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3. Teil:
Nikon SP, S4, S3, S3H
Nikon SP

In jeder Familie gibt es ein paar
Generationen hintereinander soziale Aufsteiger, dann kommt nicht mehr viel
Besseres nach. In der Familiengeschichte der Sucherkameras von Nippon
Kogaku K. K. ist es nicht anders: die ab September 1957 verkaufte Nikon SP
ist einer der Höhepunkte im Bau von Kleinbildsucherkameras überhaupt und
zweifellos die Beste aller Sucherkameras von Nippon Kogaku K. K. Die Nikon
SP gehört zu den von Sammlern in aller Welt am meisten begehrten
Kameramodellen. Das schlägt sich leider auch im heutigen Preis nieder.
1954 wurde die Leica M3 vorgestellt. Seit der Lieferbarkeit großer
Stückzahlen, mit denen die Fa. Leitz den Bedarf an hochwertigen
Sucherkameras abdecken konnte, war klar, dass diese Kamera das Potential
zum Marktführer besaß.
Um es auch an dieser Stelle festzuhalten: zu diesem Zeitpunkt gab es in
Japan eine Unzahl von kleinen und kleinsten Erzeugern, welche allesamt
Kleinbildkameras mit Wechselobjektiven erzeugten, die den Schraubleicas
verblüffend ähnlich sahen. Sie waren auch tatsächlich ähnlich, weil die
Japaner nicht nur das Erscheinungsbild kopiert hatten, sondern auch die
Innereien. Darüber sind schon Bücher geschrieben worden.
Allen diesen Firmen ging es ab 1954 an den Kragen und in wenigen Jahren
waren fast alle vom Markt gedrängt worden. Dabei hatten einige von ihnen
sozusagen als Abgesang noch (geringfügig weiterentwickelte) schöne und
auch gute Kameras auf den Markt gebracht (die Tanaka Optical. Co, Ltd etwa
die der Leica M3 ähnlich sehende V3, nachdem sie mit dem Modell SD
Anleihen bei der Nikon S2 genommen hatte, oder die Fa. Yashica mit der YF,
die wiederum der Leica M3 sehr ähnlich sieht, die Melcon II der Meguro
Kogaku Kogyo Co. Ltd nicht zu vergessen, ein Verschnitt aus Leica M3 und
Nikon S2).
Als Ergebnis dieses Verdrängungsprozesses blieben schließlich nur die
großen japanischen Produzenten übrig, darunter auch die heutige Fa. Nikon
Corp. Dass sich Nikon behaupten konnte, entschied sich letztlich, wie wir
im Rückblick erkennen, im Jahre 1957 durch die Konstruktion zweier ganz
unterschiedlicher Kameras. Eine davon war die Nikon SP, die andere die
Nikon F.
Die Kamera:
Nicht
nur besaß die von 1957 bis 1965 hergestellte Nikon SP (Abbildung hier)
einen gekuppelten Messsucher mit Leuchtrahmen für die Brennweiten 50, 85,
105 und 135 mm, sie besaß hinter der langen Sucherabdeckung einen weiteren
kleinen Sucher für die Brennweiten 35 und 28; damit war sie und blieb sie
bis zur viel jüngeren Leica M6 die einzige Sucherkamera mit eingebauten
Suchern für die Brennweiten von 28 – 135 mm. Daraus erklärt sich auch die
charakteristische Sucherabdeckung, welche der Kamera ein unverwechselbares
Aussehen verleiht: hinter ihr verbirgt sich (von vorne gesehen von rechts
nach links) der kleine Weitwinkelsucher, der Sucher für die Brennweiten ab
50 mm, die Beleuchtungseinrichtung durch ein eigenes kleines Fenster für
die Leuchtrahmen - ähnlich wie bei den M-Leicas - und ganz links die
Ausblicköffnung des Entfernungsmessers. Die Brennweiten von 50 bis 135 mm
konnten jeweils mit Hilfe eines um die Rückspulkurbel gelagerten drehbaren
Ringes in den Sucher eingespiegelt werden. Für längere Brennweiten stand
ein zwischen Objektiv und Kamera einsetzbarer Reflexteil (ähnlich dem
Visoflex zur Leica) zur Verfügung, nichts Neues, denn den hatte es von
Anfang an gegeben. Neu hingegen war der eingebaute Selbstauslöser, der
erste überhaupt, der in eine Nikon eingebaut wurde. Erstmalig bei einer
Nikon drehte sich der Verschlusszeitenknopf während der Aufnahme nicht
mit. Das bot die Chance, einen Belichtungsmesser (mit Selenzelle
natürlich) in den Sucherschuh einzuschieben und den Belichtungsmesser mit
der Zeiteinstellung zu kuppeln. Bei den zeitgenössischen Leica M-Modellen
gab es das natürlich auch, nur war dort der Belichtungsmesser von
Metrawatt.
