15. Teil: Nikon F100 - D1 - F80 - F65 - F65 - F55 - F75 - F6


Nikon F100

Fast seit der Markteinführung der Nikon F als Profikamera hat es bei der Nikon Corp. neben dem jeweiligen Profimodell auch Kameras sowohl für den Massenmarkt und für "engagierte Amateure" gegeben. Die Unterschiede bestanden nicht allein in den Eigenschaften und Möglichkeiten der einzelnen Modelle, es bestand auch ein wesentlicher Unterschied im Preis der Kameras. Der Preisunterschied zwischen der seinerzeitigen F4 und dem gleichsam zweitbesten Modell, der F-801, war beträchtlich und dies hat sich nicht geändert, als nach der Markteinführung der F5 die F90 und die F90X angeboten wurden. Die F5 kostet halt leider je nach Ausführung ungefähr das Doppelte einer F90X.
   
Die F5 verkaufte sich jahrelang bei den Profis ausgezeichnet und kam bei diesem primären Abnehmerkreis sehr gut an. Mit der F5 hat Nikon zweifelsfrei Terrain zurückerobert, das während der Produktionszeit der F4 an die Firma Canon verloren gegangen war, nicht deshalb, weil die F4 in irgendeiner Weise mangelhaft gewesen wäre, einfach deshalb, weil Canon mit ihrem Spitzenmodell der EOS-Reihe eine besonders gelungene Kamera anzubieten hatte.

Eine Stufe tiefer kam die F90X bei ihrem Interessentenkreis ebenfalls sehr gut an. Nikon war auch mit der F60, der Nachfolgerin der F50, gut im Geschäft und letztlich verkaufte sich auch die F70 als abgespeckte Version der F90X ganz gut. Der F70 hat allerdings das letzte Stündchen schon geschlagen  - siehe unten. Das Gleiche gilt wohl für die F90X - siehe ebenfalls weiter unten.
   
Was Nikon in den letzten Jahren fehlte, war dennoch ein Modell, das mehr konnte als die doch schon ein wenig in die Jahre gekommene F90X, die seit 1995 angeboten wurde, und das jedenfalls auch professionellen Ansprüchen im Hinblick auf langjährige Haltbarkeit unter erschwerten Bedingungen gewachsen ist. Dieses Modell sollte die neue F100 werden, die seit Ende 1998 angeboten wurde.


   
Die äußere Ähnlichkeit der
F100 mit der F5 fällt jedem Betrachter auf den ersten Blick auf. Dabei bleibt es aber nicht. Die F100 mit ihrem Gehäuse aus Magnesiumlegierung fühlt sich auch an wie die F5, ganz anders als die F90X mit ihrem Gehäuse aus Polycarbonat. Ich weiß, wovon ich schreibe, ich habe eine F90X.
   
Bei einer erst vor 10 Jahren  auf den Markt gekommenen Kamera will ich keine technischen Details aufzählen - ich setze sie als bekannt voraus.  Natürlich ist bei der F100 eingespart worden gegenüber der F5. Sonst wäre der Preisunterschied zwischen beiden Modellen nicht möglich. Mir scheinen aber die Einsparungen für die meisten Benutzer letztlich nicht entscheidend.
  
Eingespart worden ist die bei der F5 vorhandene Berücksichtigung der Motivfarbe bei der 3D-Matrixmessung; die F100 hat die bisher übliche Variante der Matrixmessung, die Scharfeinstellung erfolgt ebenso schnell wie bei der größeren Schwester. Neben dem üblichen Single- und Continuous-Mode des AF-Sensors, besitzt die F100 noch einen weiteren Modus, mit dem die Scharfeinstellung bei Bewegungen des Motivs nachgeführt wird (heute etwas ganz Normales bei vielen digitalen SLRs, damals eine Besonderheit). Eingeschränkt sind die Möglichkeiten des motorischen Filmtransports; mehr als 5 B/sec sind auch mit angesetztem Handgriff und Zusatzbatterien nicht möglich, die Kamera allein schafft 4,5 B/sec. Braucht man aber unbedingt 7 Bilder/s bei nachgeführtem Autofokus, nützt auch die F5 nichts, dann muss es schon eine Canon EOS 3 mit Booster sein. Dass der Sucher keinen Okularverschluss hat, kann man verschmerzen, in der Praxis genügt oft ja ein Finger zum Abdunkeln.

