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Einleitung und  wichtige Hinweise

1. Teil
Anfänge

2. Teil
Nikon M  Nikon S, Nikon S2

3. Teil
Nikon SP

4. Teil
Nikon F

5. Teil
Nikkorex

6. Teil
Nikon F2

7. Teil
Nikkormat

8. Teil
Nikon FM

9. Teil
Nikon F3

10. Teil
Nikon FM2

11. Teil
Nikon F-301

12. Teil
Nikon F4

13. Teil
Nikon F90

14. Teil
Nikon F5

15. Teil
Nikon F100, D1 F80 und F65
 

16. Teil
Ausblick

Literatur zur Nikon

Anhang:
Nikon Digital für
Profis

Nikon 
D1X

Motoren

Belichtung
bei den SLR

 Leica-Story

 

 

 

15. Teil: Nikon F100 - Nikon D1 - F80 - F65


Nikon F100

Fast seit der Markteinführung der Nikon F als Profikamera hat es bei der Nikon Corp. neben dem jeweiligen Profimodell auch Kameras sowohl für den Massenmarkt und für "engagierte Amateure" gegeben. Die Unterschiede bestanden nicht allein in den Eigenschaften und Möglichkeiten der einzelnen Modelle, es bestand auch ein wesentlicher Unterschied im Preis der Kameras. Der Preisunterschied zwischen der seinerzeitigen F4 und dem gleichsam zweitbesten Modell, der F-801, war beträchtlich und dies hat sich nicht geändert, als nach der Markteinführung der F5 die F90 und die F90X angeboten wurden. Die F5 kostet halt leider je nach Ausführung ungefähr das Doppelte einer F90X.
   
Seit Jahren schon verkauft sich die F5 bei den Profis ausgezeichnet und kommt beim primären Abnehmerkreis, den Profis, sehr gut an. Mit der F5 hat Nikon zweifelsfrei Terrain zurückerobert, das während der Produktionszeit der F4 an die Firma Canon verloren gegangen war, nicht deshalb, weil die F4 in irgendeiner Weise mangelhaft gewesen wäre, einfach deshalb, weil Canon mit ihrem Spitzenmodell der EOS-Reihe eine besonders gelungene Kamera anzubieten hatte. Eine Stufe tiefer kommt die F90X bei ihrem Interessentenkreis ebenfalls noch sehr gut an. Nikon war auch mit der F60, der Nachfolgerin der F50, gut im Geschäft und letztlich verkaufte sich auch die F70 als abgespeckte Version der F90X ganz gut. Der F70 hat allerdings das letzte Stündchen schon geschlagen  - siehe unten. Das Gleiche gilt wohl für die F90X - siehe ebenfalls weiter unten.
   
Was Nikon in den letzten Jahren fehlte, war dennoch ein Modell, das mehr konnte als die doch schon ein wenig in die Jahre gekommene F90X und das jedenfalls auch professionellen Ansprüchen im Hinblick auf langjährige Haltbarkeit unter erschwerten Bedingungen gewachsen ist. Dieses Modell soll die neue F100 sein.
   
Die äußere Ähnlichkeit der
F100 mit der F5 fällt jedem Betrachter auf den ersten Blick auf. Dabei bleibt es aber nicht. Die F100 mit ihrem Gehäuse aus Magnesiumlegierung fühlt sich auch an wie die F5, ganz anders als die F90X mit ihrem Gehäuse aus Polycarbonat. Ich weiß, wovon ich schreibe, ich habe eine F90X.
   
Bei einer erst vor einiger Zeit auf den Markt gekommenen Kamera will ich keine technischen Details aufzählen, sondern verweise auf die Kamera selbst, die Sie ja bei besseren Händlern in die Hand nehmen können und auf den ausführlichen Prospekt und die ebenso ausführlichen, aber natürlich nicht auf Hochglanzpapier "wertig" gedruckten Seiten der jeweiligen Generalvertretung  im Internet, in Österreich und in Deutschland
ebenso wie in der Schweiz mit jeweils einer eigenen Website. Ich möchte bloß, ein wenig unsystematisch meine Eindrücke bei der Benutzung der F100 wiedergeben.
   
Natürlich ist bei der F100 eingespart worden gegenüber der F5. Sonst wäre der Preisunterschied zwischen beiden Modellen nicht möglich. Mir scheinen aber die Einsparungen für die meisten Benutzer letztlich nicht entscheidend.
  
