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Inhalt
Einleitung
AHNEN
URLEICA
LEICA I
Compur-
LEICA
1. Wechsel-
objektive
LEICA II
Standard-
LEICA
LEICA III,
IIIa IIIb,
IIIc,
IIId etc.
LEICA IIIf
LEICA IIIg
LEICA M2
LEICA M3
LEICA M1
LEICA M4
LEICA M5
LEICA M6
LEICA M7
Ausklang
1931 mit
der LEICA
fotogra-
fieren
Bedienung
einer Schraub-
LEICA
Kauf einer
gebrauch-
ten LEICA?
Literatur
Hochmut vor dem Fall |
Die Leica III, IIIa und IIIb sowie die
Reporter-Leica
Leica III
(in den USA als <Model F> bezeichnet
Zwischen
1933 und 1939 und parallel zur LEICA II erzeugte Leitz in stetiger
Fortentwicklung der LEICA I ein weiteres, fortentwickeltes Modell,
systematisch richtig als LEICA III bezeichnet (Abbildungen
fast aller Schraubleicas hier). Von der LEICA II
unterscheidet sich das Modell III
(Abbildung
und Kurzbeschreibung hier)
durch den an der Vorderseite des
Gehäuses, in Aufnahmehaltung rechts vom Objektiv, angebrachten
Drehknopf für die Einstellung der Langzeiten. Was man von außen nicht
sieht, ist das so genannte Langzeitenwerk, um das die Steuerung des
Verschlusses ergänzt worden war. Damit wurde einem schon jahrelang
geäußerten Wunsch von Besitzern der Vorgängermodelle Rechnung
getragen, auch mit den langen Verschlusszeiten von 1 Sekunde über 1/2,
1/4, 1/8 bis zur 1/20 Sekunde Aufnahmen machen zu können - ein
verständlicher Wunsch bei den damals noch recht lichtschwachen Filmen.
Neben
dieser, sicherlich in den meisten Fällen für den Kauf entscheidenden
Unterschieden wurde die Kamera gegenüber dem Modell II noch in weiteren
Belangen fortentwickelt, die uns heute teilweise selbstverständlich
erscheinen. Die LEICA III ist die erste LEICA mit serienmäßigen
Trageösen seitlich am Gehäuse. Das erwies sich als so praktisch, dass
auch viele Eigentümer einer LEICA II oder Standard ihre Kamera
nachträglich umrüsten ließen. Zwei andere nützliche Eigenschaften
waren bei der LEICA III ebenfalls erstmalig bei einer LEICA: Zwecks
leichterer Entfernungseinstellung bildete der Entfernungsmesser das
Motiv in 1,5-facher Vergrößerung ab. Und ferner konnte man mit einem
um den Suchereinblick angebrachten Hebel das Okular der Sehstärke des
Eigentümers anpassen, eine sehr praktische Einrichtung, die nur den
Nachteil hatte, dass dieser Hebel beim Schließen der
Bereitschaftstasche leicht verstellt wurde. Kein wirkliches Problem,
aber ein wenig lästig, und daher bei der LEICA IIIb ab 1938 beseitigt -
siehe dort.
Wer es
unbedingt wollte, konnte seine LEICA so umbauen lassen, dass der
Rapidaufzug mit der Codebezeichnung SCNOO angesetzt werden konnte. Das
war der Vorläufer des nachmaligen Leicavit zur LEICAs der Reihen f und
g bzw. der
Urahn des heute von T. Abrahamson zur LEICA M6 lieferbaren Rapidwinders.
Mit dem SCNOO wurde am Kameraboden eine Art Daumenabzug hebelartig
ausgeklappt und der Film mit einem Fingerdruck mittels eines Seilzugs
weiter transportiert. Der dem SCNOO nachfolgende MOOLY war dann ein
eigentlicher Motor mit Federwerk, der wie die folgenden Motore statt des
Bodendeckels an die Kamera geschraubt wurde.
Der ab 1953 zur Modellreihe f (und danach zur g) lieferbare
Leicavit ist hievon die verbesserte Version. Damit konnte man natürlich
schnell
hintereinander mehrere Aufnahmen machen. Die LEICA wurde, um mit den
damaligen Werbetextern zu schreiben, zur Schnellschusskamera. Der
Leicavit ermöglichte eine Bildfolge von 36 Aufnahmen in 40 Sekunden
(Originaltext). Übrigens haben Rapidaufzug,
Leicavit und der heutige Rapidwinder denselben Nachteil, den die
damaligen Werbetexter zwar erwähnen, ohne ihn aber so zu bezeichnen:
Mit der rechten Hand löst man die Kamera aus, mit der linken
transportiert man in einem Zug den Film weiter. Eigentlich
wären für die Bedienung drei Hände notwendig, sollte jemand dazwischen die Entfernung oder die Blende
korrigieren wollen, aber das wird im Werbetext nicht erwähnt.