 

Den Filmtransport gibt es 3 verschiedene Modi: Single (S), Continuous (C) und Continuous Silent(CS). Die oben erwähnten 4,5 bzw. 5 B/sec. schafft man durch Einstellung auf C und gedrückt gehaltenen Auslöser, im Modus S muss für jede Aufnahme der Auslöser gedrückt werden, und CS entspricht dem Modus C, aber mit max. 3 B/sec, wobei das Motorgeräusch etwas leiser ist - <Silent> ist freilich etwas anderes.
   
Nach wie vor sind bei Blitzaufnahmen alle Möglichkeiten der TTL-Blitzsteuerung möglich, wobei die kürzeste Synchronzeit 1/250s beträgt, nicht aufregend, aber klassenüblich. Natürlich ist mit geeigneten Blitzgeräten auch Kurzzeitsynchronisation möglich (bis 1/4000s). Und zum Unterschied von der F5 erfolgt in der F100 die Matrix-Belichtungsmessung auf Grund der Messergebnisse von insgesamt 10 Belichtungszonen. Auch mit der F100 sind Belichtungsreihen möglich. Standard ist, dass man Belichtungsreihen aus 2 oder 3 Bildern mit frei gewähltem Belichtungsunterschied auswählen kann, bei insgesamt 3 Aufnahmen also eine Aufnahme im Bereich Überbelichtung und die andere im Bereich Unterbelichtung, wenn möglich, auch noch mit frei gewählten Unterschieden in der Belichtung (1/3, ¼ Blende etc.). 

Die F100 kann ein wenig mehr. Weiß man ohnehin, dass die Aufnahme von der Kamera wahrscheinlich unterbelichtet wurde, kann man auch eine Belichtungsreihe mit bis zu 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Überbelichtung einstellen. Ein wenig verwirrend sind die Individualfunktionen, von denen es 21 Stück gibt. Man muss sie nicht verwenden, man muss nicht alle verwenden und von denen, die es gibt, kann man sich jene Funktionen aussuchen, die man verwenden will. Ganz praktisch scheint mir die Möglichkeit, durch den sogenannten leichten Druck auf den Auslöser einen Belichtungswert zu speichern und später mit diesem Wert die Aufnahme zu machen, ohne dass man fortwährend den Auslöser leicht (halb) gedrückt halten muss. Aber die persönlichen Vorlieben sind verschieden, Sie würden sich vielleicht andere Funktionen aussuchen.
   
Und was die Größe betrifft: die Kamera ist kaum größer als die F90X, sie ist mit 800g (Gehäuse) wesentlich leichter als die F5. Sie wird schwerer, wenn Sie den empfehlenswerten Griff MB-15 mit seinem praktischen Hochformatauslöser und mit üblichen Batterien LR6 oder aber Mignonzellen auf Lithiumbasis FR6 einsetzen. Nicht nur liegt die Kamera mit diesem Griff besser in der Hand, die zusätzlichen Batterien lassen den Motor auch schneller werkeln, sodass er statt max. 4,5 fast 5 Bilder/s leistet – manche Leute brauchen das. Dieser zusätzliche Batterieteil namens MB15 kostet allerdings, ca. 450 DM. Billiger kam man davon, wenn man gleich das Modell F100 Professional kaufte, da war der Batterieteil bereits dabei.