Eingespart worden ist die bei der F5 vorhandene Berücksichtigung der Motivfarbe bei der 3D-Matrixmessung; die F100 hat die bisher übliche Variante der Matrixmessung. Eingeschränkt sind die Möglichkeiten des motorischen Filmtransports; braucht man aber unbedingt 7 Bilder/s bei nachgeführtem Autofokus, nützt auch die F5 nichts, dann muss es schon eine Canon EOS 3 mit Booster sein. Dass der Sucher keinen Okularverschluss hat, kann man verschmerzen, in der Praxis genügt oft ja ein Finger zum Abdunkeln.
   
Nach wie vor sind jedoch bei Blitzaufnahmen alle Möglichkeiten der TTL-Blitzsteuerung möglich, wobei die kürzeste Synchronzeit 1/250s beträgt, nicht aufregend, aber klassenüblich. Natürlich ist mit geeigneten Blitzgeräten auch Kurzzeitsynchronisation möglich (bis 1/4000s). Und zum Unterschied von der F5 erfolgt in der F100 die Matrix-Belichtungsmessung auf Grund der Messergebnisse von insgesamt 10 Belichtungszonen. Auch mit der F100 sind Belichtungsreihen möglich. Standard ist, dass man Belichtungsreihen aus 2 oder 3 Bildern mit frei gewähltem Belichtungsunterschied auswählen kann, bei insgesamt 3 Aufnahmen also eine Aufnahme im Bereich Überbelichtung und die andere im Bereich Unterbelichtung, wenn möglich, auch noch mit frei gewählten Unterschieden in der Belichtung (1/3, ¼ Blende etc.). 

Die F100 kann ein wenig mehr. Weiß man ohnehin, dass die Aufnahme von der Kamera wahrscheinlich unterbelichtet wurde, kann man auch eine Belichtungsreihe mit bis zu 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Überbelichtung einstellen. Ein wenig verwirrend sind die Individualfunktionen, von denen es 21 Stück gibt. Man muss sie nicht verwenden, man muss nicht alle verwenden und von denen, die es gibt, kann man sich jene Funktionen aussuchen, die man verwenden will. Ganz praktisch scheint mir die Möglichkeit, durch den sogenannten leichten Druck auf den Auslöser einen Belichtungswert zu speichern und später mit diesem Wert die Aufnahme zu machen, ohne dass man fortwährend den Auslöser leicht (halb) gedrückt halten muß. Aber die persönlichen Vorlieben sind verschieden, Sie würden sich vielleicht andere Funktionen aussuchen.
   
Und was die Größe betrifft: die Kamera ist kaum größer als die F90X, sie ist mit 800g (Gehäuse) wesentlich leichter als die F5. Sie wird schwerer, wenn Sie den empfehlenswerten Griff mit seinem praktischen Hochformatauslöser und mit üblichen Batterien LR6 oder aber Mignonzellen auf Lithiumbasis FR6 einsetzen. Nicht nur liegt die Kamera mit diesem Griff besser in der Hand, die zusätzlichen Batterien lassen den Motor auch schneller werkeln, sodass er statt max. 4,5 fast 5 Bilder/s leistet – manche Leute brauchen das. Dieser zusätzliche Batterieteil namens MB15 kostet allerdings, ca. 450 DM. Billiger kommen Sie, wenn Sie gleich das Modell F100 Professional kaufen, da ist der Batterieteil bereits dabei.
   
Ich denke mir, mit der F100 hat Nikon ein sehr Erfolg versprechendes neues Modell im Stall. Die eigentlichen Profis werden sie kaufen, weil die F100 für viele Zwecke ebenso leistungsfähig ist wie die F5, wenn auch vielleicht nicht so haltbar. Vor allem aber werden viele Amateure sie kaufen, falls sie genügend Geld haben, aber nicht so viel, dass sie es für eine F5 ausgeben wollen, deren Robustheit sie nicht ausnützen können.

Den vorstehenden Absatz habe ich 2002 geschrieben.

Heute würde ich mich so nicht mehr ausdrücken. Denn inzwischen wissen wir ja alle, was geschehen ist: die digitalen Spiegelreflexkameras haben nicht nur bei den Profis, sondern auch bei den Amateuren, den Siegeszug angetreten und alle großen Firmen haben diesen Trend aufgegriffen und werfen immer leistungsfähigere und im Übrigen auch preiswertere digitale SLRs auf den Markt. Wer wollte da noch eine F100 kaufen?