Ab 1938 war dann zu den damals gängigen Modellen der LEICA
(II, III, IIIa und IIIb), wenn auch bei den älteren Modellen mit
einigen Anpassungen, ein statt der Bodenplatte ansetzbarer
Federwerksmotor lieferbar, mit dem dieses Problem gelöst wurde.
Übrigens: An der Gesamtfertigung des Jahres 1938, das mit
fast 43 000 Kameras die höchste Produktionsziffer vor dem Kriege hat,
sind die Modelle I mit 8,8 %; II mit 7,86 %; III mit 16,1o %, IIIa mit
44,5 % IIIb mit 22,5 % und die LEICA 250 mit 0,24 % beteiligt.
Von
der schwarz (wie bei allen schwarzen Kameras war übrigens nur das
eigentliche Gehäuse schwarz, die Bedienungselemente waren vernickelt;
tatsächlich zur Gänze schwarz lackierte oder schwarz verchromte
Kameras kamen erst viel später in Mode) lackiert und verchromt
lieferbaren LEICA III wurden bis zum Produktionsende im Jahre 1939
insgesamt 80.000 Stück erzeugt, davon rund 49.000 von der verchromten
Ausgabe. Höhepunkt der Produktion war 1934 mit über 20.000 Exemplaren,
1938, dem letzten Friedensjahr, wurden 6.500 Stück erzeugt.
250er Reporter-LEICA
Auf der
Basis der LEICA III wurde eine Kamera mit einem, oder in Wahrheit 2
Langfilmbehältern, rechts und links des eigentlichen Gehäuses
entwickelt, angeblich noch unter Mitarbeit wenn nicht Federführung
Oskar Barnacks. In die vergrößerten Filmgehäuse passten Spulen für
10m-Film. Man konnte daher ohne den Film zu wechseln, bis zu 250
Aufnahmen auf einen Film unterbringen. Da von Filmrolle zu Filmrolle
transportiert wurde, ersparte sich Leitz den Rückspulknopf und das
Getriebe für die Filmrückspulung. Ansonsten entsprach die Kamera der
LEICA III, das heißt, sie verfügte wie die Normalausführung über
einen gekuppelten Entfernungsmesser und einen Schlitzverschluss mit
einer kürzesten Belichtungszeit von 1/500 sec. Die Reporter-LEICA wurde
in kleinen Stückzahlen zwischen 1933 und 1942 erzeugt, insgesamt nicht
mehr als etwa 1000 Stück. Die zeitlich jüngsten haben 1/1000 sec. als
kürzeste Belichtungszeit. Von Sammlern sind sie heiß begehrt, weil sie
einerseits nur in kleiner Auflage hergestellt wurden und offenkundig
viele im 2. Weltkrieg mit ihren Besitzern verloren gegangen sind
Klein
und handlich war die Reporter-LEICA nicht. Mit dem Image der
Taschenkamera im Kleinbildformat war die Reporter-LEICA kaum vereinbar.
Als Kompromiss dachte Leitz um 1935 an eine LEICA mit einem leicht
vergrößerten Filmagazin für insgesamt 3,5m Film und 74 Aufnahmen im
Format 24x35mm, auf der Basis einer LEICA IIIa (das heißt, mit einer
kürzesten Verschlusszeit von 1/1000sec. In die Kamera passten spezielle
Tageslichtpatronen, sodass sie wiederum den traditionellen
Rückspulknopf besitzt. Wie manch andere Entwürfe blieb es bei einem
funktionsfähigen Vorführmodell und folgte keine Serienproduktion. Auch
wurde die Idee später, zum Unterschied von der auch damals schon in
Entwicklung begriffenen LEICA IV nicht wieder aufgenommen.
LEICA IIIa (LEICA
Model G in den USA)
Die von
1935 bis 1942 in über 91.000 Exemplaren erzeugte Kamera (Abbildung
hier) unterscheidet
sich von der LEICA III praktisch nur in einer einzigen Eigenschaft:
betrug bei der III die kürzeste Verschlusszeit 1/500 sec., wurde sie
bei der LEICA IIIa auf 1/1000 sec verkürzt. Beibehalten wurde aber auch
bei der IIIa die Verteilung der Zeiteinstellung auf die beiden
Einstellräder. Die kürzeste Zeit auf dem Einstellrad auf der
Gehäuseoberseite betrug 1/20 sec, wodurch man genau hinschauen musste,
um nicht versehentlich eine falsche Verschlusszeit einzustellen. Dies
wurde erst mit der IIIc geändert.
Die
LEICA IIIa wurde mit Ausnahme einer kleinen Anzahl (etwa 800 Stück)
schwarz lackierter Kameras praktisch ausschließlich in der verchromten
Version geliefert.