Mit der F100 hatte Nikon ein sehr erfolgversprechendes neues Modell im Stall. Die eigentlichen Profis werden sie z. B. als Zweitkamera kaufen, dachte man, weil die F100 für viele Zwecke ebenso leistungsfähig ist wie die F5, wenn auch vielleicht nicht so haltbar. Vor allem aber werden viele Amateure sie kaufen, falls sie genügend Geld haben, aber nicht so viel, dass sie es für eine F5 ausgeben wollen, deren Robustheit sie nicht ausnützen können.

Den vorstehenden Absatz habe ich 2002 geschrieben.

Heute würde ich mich so nicht mehr ausdrücken. Denn die Entwicklung ist anders verlaufen. Inzwischen wissen wir ja alle, was geschehen ist: die digitalen Spiegelreflexkameras haben nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den Amateuren, den Siegeszug angetreten und alle großen Firmen haben diesen Trend aufgegriffen und werfen immer leistungsfähigere digitale SLRs auf den Markt. Wer wollte da noch eine neue F100 kaufen? So blieb der große Erfolg dieser Kamera leider aus.

Das führte dazu, dass  man heute Nikon F100 gebraucht zu sehr günstigen Preisen kaufen kann, wenn man weiterhin mit Film fotografieren will und die Möglichkeiten einer semiprofessionellen Nikon schätzt.

Nikon D1
   
SLRs von Nikon mit digitaler Bildverarbeitung gibt es schon lange. Im Jahre 1995 erschienen die beiden Zwillinge E2/E2s, wurden 1996 zur E2N/E2n verbessert und seither zur
E3/E3s weiterentwickelt. In dieser Ausführung ermöglichten sie Aufnahmen mit 1,280x1000 Pixel, sind mit ihren 1,5 MB großen Bildern allerdings gegenüber den Digitalkameras für den Massenmarkt trotz der F-Bajonetts und der Verwendbarkeit der Nikkor-Objektive nicht mehr konkurrenzfähig.
  
Nikon zog schließlich die Konsequenzen aus dieser sich abzeichnenden Entwicklung hin zu digitalen SLRs:

Mit der D1 brachte Nikon ab Herbst 1999 auch hierzulande eine selbständig entwickelte neue Digital-SLR für den professionellen Einsatz auf den Markt.

Sieht man die D1, könnte man sie mit F5 oder speziell mit der F100 verwechseln, von der sie sich durch ein etwas höheres Gehäuse schon auf den ersten Blick unterscheidet. Mit ihrem 2,74-Megapixel-Chip ermöglichte sie Profis, namentlich im Bereich der Pressefotografie ein ausreichend großes und scharfes Format ihrer Bilder, das für übliche Pressefotos wohl ausreichen dürfte. Mit der Auflösung des Chips im Vergleich mit herkömmlichem fotochemischem Film ist es nicht so weit her.  Durch die Verwendung des TIFF-Formats für die Bildspeicherung mit verlustfreier Kompression (im Unterschied zum JPEG-Format) sowie des speziellen RAW-Formats werden jedoch weit bessere Ergebnisse erreichbar als mit Digitalkameras für den Amateurmarkt (allerdings ist auch hier die Entwicklung im Fluss).
   
Im übrigen bietet die D1 von der Belichtungsmessung her im Wesentlichen, was Benutzer einer F5, F100, F90X etc. ohnehin gewöhnt sind. Auch der für die Kamera angebotene spezielle Systemblitz garantiert ein einwandfreies Zusammenarbeiten mit der Kamera unter Verwendung der bekannten Blitztechniken. Durch die andere Funktionsweise bedingt, ist jedoch bei Blitzaufnahmen eine kürzeste Synchronisationszeit  von 1/500s möglich. Möglich sind auch Serienaufnahmen mit 4,5 Bildern/s bei bis zu 21 aufeinander folgenden Aufnahmen.
   
Vergleichbar mit den genannten Kameras von Nikon ist auch die Autofokuseinstellung der D1.
   