Neu war vor allem der bei jeder Nikon SP eingebaute Motoranschluss. Und
neu war der Motor S 36.
Heutzutage ist in einer Kleinbildkamera der elektrische Motor (oder eher
Winder) eine solche Selbstverständlichkeit, dass es einem schwer fällt,
sich vorzustellen, dass der Motor zur Nikon SP der erste elektrische Motor
zu einer Spiegelreflexkamera war, der serienmäßig angeboten wurde und für
den die Kamera selbst, von der mechanischen Belastbarkeit her, gebaut
wurde. Mechanische Aufzüge durch Federwerke hatte es schon längst gegeben.
Ein Beispiel ist der mechanische Aufzug zur Leica. Am bekanntesten waren
die teilweise unförmigen Federwerkmotoren in den Kameras der deutschen
Firma Robot.
Die Nikon Kogaku K. K. hingegen bot jedoch eine handliche Kombination von
Motor und Kamera an. Nur eine geringfügige Modifikation der Bodenplatte
der Kamera war notwendig, um den Motor verwenden zu können. Günstig
erwies sich, dass alle Nikons die abnehmbare Rückwand aufwiesen, wie sie
von der Contax übernommen worden war. Daher brauchte bloß die serienmäßige
Rückwand abgenommen und durch den Motor mit dazugehöriger Rückwand ersetzt
werden, nachdem einmal die Kamera an einen bestimmten Motor angepasst
worden war. Nicht alle Motoren arbeiteten mit jeder Kamera ohne spezielle
Anpassung, das war sicherlich eine Schwäche dieser Konstruktion.
Gewiss war die Nikon SP ein Höhepunkt des Kamerabaus, aber sie war kein
hinreißender kommerzieller Erfolg. Für sie wurde von der Nippon Kogaku K.
K. ab dem Erscheinen des nachfolgenden Erfolgsmodells Nikon F auch nicht
mehr geworben. Bis Mitte 1965 wurde die Nikon SP in über 22.ooo Stück
hergestellt, danach wurde die Produktion gestoppt. Die Mehrzahl dieser
Kameras wurde allerdings am Anfang der Produktionszeit verkauft, danach
wurde die Nikon SP nur mehr mitgeschleppt, denn die Nikon F wurde so
erfolgreich verkauft, dass Nippon Kogaku K. K. alle Anstrengungen auf
diese Kamera konzentrierte. Die Nikon F wurde zur Cash Cow der Firma.
Darüber später mehr.
Wie wäre es mit der Nikon SP weitergegangen? Nikon hat eine vereinfachte
Version als Nikon SP2 entwickelt. 1996 wurde sie den Mitgliedern der Nikon
Historical Society von Nikon gezeigt. Damit endete das Herumgerede um ihre
Existenz. Die im Besitz von Nikon befindlichen Prototypen sind voll
funktionsfähige Kameras mit einem Verschluss aus Titanfolie und einem
Zoomsucher für die Brennweiten 35 - 135mm. Sie unterscheiden sich damit
von der SP durch das Weglassen des Suchers für 28 und 35mm; damit fiel
auch das für die SP so charakteristische große Sucherfenster weg.
