CANON 7
Die wichtigsten Mess-Sucherkameras von Canon und ihre Bedienung und Bewertung an Hand der Canon7

Bedienung der Canon 7:

 

Die wichtigsten Bedienungselemente:

  1. Im Messsucher können Leuchtrahmen für 35, 50, 85/100 und 135 mm Brennweite eingespiegelt werden. Der entsprechende Rahmen wird mit diesem Rad gewählt. Beim Blick durch den Sucher ist der jeweilige Rahmen sowie auf seiner Unterseite die Brennweite sichtbar. Lediglich bei 85/100 werden zwei entsprechend bezeichnete Rahmen eingespiegelt. Bei japanischen Mess-Sucherkameras waren die Brennweiten 85 bzw. 100 mm viel häufiger als die Brennweite 90 mm. Der Messsucher mit einer Suchervergrößerung von 0,80 unterscheidet sich angenehm von den winzigen Suchern der Schraubleicas - erst bei der IIIg wird eine vergleichbare Sucherqualität erreicht. Bei allen Schraubleicas mit Ausnahme der IIIg fehlt ein Leuchtrahmensucher und es fehlt daher die Einspiegelung von Bildrahmen für unterschiedliche Brennweiten. Erst bei der IIIg wird, immer sichtbar, der Rahmen für 50 und für 90 mm Brennweite eingespiegelt. Einen objektiv besseren Sucher besitzen erst die Leica M3 ab 1954 und ihre Nachfolgemodelle. Besser sind diese Sucher einerseits wegen der Suchervergrößerung von 0,91 und wegen der durch die Objektive gesteuerten automatischen Wahl des entsprechenden Sucherrahmens, abhängig von der Brennweite des angesetzten Objektivs.

  2. Skala des Belichtungsmessers mit 2 Messbereichen. Nach Wahl des Messbereiches und Einstellung der gewünschten Zeit ist auf der Skala die entsprechende Blende abzulesen, im Bild Blende 5,6 - 8 bei 1/125 Sekunde.

  3. Drehrad für die Auswahl des Messbereiches.

  4. Nach Druck auf diesen Knopf kann nach Anheben des Zeitenrades die Filmempfindlichkeit in ASA/DIN ins Rechenwerk des Belichtungsmessers eingegeben werden - im Foto: 100 ASA .

  5. Zeitenrad mit Verschlusszeiten von 1 - 1/1000 Sekunde, B T und X. X bezeichnet die Synchronzeit, T leitet sich von Time ab: Durch Druck auf den Auslöser öffnet sich der Verschluss, durch Drehen des Zeitenknopfes auf eine andere Einstellung schließt er sich wieder - praktisch für Nachtaufnahmen ohne Drahtauslöser.

  6. Der rote Punkt dreht sich beim Filmtransport.

  7. Der geriffelte Ring um den Auslöser ist drehbar. Zeigt die auf der Abbildung nur schlecht sichtbare Markierung auf R, kann der Film rückgespult werden. Auf A steht der Ring, wenn der Film nach jeder Aufnahme transportiert werden soll, steht die Markierung gegenüber dem roten Punkt, ist der Auslöser gesperrt.

  8. Zählwerkfenster

  9. Transporthebel

10. Firmenname und Gehäusenummer

Vom Einlegen des Films bis zur Rückspulung am Filmende:

  1. Heben Sie den Knebel am Boden der Kamera an und drehen Sie ihn um 180 Grad. Drücken Sie sodann die verchromte Raste am Gehäuse oberhalb dieses Knebels leicht nach unten bis die Rückwand aufspringt.
     

  2. Ziehen Sie die Filmzunge ungefähr 10 cm aus der Filmpatrone. Ziehen Sie sodann die Rückspulkurbel nach oben und legen Sie die Patrone in die Patronenkammer und drücken Sie die Rückspulkurbel (gegebenenfalls unter leichter Drehung, bis sie einrastet) nach unten. Vermeiden Sie dabei unter allen Umständen, die empfindlichen Verschlussrollos zu berühren - es gibt keine Ersatzteile mehr.
     

  3. Stecken Sie die Filmzunge in den Schlitz der Aufwickelspule rechts, spannen Sie den Film, achten Sie, dass er festsitzt beim Betätigen des Aufzugsknopfes und schließen Sie sodann die Kamera durch Drück auf die Rückwand. Danach drehen Sie den Knebel in seine Ausgangsstellung zurück und legen ihn um.
     