Nikon D1
   
SLRs von Nikon mit digitaler Bildverarbeitung gibt es schon lange. Im Jahre 1995 erschienen die beiden Zwillinge E2/E2s, wurden 1996 zur E2N/E2n verbessert und seither zur
E3/E3s weiterentwickelt. In dieser neuesten Ausführung ermöglichen sie Aufnahmen mit 1,280x1000 Pixel, sind mit ihren 1,5 MB großen Bildern allerdings gegenüber den Digitalkameras für den Massenmarkt trotz der F-Bajonetts und der Verwendbarkeit der Nikkor-Objektive nicht mehr recht konkurrenzfähig.
  
Mit der D1 brachte Nikon ab Herbst 1999 auch hierzulande eine neue Digital-SLR
für den professionellen Einsatz auf den Markt. Sieht man die D1, könnte man sie mit F5 oder speziell mit der F100 verwechseln, von der sie sich durch ein etwas höheres Gehäuse schon auf den ersten Blick unterscheidet. Mit ihrem 2,74-Megapixel-Chip ermöglichte sie Profis, namentlich im Bereich der Pressefotografie ein ausreichend großes und scharfes Format ihrer Bilder, das für übliche Pressefotos wohl ausreichen dürfte. Mit der Auflösung des Chips im Vergleich mit herkömmlichem fotochemischem Film ist es nicht so weit her.  Durch die Verwendung des TIFF-Formats für die Bildspeicherung mit verlustfreier Kompression (im Unterschied zum JPEG-Format) sowie des speziellen RAW-Formats werden jedoch weit bessere Ergebnisse erreichbar als mit Digitalkameras für den Amateurmarkt (allerdings ist auch hier die Entwicklung im Fluss).
   
Im übrigen bietet die D1 von der Belichtungsmessung her im Wesentlichen, was Benutzer einer F5, F100, F90X etc. ohnehin gewöhnt sind. Auch der für die Kamera angebotene spezielle Systemblitz garantiert ein einwandfreies Zusammenarbeiten mit der Kamera unter Verwendung der bekannten Blitztechniken. Durch die andere Funktionsweise bedingt, ist jedoch bei Blitzaufnahmen eine kürzeste Synchronisationszeit  von 1/500s möglich. Möglich sind auch Serienaufnahmen mit 4,5 Bildern/s bei bis zu 21 aufeinander folgenden Aufnahmen.
   
Vergleichbar mit den genannten Kameras von Nikon ist auch die Autofokuseinstellung der D1.
   
Durch die Verwendbarkeit der Objektive für das Nikon-System wird der finanzielle Aufwand einigermaßen verringert, weil die vorhandene Ausrüstung weitgehend weiterverwendet werden kann. Da der Chip jedoch eine nutzbare Fläche von nur 23,7 x 15,5 mm hat (also ein entsprechend kleineres Bild im Vergleich zum herkömmlichen Kleinbildformat aufzeichnet) ergibt sich, ähnlich wie beim APS-Format bei Verwendung von Kleinbildobjektiven eine (scheinbare) Brennweitenverlängerung: bei Nikkoren an der D1 um den Faktor 1,5. 

Nikon liefert daher nunmehr ein spezielles neues Objektiv: das AFS 17-35mm F/2.8 ED-IF, das praktisch frei sein soll von chromatischer Abberation, zum Unterschied von dem natürlich auch verwendbaren Nikkor 20-35mm f/2.8. Freiheit von chromatischer Abberation bedeutet ganz einfach schärfere Bilder mit besserer Farbsättigung und höherem Kontrast. Das neue Objektiv entspricht vom Bildwinkel her einem gängigen 25-50mm für den klassischen Kleinbildfilm.
   
Der eigentliche und entscheidende Vorteil der D1 gegenüber herkömmlichen Kameras liegt meiner Meinung nach in der sofortigen Verfügbarkeit der aufgenommenen Bilder und in ihrer leichteren Versendbarkeit. Lange vorbei sind die Zeiten, wo die Aufnahmen schnell entwickelt und vergrößert und sodann gefaxt werden mussten; vorbei sind auch die Zeiten, wo die entwickelten Filme eingescannt und dann per e-mail an Presseagenturen oder Redaktionen versendet wurden. 