In
einigen Prototypen existiert eine weitere Version auf der Basis des etwas
größeren Gehäuses der Nikon F: die Nikon SPX mit TTL-Messung. Ab 1967
hätte die Kamera auf den Markt kommen können, sagt man. Dazu kam es nicht
und so ist die Asahi Pentax Spotmatic die erste Kamera mit
TTL-Belichtungsmessung geworden. Übrigens war die Existenz der SPX lange
Jahre umstritten; erst 1998 wurde bei einer Tagung der Nikon Historical
Society in Japan ein Prototyp dieses Modells gezeigt. Äußerlich gleicht
die Kamera den Modellen S3 und S4, das für die SP typische lange
Sucherfenster wäre weggefallen. Aber es hat halt nicht sollen sein.
Wie ging es tatsächlich weiter?
Nikon produzierte noch
insgesamt drei gegenüber der SP vereinfachte Varianten der Nikon SP: die
Nikon S3, die Nikon S4 und die Nikon S3M für das Halbformat. Wirklicher
Erfolg war keinem dieser Modelle beschieden, nicht einmal gemessen an den
recht bescheidenen Maßstäben der Nikon SP. Dem Markterfolg stand jenes
Modell entgegen, das die Nippon Kogaku K. K. zur Weltfirma machen sollte:
die Nikon F.
Technische Daten Nikon SP:
Messsucherkamera für Kleinbildfilm und Wechselobjektiven (Contax-Fassung);
horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss, ab 1959 Verschluss aus
Titanfolie wie bei der Nikon F, Bildformat 24x36 mm,
Messucher mit Parallaxenausgleich und mit Leuchtrahmen für 5o, 85, 105 und
125 mm Brennweiten, eingebauter Zusatzsucher für 28 und (mit Leuchtrahmen)
35 mm Brennweite, Suchervergrößerung 1,0, Messsucherbasis 60 mm, infolge
1:1 Sucher effektiv ebenfalls 60 mm,
Belichtungszeiten: T, B, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,
1/500, 1/1000.
Blitzkontakt mittels Blitzbuchse auf Schmalseite der Kamera, rechts, von
vorne betrachtet, 2. firmenspezifischer und kabelloser Blitzkontakt auf
Gehäuseoberseite vor dem Zubehörschuh, Selbstauslöser mit ca. 10 Sekunden
Vorlauf,
Filmtransport mittels Schnellschalthebel, Rückspulung mittels
ausklappbarer Kurbel, automatisches Filmzählwerk, Motorkupplung für Motor
S36, Zeitenknopf kuppelbar mit Aufsetzbelichtungsmesser (Selenzelle).
Standardobjektiv: Nikkor 1,4/50 mm
Maße: 136x81x43,5, Gewicht mit Nikkor 1,4/50: 720 g.
Ungefähre heutige Preisbasis für gut erhaltene und
funktionsfähige Nikon SP mit Standardobjektiv: 2500 Euro.
Nikon S3

Die Nikon SP war zwar unbestritten eine ausgezeichnete Kamera mit
vielen Möglichkeiten. Eines war sie nicht: billig. Es war daher ein
billigeres Modell nötig, damit auch die weniger Betuchten eine
Sucherkamera von Nikon kaufen konnten.
Vom Chassis der Nikon SP ausgehend
und unter Verwendung vieler wesentlicher Baugruppen vom Verschluss über
das Gehäuse bis zum Selbstauslöser bot die Nippon Kogaku K. K. daher
zwischen September 1957 und März 1961 eine billigere Ausgabe an, die Nikon
S3 .
Gegenüber der SP wurde im wesentlichen
auf den aufwendigen Sucher verzichtet.
Im Sucher der Nikon S3 ohne
Parallaxenausgleich gibt es nur 3 ständig sichtbare Rahmen für die
Brennweiten 35mm, 50mm und 135mm. Insgesamt wurden über 14.000 Nikon S3
gefertigt, davon ca. 2000 mit schwarzer Lackierung. Das macht die schwarze
Nikon S3 besonders begehrt und daher ist sie ein extrem teures
Sammlerstück.