Durch die Verwendbarkeit der Objektive für das Nikon-System wird der finanzielle Aufwand einigermaßen verringert, weil die vorhandene Ausrüstung weitgehend weiterverwendet werden kann. Da der Chip jedoch eine nutzbare Fläche von nur 23,7 x 15,5 mm hat (also ein entsprechend kleineres Bild im Vergleich zum herkömmlichen Kleinbildformat aufzeichnet) ergibt sich, ähnlich wie beim APS-Format bei Verwendung von Kleinbildobjektiven eine (scheinbare) Brennweitenverlängerung: bei Nikkoren an der D1 um den Faktor 1,5. 

   
Rasch schreitet die Entwicklung voran. Längst schon ist die Nikon D1 obsolet geworden und die Kamera ist im Gebrauch nicht mehr konkurrenzfähig. Ich hoffe, Sie haben keine, denn zu einem angemessenem Preis verkaufen können Sie sie auch nicht. Ob digitale Kameras jemals ein Sammelgebiet werden, ist übrigens in Sammlerkreisen umstritten.

Eine kurze Darstellung der Nikon Digitalkameras für Profis auf der Basis der Nikon SLRs finden Sie hier.
   
Aber zurück zu den Kameras für fotografische Filme.
   

Nikon F80
   
Ab Anfang Juni 2000 war die neue F80 erhältlich. Sie entspricht in vielem der F90X und ist in mancher Hinsicht besser ausgestattet als die ältere F90X, die sie abgelöst hat.  Die F90X, die seit 1995 angeboten wurde und war damals die älteste Kamera im Modellprogramm war, von der ehrwürdigen Nikon F3 abgesehen, die übrigens seit Frühjahr 2001 nicht mehr erzeugt wird.
    
Wie ich auch schon anderswo geschrieben habe, lang vorbei sind die Zeiten, in denen eine Firma eine möglichst gut und vollständig ausgestattete Kamera erzeugt hatte und dann vielleicht auch noch ein Sparmodell. So wie etwa in der Autobranche ist Marktforschung angesagt: Wo passt noch eine Ergänzung in die vorhandene Modellreihe, was kann man weglassen, was muss man weglassen, damit die Käufer auch noch das höherwertige Modell erstehen wollen, das ist heute die Frage und daran hat das digitale Zeitalter nichts geändert.
   
    
Ich habe mit einer Nikon F80 fotografiert. Mir hat besonders gefallen, dass auch Nikon seine SLRs nunmehr mit kleinen Blitzgeräten ausstattet - mein Gott, die Leitzahl ist ja nicht berühmt, aber zum Aufhellen von Schatten reicht es und wem das zu wenig ist, dem bleibt es unbenommen, ein großes Blitzgerät mit herumzuschleppen. Und noch etwas hat mir gefallen: die Möglichkeit des "automatic bracketing" auf Neudeutsch, will heißen, nach entsprechender Einstellung an der Kamera automatisch mehrere Aufnahmen hintereinander mit voneinander abweichenden Belichtungsdaten zu machen. Ganz praktisch für Sonnenuntergänge und Gegenlichtaufnahmen etc., alles Aufnahmen, die nicht immer optimal belichtet werden, was immer auch in den Prospekten Gegenteiliges steht. Bei der F80 für den Amateurmarkt ist diese Möglichkeit in die Kamera eingebaut, noch bei der F90X brauchte man dazu das extra käufliche Rückteil MF-26, mit einer Bedienungsfreundlichkeit, die sich nur ein Japaner ausdenken kann.