Rasch schreitet die Entwicklung voran. Längst schon ist die Nikon D1 obsolet geworden und die Kamera ist im Gebrauch nicht mehr konkurrenzfähig. Ich hoffe, Sie haben keine, denn zu einem angemessenem Preis verkaufen können Sie sie auch nicht. Ob digitale Kameras jemals ein Sammelgebiet werden, ist übrigens in Sammlerkreisen umstritten.

Eine kurze Darstellung der Nikon Digitalkameras für Profis auf der Basis der Nikon SLRs finden Sie hier.
   
Aber zurück zu den Kameras für fotografische Filme.
   

Nikon F80
   
Seit Anfang Juni 2000 ist die neue F80 erhältlich. Sie entspricht in vielem der F90X und ist in manchem sogar einfach besser ausgestattet als die ältere F90X, die sie wohl irgendwann einmal ablösen wird, ist doch die F90X die älteste Kamera im Modellprogramm, von der ehrwürdigen Nikon F3 abgesehen, die seit Frühjahr 2001 nicht mehr erzeugt wird.
    
Auch bezüglich der F80 verweise ich anstelle ellenlanger Ausführungen auf die Internetseiten der Nikonvertretung in Ihrem Land. 
  
 Man wird ja sehen, wie sich das neue Modell gegen die Konkurrenz der gleichartigen Modelle von Canon durchsetzen wird, dem schon seit längerem unangefochtenen Marktführer.
    
Ich habe mit einer Nikon F80 fotografiert. Mir hat besonders gefallen, dass auch Nikon seine SLR nunmehr mit kleinen Blitzgeräten ausstattet - mein Gott, die Leitzahl ist ja nicht berühmt, aber zum Aufhellen von Schatten reicht es und wem das zu wenig ist, dem bleibt es unbenommen, ein großes Blitzgerät mit herumzuschleppen. Und noch etwas hat mir gefallen: die Möglichkeit des "automatic bracketing" auf Neudeutsch, will heißen, nach entsprechender Einstellung an der Kamera automatisch mehrere Aufnahmen hintereinander mit voneinander abweichenden Belichtungsdaten zu machen. Ganz praktisch für Sonnenuntergänge und Gegenlichtaufnahmen etc., alles Aufnahmen, die nicht immer optimal belichtet werden, was immer auch in den Prospekten Gegenteiliges steht. Bei der F80 für den Amateurmarkt ist diese Möglichkeit in die Kamera eingebaut, noch bei der F90X brauchte man dazu das extra käufliche Rückteil MF-26, mit einer Bedienungsfreundlichkeit, die sich nur ein Japaner ausdenken kann. 

Nikon F65
  
Seit Weihnachten 2001 wird in Europa auch die Nikon F65 verkauft, als Einstiegsmodell ein Mittelding von F80 und F60; eine recht vielfältige Kamera mit einer verteufelten Ähnlichkeit in Aussehen und Eigenschaften mit den entsprechenden Modellen der Konkurrenz. Hier bildet sich eine Art Einheitsstil heraus und der Hersteller ist auf Anhieb nur am Namensschild erkennbar. 
   
Da dies aber eine Geschichte der Firma Nikon und ihrer Systemkameras sein soll, sage ich nichts weiter und verweise statt dessen auf die einschlägigen Websites der Generalvertretungen von Nikon mit allen wissenswerten Details - und in der gebotenen Bescheidenheit auf eine
eigene Webseite von mir.

*

Mit der Nikon F65 und somit Ende 2001 schließt meine kleine Geschichte der Firma Nikon.

Warum Ende 2001?

Einfach: Weil dies eine Geschichte der Sucherkameras mit Wechselobjektiven und der Spiegelreflexkameras für Film ist und keine mehr oder minder offenkundige Werbung für die Firma.

Was die heute lieferbaren Kameras betrifft, so könnte ich auch nur die einschlägigen Prospekte abschreiben - die aber sind in Farbdruck schöner anzusehen im Original und nicht in meiner Nacherzählung.

Irgendwann endet die Geschichte und wird zur Gegenwart.

Über die will ich hier nicht schreiben.

Sollten Sie sich vom Anfang an bis hierher durchgelesen haben: ich bewundere Sie für Ihr Interesse und für den Langmut, mit dem Sie meine Ausführungen ertragen haben.

Ich wünsche Ihnen noch viel Freude mit den prächtigen Kameras von Nikon!
   