1963 erzeugte die Nippon Kogaku K. K. anlässlich der Olympischen Spiele
eine letzte kleine Serie (nach den Nummern zu schließen ca. 2.500 Stück)
von schwarz lackierten Nikon S3 mit dem Beinamen "Olympic". Die Abbildung
oben zeigt ein Exemplar dieser Sonderserie. Nicht nur an der Farbe sind
diese späten Nikon S3 zu erkennen, auch an der Verwendung von Bauteilen
der Nikon F, z. B. Selbstauslöserhebel und Filmtransporthebel. Noch eine
Besonderheit gibt es: die Olympic hatte den Titanverschluss eingebaut, den
man erst bei den späteren Exemplaren der Nikon S3 (ab 1959 nach
Markteinführung der Nikon F) eingebaut hatte. Zu dieser Kamera wurde als
Standardobjektiv ein neues, wesentlich größeres Normalobjektiv mit den
Daten 1,4/50mm in Schwarz angeboten. Finden Sie eine Kombination beider,
dann sollte Ihr Herz vor Freude klopfen. Sie haben ein besonders seltenes
- und teures - Sammlerstück ergattert.
2000 hat Nikon anlässlich des neuen Jahrtausends 2000 Exemplare der S3
mit Nikkor 1,4/50mm neu erzeugt und verkauft sie noch immer zu
fürstlichem Preis. Verkauft werden sollten alle 2000 Exemplare in Japan,
aber für etwa 5400 Euro (in Österreich) und mehr finden sich auch im
wirtschaftlich gebeutelten Japan nicht genug Interessenten. Daher bekommt
man die Kamera schon seit längerem auch in Wien - d. h., mindestens 2
Exemplare ist nach Österreich gelangt und eines ziert schon seit fast zwei
Jahren die Auslage eines
Fotogeschäfts in Wien.
Die Nachfrage dürfte nicht so sehr groß sein - kein Wunder bei dem Preis.
Da dürfte niemand Lust haben, durch tatsächlichen Gebrauch seinen Schatz
zu entwerten (Merke: 1 Kleinstkratzer/-100 Euro).
Wenn Sie noch ein wenig mehr von mir über die Sammlerausgabe wissen
wollen,
dann klicken Sie doch.
Technische Daten Nikon S3:
Messsucherkamera für Kleinbildfilm und Wechselobjektiven; horizontal
ablaufender Tuchschlitzverschluss, ab 1959 Verschluss aus Titanfolie wie
bei der Nikon F, Bildformat 24x36 mm, Messsucher mit Parallaxmarken, aber
ohne entfernungsabhängigen automatischen Parallaxenausgleich und mit
Leuchtrahmen für 35,5o und 105 mm Brennweite, zwischen März und Herbst
1958 hergestellte Exemplare mit Suchervergrößerung 1,0 und
Messsucherbasis 60 mm, infolge 1:1 Sucher effektiv ebenfalls 60 mm, ab
Herbst 1958 Suchervergrößerung 0,9x (zwecks besserer Sichtbarkeit des
Sucherbildes bei 35 mm) und effektiver Basislänge von ca. 55 mm,
Belichtungszeiten: T, B, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,
1/500, 1/1000.
Blitzkontakt mittels Blitzbuchse auf Schmalseite der Kamera, rechts, von
vorne betrachtet, 2. firmenspezifischer und kabelloser Blitzkontakt auf
Gehäuseoberseite vor dem Zubehörschuh, Selbstauslöser mit ca. 10 Sekunden
Vorlauf,
Filmtransport mittels Schnellschalthebel, Rückspulung mittels
ausklappbarer Kurbel, automatisches Filmzählwerk, Motorkupplung für Motor
S36, Zeitenknopf kuppelbar mit Aufsetzbelichtungsmesser (Selenzelle).
Standardobjektiv: meist Nikkor 1,4/50 mm, aber auch Nikkor 2,0/50.
Maße: 136x79,5x43,5, Gewicht des Gehäuses allein: 580 g.