Alles in allem eine Kamera, die auf den <gehobenen Amateur> zielt, also auf Leute, die bereit sind, relativ viel Geld auszugeben und die andererseits bereits bestimmte Vorkenntnisse besitzen, die heutzutage immer weniger selbstverständlich werden. Typisch für diese Zielgruppe und ihre Einschätzung durch die Marktforscher Nikons ist etwa, dass die eigentlich unsäglichen Motivprogramme billigerer Modelle weggelassen wurden - Nikon ging einfach davon aus, dass der Käuferkreis weiß, worauf es, sagen wir, bei Nahaufnahmen ankommt und bei Sportaufnahmen ebenso. Andererseits lässt sich die Funktionsweise der Kamera - in beschränktem Ausmaß und nicht zu vergleichen mit den 2009 angebotenenmodernen digitalen SLRs wie etwa D90, D700 - den Bedürfnissen des Benutzers anpassen, nämlich durch CSM (Custom Setting Modes): 18 solche Anpassungsmöglichkeiten gibt es, manche nützlich wie die Möglichkeit zur Einblendung eines Gitters ins Sucherbild, wodurch schiefe Horizonte leichter vermieden werden, andere ein wenig abstrus, wie die Möglichkeit, den Film leise und dafür langsamer in die Kassette zurückzuspulen.   

Nikon F65
  
Seit Weihnachten 2001 wird in Europa auch die Nikon F65 verkauft, als Einstiegsmodell ein Mittelding von F80 und F60; eine recht vielfältige Kamera mit einer verteufelten Ähnlichkeit in Aussehen und Eigenschaften mit den entsprechenden Modellen der Konkurrenz. Hier bildet sich eine Art Einheitsstil heraus und der Hersteller ist auf Anhieb nur am Namensschild erkennbar. 


   
Da dies aber eine Geschichte der Firma Nikon und ihrer Systemkameras sein soll, sage ich nichts weiter und verweise statt dessen auf die einschlägigen Websites der Generalvertretungen von Nikon mit allen wissenswerten Details - und in der gebotenen Bescheidenheit auf eine
eigene Webseite von mir.

Nikon F55

Diese ab 2002 und neben der F65 angebotene Kamera stellt das Anfängermodell dar, gedacht für jene, denen die Möglichkeiten von Kompaktkameras auf Dauer denn noch nicht genügen, die aber andererseits nicht mit einem technisch überfrachteten Kameramodell überfordert werden sollen. An sich ist die Kamera vollständig ausgestattet, es gibt an ihr wenig auszusetzen: aber warum man sich eine Nikon F55 kaufen soll an Stelle etwa einer Canon Eos 3000, weiß ich nicht zu sagen.

Der angepeilte Kundenkreis zeigt sich am deutlichsten am AUTO Modus der Kamera, an sich ein Belichtungsprogramm ähnlich P, nur kann der Benutzer nichts an den von der Kamera gewählten Einstellungen verändern (Nikon würde sagen: er braucht nichts zu ändern, es ist halt alles eine Frage des Standpunktes). Daneben besitzt die Kamera die üblichen Einstellmöglichkeiten wie P, A, S und M. Überhaupt nicht ändern lässt sich die ISO-Einstellung, die durch die DX-Filmpatrone gesteuert wird. Verwendet man eine Patrone ohne die entsprechenden Markierungen, stellt sich automatisch ISO 100 ein, auch wenn ein ISO 400 Film verwendet würde.

Immerhin, die Kamera verfügt über eine zuverlässige AF-Messung mit insgesamt 3 AF-Sensoren, einer in der Mitte, die beiden anderen rechts und links vom Zentrum des Sucherbildes. Aber auch dieses doch relativ bescheidene Modell besitzt die Einrichtung, welche Bewegungen des Motivs während der Entfernungsmessung erkennt und die Entfernung gegebenenfalls auch bei Einstellung des AF auf S nachführt.

Nikon F75

2003 schließlich hat Nikon mit der Auslieferung eines weiteren Modells begonnen; der F75. Wie die Bezeichnung andeutet, handelt es sich um eine unterhalb der F80 angesiedelte Kamera, aber andererseits bietet sie mehr als die F65 und die F55: Das AF-System umfasst 5 AF-Sensoren, die Matrix-Belichtungsmessung berücksichtigt insgesamt 25 Segmente, die einfacheren und billigeren Modelle F65 6 Segmente, die F55 5 Segmente.