Barnacks Tod
Am 16.
Jänner 1936 starb Oskar Barnack im 56. Lebensjahr. An Asthma leidend
von Jugend an, erkrankte er anfangs der 30er-Jahre an perniziöser
Anämie, sprach zwar auf die Behandlungen gut an, erlitt jedoch
schließlich eine Lungenendzündung, die sein geschwächter Organismus
nicht mehr aushielt.
Obgleich der eigentliche Schöpfer der LEICA, saß Barnack
bis zu seinem letzten Arbeitstag bei seinen Mechanikern, wenn auch in
einem durch Glaswände abgeteilten Raum, aber sichtbar für alle. Sieht
man die Fotos, die ihn an seinem Arbeitsplatz zeigen, ist man
überrascht über die vielen Schräubchen, Werkzeuge und Bestandteile
der LEICA und ihres Zubehörs. Unermüdlich arbeitete, eigentlich
bastelte er an der Verbesserung seiner Schöpfung und dafür genügten
ihm die knapp zwei Quadratmeter seines Schreibtisches. Barnack blieb
trotz allem äußeren Erfolg immer der bescheidene, stille Mann, der
sich niemals in den Vordergrund drängte und dem Allüren, welcher Art
auch immer, fremd waren. Was könnte man von ihm Schöneres sagen?
Die Saar-Leica
Die in den Jahren
zwischen 1949 und 1951 in St. Ingbert im Saarland, das damals von
Frankreich besetzt war, in der Firma Saroptico erzeugten verchromten
LEICAs "monte en Sarre" entsprechen im Wesentlichen der LEICA
IIIa, mit einigen Unterschieden, die auf die Bedienung keinen Einfluss
haben. So haben einige Kameras einen Filmtransportknopf mit
Filmmerkscheibe, wie sie sich eigentlich erst bei der LEICA IIIf findet.
Erzeugt wurden maximal 500 Stück, nach den für diese Version
vorgesehenen Seriennummern zu schließen. Ob es tatsächlich so viele
waren, ist nicht beweisbar.
Grund
für die Montage in Frankreich war, die hohen Einfuhrzölle zu umgehen,
die von Frankreich für gebrauchsfertige deutsche Kameras vorgeschrieben
wurden.
LEICA IIIb
Die ab
1938 lieferbare Version ist für die Entwicklungsgeschichte der LEICA
insofern interessant, als bei dieser Version erstmals ein Mangel
behoben wurde, der alle früheren Modelle ab der LEICA II kennzeichnet
(ausgenommen die LEICA I und die LEICA Standard natürlich): Bei der
LEICA IIIb befand sich der Suchereinblick unmittelbar neben dem Einblick
in den Entfernungsmesser; es handelt sich aber nicht um einen
Messsucher, der erst bei den M-Leicas eingeführt wurde. Dennoch wurde
durch diese Änderung eine schnellere Einstellung der richtigen
Entfernung möglich als dies bei den früher auf den Markt gebrachten
Modellen in der Praxis möglich war (auch nach Verkaufsbeginn für die
LEICA IIIb lief die Produktion der LEICA III und der IIIa weiter!).
Abbildung
hier.
Noch
einen Unterschied gibt es gegenüber dem Vorgängermodell: Bei der IIIb
wanderte die Dioptrieneinstellung in Form eines Hebels unter den
Rückspulknopf. Damit wurde die Gefahr der unabsichtlichen Verstellung
beseitigt, wie sie bei der IIIa durch die Dioptrieneinstellung am
Sucherokular gegeben war.
Andere
Änderungen sieht man von außen nicht; die LEICA IIIb ist die erste
Schraubleica, bei der im Verschluss und im Mechanismus des
Filmtransports Kugellager verwendet wurden.
Zur
IIIb wurden übrigens 3 Normalobjektive angeboten: das Elmar 3,5/50, das
Summitar 2/50mm und das Xenon 1,5/50. Letzteres ist das lichtstärkste,
aber auch teuerste
von Leitz erzeugte Normalobjektiv vor dem Krieg. Es hat eine
interessante Geschichte insoferne, als es einem von der englischen Firma
Taylor & Hobbs entwickelten Objektiv entspricht, an dem die Fa. Jos.
Schneider in Deutschland die Rechte besaß. Es war daher nicht von Max
Berek errechnet.
Die
Erzeugung dieses Modells endete 1941, nachdem schon 1940 die
weiterentwickelte Version LEICA IIIc erschienen war. 1946 wurden aus
vorhandenen Teilen noch weitere 600 Stück gebaut; insgesamt belief sich
die Produktion auf fast 33.000 Kameras, ausschließlich in der
verchromten Version geliefert.
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