Ungefähre heutige Preisbasis für gut erhaltene und
funktionsfähige Nikon S3 mit Standardobjektiv Nikkor 1,4/50: ca. 1700
Euro.
Nikon S4

Ende der 60er-Jahre schien auch der niedrigere Preis der Nikon S3 (im
Vergleich mit der SP) den Marketing-Leuten der Nippon Kogaku K. K. zu
hoch. Daher sann man nach einer billigeren Variante und fand sie: die
Nikon S4. Ebenso wie die S3 viele wesentliche Details mit der Nikon SP
gemein hat, entspricht auch die Nikon S4 weitgehend der S3 und in vielem
der Nikon SP.
Gedacht war sie als das Einstiegsmodell für preisbewusste Käufer, sodass
alles weggelassen wurde, von dem man meinte, dass der anvisierte
Kundenkreis es nicht benötigte - und benötigte er es doch, dann sollte er,
je nach Wünschen und Geldbeutel, gleich die S3 oder dann die Nikon F
kaufen.
Was wurde gegenüber der Nikon S3 bei der Nikon S4 weggelassen?
Der Nikon S4 fehlt der Selbstauslöser und das Filmzählwerk muss manuell
auf 0 gestellt werden. Der S4 fehlt auch der Anschluss für einen Motor. Im
Sucher fehlt der Rahmen für 35mm-Weitwinkelobjektive. Der Sucher zeigt
daher nur 2 Rahmen, den äußeren für das Normalobjektiv und einen kleineren
für Teleobjektive mit 135mm Brennweite. An sich zeigt der Sucher jedoch,
nimmt man die sichtbare Fläche, praktisch dennoch den Bildwinkel eines
35mm-Objektivs.
Gegenüber Nikon SP und Nikon S3 fehlt auch der Schlitzverschluss mit
Titanfolie. Die S4 verfügt über ein konventionelles Stoffrollo, so wie es
die ersten Modelle der Nikon SP aufgewiesen haben. Wer unbedingt will,
kann sich jedoch auch heute noch den Verschluss mit Titanfolie einbauen
lassen, denn der Verschluss ist identisch mit dem der viel häufigeren
Nikon F bzw. der Nikon SP. Wer aber wird eine gebrauchsfähige Nikon SP
ausschlachten wollen?
Bis auf diese Unterschiede ist die Nikon S4 weitgehend baugleich mit der
S3 und, trotz des unterschiedlichen Aussehens, in vielen Bauteilen des
Gehäuses mit der Nikon SP.
Manche
sagen, mit den richtigen Ersatzteilen ließe sich jederzeit eine Nikon SP
in eine Nikon S3 oder S4 umbauen und umgekehrt.
Leider (für die Erzeugerfirma) blieb die Nikon S4 ein weithin ungeliebtes
Kind. Nur etwa 5.900 Exemplare wurden erzeugt und abgesetzt und auch diese
vor allem auf dem japanischen Markt, denn der amerikanische Importeur
hatte kein Interesse an der Promotion dieser Kamera: begreiflicherweise
war er vor allem am Absatz der Nikon F interessiert. Und so wurde der Bau
der Nikon S4, der im März 1959 begonnen hatte, im Juli 1960 eingestellt.
Die geringe Zahl erzeugter Kameras macht die Nikon S4 heute zu einem der
begehrtesten Modelle der Sucherkameras von Nikon, vor allem, weil die
Nikon S4 noch einigermaßen bezahlbar ist. In Europa bestehen allerdings
wenig Aussichten, eine Nikon S4 zu finden. Schade, die S4 ist eine
schöne Kamera
und von Sammlern ist sie heiß begehrt.
Sollten Sie eine Nikon S4 in Schwarz finden, kaufen Sie sie nicht: alle
Nikon S4 wurden in Chrom-Ausführung erzeugt, eine schwarze S4 ist eine
Fälschung.