Der Benutzer kann das ihm passende AF-Messfeld an der Kamera einstellen, tut er das nicht, stellt die Kamera mit Hilfe aller Messfelder auf die geringste gemessene Entfernung ein, eine, wie ich meine, gängige Schwäche vieler AF-Messsysteme. Aber die Schwäche lässt sich beseitigen, man muss sie bloß kennen.

Nikon F6

Ende September 2004 wurde bekannt, dass Nikon - nach jahrelangen Gerüchten tatsächlich die Nikon F6 als Nachfolgemodell für die F5 auf den Markt bringt. Offenbar sah man bei Nikon die Möglichkeit, auch weiterhin mit einer Profikamera für Silberhalogenidfilm Geld verdienen zu können oder wenigstens Prestige zu sammeln. 

Dazu kommt aber, dass der Entwicklungsaufwand für diese neue Kamera so groß nicht gewesen sein dürfte. Denn im Hause Nikon sind ja alle die Neuerungen, die in die F6 eingebaut werden sollen, ja ohnehin vorhanden, nicht zuletzt wurden sie für die Nikon D2X entwickelt, vom noch genaueren Verschluss über die bessere Belichtungs- und Entfernungsmessung bis zum verbesserten System für die Blitzbelichtungsmessung. Insofern war die Nikon F5 nicht mehr ein absolutes Spitzenprodukt. Nunmehr produziert Nikon wiederum ein entsprechendes Spitzenmodell. Das Bessere ist der Feind des Guten.

Fraglich ist Mitte 2009, ob die Nikon F6 überhaupt noch erzeugt wird, geschweige denn, ob die Erzeugung in nennenswerten Stückzahlen erfolgt. Aber immerhin, man kann eine Nikon F6 als eine der letzten hochwertigen Profikameras für Film auch heute noch neu in den Geschäften kaufen - auch wenn sie extra für den einen Käufer irgendwo in Europa bestellt werden muss.

Mit der Nikon F6 geht die Zeit der analogen SLRs für Film zu Ende. Was noch kommen wird, sind digitale SLRs. Es führt kein Weg zurück

*

 

Mit der Nikon F6 und somit Ende 2004 schließt meine kleine Geschichte der Firma Nikon.

Warum Ende 2004?

Einfach: Weil dies eine Geschichte der Sucherkameras mit Wechselobjektiven und der Spiegelreflexkameras für Film ist und keine mehr oder minder offenkundige Werbung für die Firma, die ich mit der Beschreibung gängiger Kameras betreiben würde.

Was die heute lieferbaren Kameras betrifft, so könnte ich auch nur die einschlägigen Prospekte abschreiben - die aber sind in Farbdruck schöner anzusehen im Original und nicht in meiner Nacherzählung.

Irgendwann endet die Geschichte und wird zur Gegenwart.

Über die will ich hier nicht schreiben.

Sollten Sie sich vom Anfang an bis hierher durchgelesen haben: ich bewundere Sie für Ihr Interesse und für den Langmut, mit dem Sie meine Ausführungen ertragen haben.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit den prächtigen Kameras von Nikon!
   

Nachtrag:
Die Kompatibilität der Objektivanschlüsse

    
Lange Zeit war die Verwendbarkeit alter Objektive von Nikon an neuen Kameras geradezu eine heilige Kuh, über welche professionelle Beschöniger in höchsten Tönen gejubelt haben. Wie auch immer, ein Körnchen Wahrheit steckt schon hinter dem Jubel: das eigentliche Bajonett ist seit der Nikon F nicht geändert worden, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie jedes heute erhältliche Objektiv an einer Nikon F klaglos und einwandfrei verwenden können. Es heißt insbesondere nicht, dass Sie ein altes Objektiv aus 1960 an einer Nikon von heute klaglos verwenden können, oder überhaupt an einer vergleichsweise jungen Nikon.
   
