© Leicashop Wien, 2004

 

Eine Leicaausrüstung aus dem Jahre 1976

Nicht nur Schraubleicas gibt es und die klassischen M-Leicas mit Bajonettanschluss der Objektive,  Leica probierte in den 70er-Jahren - glücklos - auch den Bau einer kompakten Leica.

Die Leica CL beruht an sich auf einer durchaus richtigen Idee: Leicas kaufen einerseits Profis und Edelamateure, aber den eigentlichen Massenmarkt erreicht man nicht mehr mit herkömmlichen Sucherkameras. Daher heißt es, neue Käuferkreise zu finden. Was liegt daher näher als eine kompakte Kamera, die ganz auf die Bedürfnisse des Amateurs abgestellt ist: Ein Standardobjektiv vom Feinsten mit den Daten Summicron-C 2/40 gehört her. Das ist ein brauchbarer Kompromiss zwischen den üblichen Standardobjektiven mit ca. 50 mm Brennweite und den damals noch als richtige Weitwinkelbrennweite angesehenen 35 mm. Und dank der verkürzten Brennweite lässt sich dieses Objektiv auch bei größter Öffnung trotz verkleinerter Messbasis des Entfernungsmessers noch einwandfrei scharf stellen. Und da damals bereits TTL-Belichtungsmessung zum guten Ton gehörte, ist auch sie eingebaut, durchgeführt mittels einer vor das Filmfenster schwenkbaren Messzelle.

Und will einer unbedingt das Weite näherbringen, kann er sich ein Elmar-C 4/90 mm kaufen - die relativ geringe Lichtstärke ein Tribut an die verkleinerte Messbasis des Entfernungsmessers.

Indes, die Rechnung ging nicht auf: die von Minolta im fernen Japan hergestellte Kamera erwies sich als fehleranfällig, den Käufern behagte die schwenkbare Messzelle ebenso wenig wie der Zeitenknopf an der Gehäusevorderseite  - und die, die wirklich kauften, erwarben eine Leica CL statt einer damals lieferbaren Leica M4 bzw. Leica M5.

So ist denn die Leica CL damals wie heute nicht sonderlich begehrt, was sich auch im Preis der abgebildeten Ausrüstung niederschlägt: unter 900 Euro zahlte der Käufer, der sie 2004 erwarb.

 

 

 

© PETER LAUSCH/2004
Erstellt am 12. August 2005

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