  4. Machen Sie mehrere Leeraufnahmen, bis das Bildzählwerk auf 1 steht. Damit ist die Kamera aufnahmebereit.
     

  5. Wählen sie eine ausreichend kurze Belichtungszeit und mit dem Rad 3 den der Helligkeit entsprechenden Messbereich, visieren Sie ihr Motiv an und legen Sie an Hand des Zeigerausschlages und des passenden schwarzen oder weißen Feldes den passenden Blendenwert fest, den Sie dann am Objektiv einstellen. Selen-Belichtungsmesser werden nicht ein- oder ausgeschaltet, die Selenzelle hinter dem Wabenfenster liefert immer Strom und benötigt keine Batterie.
     

  6. Bestimmen Sie den Bildausschnitt mittels des für die verwendete Brennweite passenden Leuchtrahmens im Sucher und legen Sie durch Drehen der Entfernungsskala durch Blick in den Sucher die richtige Entfernungseinstellung fest. Den für das jeweils passende Objektiv richtigen Leuchtrahmen bestimmen Sie mittels Drehrad 1 und Blick auf die Brennweitenangabe im Fenster dieses Drehrades.
     

  7. Lösen Sie die Kamera aus.
     

  8. Transportieren Sie den Film mittels des Filmtransporthebels weiter. Achten Sie dabei auf die Drehung des roten Punktes im Sichtfenster 6 (alternativ achten Sie darauf, dass die eingeklappte Rückspulkurbel sich dreht).
     

  9. Wollen Sie einen Blitz verwenden, benötigen Sie eine im Handel erhältliche Blitzhalterung, ein Blitzgerät mit Kabel bzw. einen zusätzlichen Kabeladapter, den Sie mit der Blitzbuchse an der Kameraseite unterhalb der Rückspulkurbel befestigen. Stellen Sie sodann den Zeitenknopf auf X (1/60 Sekunde). Achten Sie auf die Einstellung des richtigen Blendenwertes - die Kamera hat keinerlei Blitzautomatik und stellt die Belichtungszeit auch nicht automatisch um. Mit manueller Blendeneinstellung an Hand der Leitzahl können Sie jedes E-Blitzgerät mit passender Buchse verwenden; andere verwenden Sie in der Automatikstellung des Blitzgerätes - lesen Sie diesfalls die Gebrauchsanleitung. Allfällige Zusatzkontakte Ihres speziellen Blitzgerätes stören zwar nicht, sind aber an der Canon7 funktionslos. Die entsprechenden Automatiken waren 1961 noch nicht erfunden.
     

  10. Nach der letzten Aufnahme drehen Sie die Markierung des Ringes um den Auslöser auf R, klappen die Rückspulkurbel auf und spulen den Film in die Patrone zurück. Wollen Sie den Film selbst entwickeln, hören Sie mit der Rückspulung auf, sobald der Film sich hörbar von der Aufwickelspule löst, so bleibt ein Stück der Filmzunge außerhalb der Patrone und der Film lässt sich leichter vor der Entwicklung aus der Patrone entnehmen.
     

  11. Öffnen Sie die Rückwand und entnehmen die Patrone mit dem Film und schließen sodann die Kamera wieder bzw. legen einen neuen Film ein - siehe oben.

Sie werden sehen, Fotografieren mit der Canon7 ist ein Vergnügen, wenn Sie auf die traditionelle Art mittels einer mechanischen (Film-) Kamera hoher Qualität fotografieren wollen. Weder die Canon7 noch die selteneren Canon7s bzw. Canon7sZ sind billig, aber im Vergleich zu Schraubleicas sind sie ausgesprochen preiswert und diese Kameras von Canon sind - dank besserer Sucher - durchaus alltagstauglich.

Gehen Sie dennoch mit so alten Kameras nach Möglichkeit pfleglich um; ich würde mit alten Kameras auch nicht einzigartige Ereignisse im Leben festhalten oder nur mit einer Canon7 auf Weltreise gehen wollen.

Reparieren lassen sich Mess-Suchercanons wie die Canon7 mangels Bestandteilen nicht mehr, im Unterschied zu vergleichbar alten Leicas. Was nützt freilich die theoretische Reparaturmöglichkeit z. B. bei defektem Verschluss, wenn die Reparatur mehr kostet als die Kamera wert ist?

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Fotografieren mit ihrem Altertum!

Peter Lausch

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Peter Lausch
Erstellt am 4. November 2004
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