entsprechen weitgehend der Standardausführung, sind allerdings, dank spezieller Kugellager und Schmiermittel, kältefest gewesen.
   Wie beim Militär üblich, gehen Kameras auch ohne Kriegseinwirkung verloren. Die schwarzen IIIf sind daher selten und erzielen hohe Preise. Klar, dass es auch von der IIIf in Schwarz sehr viele Fälschungen vornehmlich russischer Provenienz auf Basis der FED gibt. Vorsicht daher bei fast makellosen schwarzen Kameras. Die Originale schauen weniger schön aus und haben übrigens Produktionsnummern ab 822901. Die Fälscher sind so nett, im Regelfall ausgefallene Nummern auf die Gehäuseoberseite zu gravieren. Auch lässt sich eine FED von einer IIIf schön unterscheiden, wenn man sich die Mühe macht.

LEICA IIf

So wie eine Modellreihe vorher stellte Leitz der LEICA IIIf auch eine vereinfachte Version ohne die langen Verschlusszeiten (und ohne 1/1000 sec) zur Seite, die ab 1951 lieferbare LEICA IIf, die bis 1956 in insgesamt mehr als 30.000 Stück.
   Die IIf weist die gleichen konstruktiven Änderungen auf wie die IIIf sie erfuhr: es gibt also eine LEICA IIf BD und eine IIf RD. Auch wurde in die späteren Serien ab Nr. 676 564 mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1/1000sec geliefert.

LEICA If:

  Die seit 1952 erzeugte sucherlose Kamera für wissenschaftliche Zwecke gibt es so wie die IIIf und die IIf in zwei Ausführungen mit schwarzen Kontaktzahlen und ab Nr. 564001 mit roten Kontaktzahlen. 
   Die Unterscheidung ist wichtig, weil die 1.Ausführung mit schwarzen Kontaktzahlen über Verschlusszeiten von 1/25-1/500 verfügt, die mit den roten Kontaktzahlen über die neu eingeführten internationalen Verschlusszeiten 1/30-1/500. An Stelle von Sucher- und Entfernungsmessergehäuse sind auf der Oberseite des Gehäuses zwei Zubehörschuhe aufgebaut, gedacht für einen Entfernungsmesser und einen aufsteckbaren Sucher für die jeweils verwendete Brennweite. Primär gedacht war die Kamera jedoch für die Verwendung am heute sehr seltenen Visoflexansatz mit Balgengerät und an einer Reihe von Nahaufnahmegeräten, an denen auf einem seitlich verschiebbaren Schlitten Gehäuse und Sucherlupe angebracht war. Mit solchen Geräten fotografierte man vor Aufkommen der Kopiergeräte eine Vielzahl von Dingen, von ganzen Buchseiten bis zu Briefmarken etc. Auf diesem Gebiet war die Fa. Leitz sehr erfinderisch und erzeugte eine Vielzahl von Hilfsgeräten, die heutzutage allesamt anachronistisch wirken und es auch sind, seinerzeit aber vielfache Verwendung fanden. Insgesamt wurden bis 1957 15000 Stück erzeugt, davon aber nur 2000 mit den schwarzen Kontaktzahlen. Diese Version ist daher bei den Sammlern begehrter und - teurer.  

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Peter LAUSCH
Zuletzt geändert am 
12.12.2004

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