Technische Daten Nikon S4:
Messsucherkamera für Kleinbildfilm und Wechselobjektiven; horizontal
ablaufender Tuchschlitzverschluss, Bildformat 24x36 mm,
Messucher mit Parallaxmarken, aber ohne entfernungsabhängigen
automatischen Parallaxenausgleich und mit Leuchtrahmen für 5o und 105 mm
Brennweite, Suchervergrößerung 1,0, Messsucherbasis 60 mm, infolge 1:1
Sucher effektiv ebenfalls 60 mm,
Belichtungszeiten: T, B, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,
1/500, 1/1000.
Blitzkontakt mittels Blitzbuchse auf Schmalseite der Kamera, rechts, von
vorne betrachtet, 2. firmenspezifischer und kabelloser Blitzkontakt auf
Gehäuseoberseite vor dem Zubehörschuh, kein Selbstauslöser,
Filmtransport mittels Schnellschalthebel, Rückspulung mittels
ausklappbarer Kurbel, kein automatisches Filmzählwerk, Motorkupplung für
Motor S36 weggelassen, Zeitenknopf kuppelbar mit Aufsetzbelichtungsmesser
(Selenzelle).
Standardobjektiv: Nikkor 1,4/50 mm oder 2,0/50.
Maße: 136x79,5x43,5, Gewicht des Gehäuses allein: 580 g.
Ungefähre heutige Preisbasis für gut erhaltene und
funktionsfähige Nikon S4 ohne Objektiv: unter 3000 Euro (da Kamera
selten!)
Nikon S3M
Die Nikon S3M
(Abbildung
hier) gehört heute zu den teuersten Sucherkameras von Nippon
Kogaku K. K. Denn die Nikon S3M, die einzige Nikon für das Halbformat,
wurde auf der Basis der Nikon S3 in einer Auflage von unter 200 Stück
zwischen April 1960 und April 1960 gebaut, fast alle Gehäuse in Chrom und
mit speziellem Motor S 72. Die Kamera gibt es aber auch in Schwarz (extrem
selten). Vom Aussehen und von den technischen Daten her entspricht daher
die S3M der "normalen" S3; sie weist auch deren Tuchschlitzverschluss auf
und ist eigentlich nur durch den Blick auf den Sucherrahmen sowie auf den
Suchereinblick auf der Rückseite äußerlich von dieser unterscheidbar. Der
Motor schaffte ohne weiteres bis zu 6 Bilder in der Sekunde (dank
Halbformat), mit spezielle angepasstem Motor jedoch bis zu 9
Bilder/Sekunde..
Technische Daten Nikon S3M:
Messsucherkamera für Halbformataufnahmen 18x24 mm auf Kleinbildfilm und
Wechselobjektive; horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss,
Messucher mit Parallaxmarken aber ohne automatischen Parallaxenausgleich
und mit Leuchtrahmen für 35, 5o und 105 mm Brennweiten, Suchervergrößerung
1,0, Messsucherbasis 60 mm, infolge 1:1 Sucher effektiv ebenfalls 60 mm,
Belichtungszeiten: T, B, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,
1/500, 1/1000.
Blitzkontakt mittels Blitzbuchse auf Schmalseite der Kamera, rechts, von
vorne betrachtet, 2. firmenspezifischer und kabelloser Blitzkontakt auf
Gehäuseoberseite vor dem Zubehörschuh, Selbstauslöser mit ca. 10 Sekunden
Vorlauf,
Filmtransport mittels Schnellschalthebel, Rückspulung mittels
ausklappbarer Kurbel, automatisches Filmzählwerk, Motorkupplung für Motor
S 36, Zeitenknopf kuppelbar mit Aufsetzbelichtungsmesser (Selenzelle).
Standardobjektiv: Nikkor 1,4/50 mm oder 2,0/50
Maße: 136x79,5x43,5, Gewicht des Gehäuses: 580 g.
Ungefähre heutige Preisbasis für gut erhaltene und
funktionsfähige Nikon S3M: auf Grund der extremen Seltenheit
Liebhaberpreis.
Hinweis:
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Peter Lausch
Zuletzt bearbeitet:
21. Dezember 2004
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