Wie ich schon geschrieben habe, nicht alle Objektive mit der klassischen gabelförmigen Kupplung für den Belichtungsmesser ließen sich überhaupt auf den 1977 eingeführten AI-Anschluss umbauen; meine jedenfalls nicht, da zu alt (aber auch zur Nikon F gekauft). Natürlich ließen sich die damals neuen AI-Objektive an der Nikon F verwenden - ohne Belichtungsmessung. An den neuen Kameras wurde anfangs ein eigener Blendenmitnehmer für die alten Objektive eingebaut - lange vorbei.
   
An der Nikon F5 sind meine alten Objektive nicht einmal mehr mechanisch anschließbar, obgleich das Bajonett nicht geändert wurde. Umgekehrt sind die AF-I Objektive ab 1996 nur mehr an der F4, der F5 und der F90X mit Autofokus verwendbar, wenngleich sie immerhin angeschlossen werden können. Wer kauft sich schon sündteure AF-I Objektive? Das 2,8/300 IF ED etwa? Der Mangel ist für die meisten von uns wohl verschmerzbar.
   
Kritisch wird es mit den neuen Objektiven der G-Reihe, die auf den Amateurmarkt zielen. Das erste einer wohl immer länger werdenden Reihe ist das G 4,0-5,6/70-300. Mangels einer eigenen mechanischen Blendeneinstellung am Objektiv ist es schon an der überall erhältlichen F90/F90x und der immer noch fabrikneu käuflichen F70 mit Zeitautomatik und manueller Belichtungsmessung nicht mehr einsetzbar, aber - und schon wieder sind die Beschöniger an Werk, immerhin anschließbar ans Gehäuse.
   
1959 hat zwar Nikon ein Bajonett mit einem auch heute noch ausreichenden Innendurchmesser von 46 mm gewählt, aber die neu auf den Markt gebrachten Objektive erhalten immer mehr elektrische Kontakte, sodass sie zunehmend an älteren Gehäusen nicht mehr verwendet werden können - oder aber nur mit Einschränkungen.
   
Sollten Sie daher ein älteres Modell besitzen, heißt es vor dem Kauf genau prüfen, ob das neue Objektiv auch wirklich an die Kamera passt und mit ihm alle Funktionen möglich sind, ob vor allem die Belichtungsmessung bei Offenblende funktioniert.

Und wenn Sie sich ein neues Objektiv, vor allem aus der G-Serie, kaufen wollen, prüfen Sie ja nach, ob dieses Objektiv auch tatsächlich an Ihrer Nikon-Kamera verwendet werden kann. Dies ersehen Sie aus der Gebrauchsanleitung zum Objektiv; allenfalls erfahren Sie das Nötige auf der Website Ihrer jeweiligen Nikon-Vertretung.

Als kleine Hilfe zur Feststellung allfälliger Inkompatibilitäten verweise ich auf diese Seite.
   
Wahr ist natürlich auch, dass Minolta und Canon seinerzeit ganz neue Objektivanschlüsse vorsahen, als sie mit AF-Kameras auf den Markt kamen. Wahr ist, dass es zu den bisherigen Kameras von Kyocera (Contax) keine neuen Objektive mehr geben wird, ja, dass die vorhandenen Objektive zu den Contax-SLR nicht einmal umgebaut werden können. Das mag wenig ausmachen, denn ach, die Firma Kyocera gibt die Produktion der Contax-Kameras auf.

 Wahr ist, dass Minolta langsam einführt, was Nikon mit den D-Objektiven schon seit Jahren vorzeigt: die Berücksichtigung der Entfernungseinstellung bei der Blitzbelichtungsmessung.
   
Aber Nikon?  
    

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Zuletzt bearbeitet: 31.1.2010

© 2010 / Peter Lausch
 

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