Nachtrag:
Die Kompatibilität der Objektivanschlüsse

    
Lange Zeit war die Verwendbarkeit alter Objektive von Nikon an neuen Kameras geradezu eine heilige Kuh, über welche professionelle Beschöniger in höchsten Tönen gejubelt haben. Wie auch immer, ein Körnchen Wahrheit steckt schon hinter dem Jubel: das eigentliche Bajonett ist seit der Nikon F nicht geändert worden, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie jedes heute erhältliche Objektiv an einer Nikon F klaglos und einwandfrei verwenden können. Es heißt insbesondere nicht, dass Sie ein altes Objektiv aus 1960 an einer Nikon von heute klaglos verwenden können, oder überhaupt an einer vergleichsweise jungen Nikon.
   
Wie ich schon geschrieben habe, nicht alle Objektive mit der klassischen gabelförmigen Kupplung für den Belichtungsmesser ließen sich überhaupt auf den 1977 eingeführten AI-Anschluss umbauen; meine jedenfalls nicht, da zu alt (aber auch zur Nikon F gekauft). Natürlich ließen sich die damals neuen AI-Objektive an der Nikon F verwenden - ohne Belichtungsmessung. An den neuen Kameras wurde anfangs ein eigener Blendenmitnehmer für die alten Objektive eingebaut - lange vorbei.
   
An der Nikon F5 sind meine alten Objektive nicht einmal mehr mechanisch anschließbar, obgleich das Bajonett nicht geändert wurde. Umgekehrt sind die AF-I Objektive ab 1996 nur mehr an der F4, der F5 und der F90X mit Autofokus verwendbar, wenngleich sie immerhin angeschlossen werden können. Wer kauft sich schon sündteure AF-I Objektive? Das 2,8/300 IF ED etwa? Der Mangel ist für die meisten von uns wohl verschmerzbar.
   
Kritisch wird es mit den neuen Objektiven der G-Reihe, die auf den Amateurmarkt zielen. Das erste einer wohl immer länger werdenden Reihe ist das G 4,0-5,6/70-300. Mangels einer eigenen mechanischen Blendeneinstellung am Objektiv ist es schon an der überall erhältlichen F90/F90x und der immer noch fabrikneu käuflichen F70 mit Zeitautomatik und manueller Belichtungsmessung nicht mehr einsetzbar, aber - und schon wieder sind die Beschöniger an Werk, immerhin anschließbar ans Gehäuse.
   
1959 hat zwar Nikon ein Bajonett mit einem auch heute noch ausreichenden Innendurchmesser von 46 mm gewählt, aber die neu auf den Markt gebrachten Objektive erhalten immer mehr elektrische Kontakte, sodass sie zunehmend an älteren Gehäusen nicht mehr verwendet werden können - oder aber nur mit Einschränkungen.
   
Sollten Sie daher ein älteres Modell besitzen, heißt es vor dem Kauf genau prüfen, ob das neue Objektiv auch wirklich an die Kamera passt und mit ihm alle Funktionen möglich sind, ob vor allem die Belichtungsmessung bei Offenblende funktioniert.

Und wenn Sie sich ein neues Objektiv, vor allem aus der G-Serie, kaufen wollen, prüfen Sie ja nach, ob dieses Objektiv auch tatsächlich an Ihrer Nikon-Kamera verwendet werden kann. Dies ersehen Sie aus der Gebrauchsanleitung zum Objektiv; allenfalls erfahren Sie das Nötige auf der Website Ihrer jeweiligen Nikon-Vertretung.

Als kleine Hilfe zur Feststellung allfälliger Inkompatibilitäten verweise ich auf diese Seite.
   
Wahr ist natürlich auch, dass Minolta und Canon seinerzeit ganz neue Objektivanschlüsse vorsahen, als sie mit AF-Kameras auf den Markt kamen. Wahr ist, dass es zu den bisherigen Kameras von Kyocera (Contax) keine neuen Objektive mehr geben wird, ja, dass die vorhandenen Objektive zu den Contax-SLR nicht einmal umgebaut werden können. Das mag wenig ausmachen, denn ach, die Firma Kyocera gibt die Produktion der Contax-Kameras auf.

 Wahr ist, dass Minolta langsam einführt, was Nikon mit den D-Objektiven schon seit Jahren vorzeigt: die Berücksichtigung der Entfernungseinstellung bei der Blitzbelichtungsmessung.
   
Aber Nikon?  
    

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Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2005

© 2005 / Peter Lausch
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