CANON 7
Die wichtigsten Mess-Sucherkameras von Canon und ihre Bedienung und Bewertung an Hand der Canon7

Einleitung:

Die Canon 7 ist eine Mess-Sucherkamera mit Wechselobjektiven, die von Canon von Herbst 1961 bis Anfang 1965 erzeugt wurde.  Sie und ihr Nachfolgemodell Canon 7s sowie die von manchen so bezeichneten Variante Canon 7sZ (siehe unten) ist sie die letzte so genannte Leica-Kopie (bzw. auf Neudeutsch: Leica-Copy) von Canon. Danach hat sich Canon auf die Herstellung von Spiegelreflexkameras (im Folgenden als SLR bezeichnet) und von vergleichsweise einfachen Sucherkameras ohne Wechselobjektive konzentriert.


Canon 7 mit Voigtländer (Cosina) Nokton 1,5/50 mm


Leica IIIg aus dem Jahre 1959

Vergleicht man dieses (das zeitlich letzte) Modell der Leicas mit Schraubgewinde M39 mit der <Leica-Kopie> von Canon stellt sich unweigerlich die Frage: Schaut so die Kopie eines Originals aus?

Was ist eigentlich eine Kopie der Leica?

Die Sammler von Leicas haben sich schon längst für eine Definition entschieden. HPR schreibt in seinem Buch <Leica Copies>, Classic Collection Publications, London, 1994, eine Kopie der Leica liege vor, wenn eine Kamera

- äußerlich der Leica nachempfunden sei,

- einen Schlitzverschluss eingebaut habe,

- das Objektiv auswechselbar und mit den Leitz-Objektiven austauschbar sei, gleichgültig, ob die Kamera Gewinde- oder Bajonettanschluss habe, also bei Gewindekameras einen Innendurchmesser des Anschraubringen von M39 mit einer Gewindesteigung von 0,977 mm habe,

- das Auflagemaß bei Gewindekameras 28,8 mm betrage.

Auf diese Weise kommt HPR zu einer stattlichen Menge von solchen Kopien, andere zählen sogar 300 verschiedene Kopien.

Definieren kann man Vieles, genau oder ungenau. Ist nicht jeder PKW der heute gebaut wird, eine Kopie des allerersten Mercedes? Alle haben vier Räder, ein Lenkrad und einen Verbrennungsmotor. Und ist nicht eine Birne die Kopie eines Apfels? Beide sind essbar, beide sind Obst und beide wachsen auf Bäumen.

Im Ernst: es gibt auch meiner Meinung eine lange Reihe von mehr oder minder sklavischen Nachbauten der Schraubleicas. Viele Modelle japanischer Firmen sind schlicht und einfach Kopien, die Zorkis und FEDs aus der ehemaligen Sowjetunion gehören auch dazu.

Die späten Mess-Sucherkameras von Canon sind indessen in diesem Sinne keine Kopien (ebenso wenig wie die Mess-Sucherkameras von Nikon Kopien der Contax).

Das zeigen nicht nur die beiden vorstehenden Abbildungen, das zeigt auch ein Vergleich der meiner Meinung nach wichtigsten Unterschiede zwischen dem zeitlich letzten Modell der Leica IIIg mit Schraubgewinde und der Canon 7:

CANON 7

LEICA IIIg

Mit der Entfernungseinstellung der Kamera gekuppelter Mess-Sucher Kein Mess-Sucher, separater Sucher- und Entfernungsmessereinblick, dadurch langsamer
Leuchtrahmen für 4 Brennweiten im Sucher (35, 50, 85/100 und 135 1. Leica mit Leuchtrahmen für Objektive mit 50 + 90 mm Brennweite
Während des Belichtungsvorgangs sich nicht drehender Zeitenknopf Zeitenknopf dreht sich, separater Zeitenknopf für Zeiten von 1/30 - 1 Sekunde
Mit der Zeiteinstellung gekuppelter Selen-Belichtungsmesser Kein kuppelbarer Belichtungsmesser verfügbar
Schnelltransporthebel und Rückspulkurbel Langsamere Bedienung durch Transportknopf und Rückspulknopf ohne Kurbel
Leiser und leichtgängiger Metallschlitzverschluss Ausgezeichneter, aber wartungsbedürftiger Tuchschlitzverschluss
Aufklappbare Rückwand und komplikationsloses Filmeinlegen Vielfach als kompliziert empfundenes Filmeinlegen von der Gehäuseunterseite nach Abnahme des Kamerabodens
Größer und schwerer als Leicas mit Schraubfassung, ein wenig länger und höher als M-Leicas Unübertroffene Handlichkeit durch vergleichsweise kleineres Gehäuse
Sehr gute Objektive von Canon in allen gängigen Brennweiten und Anschlussmöglichkeit einer großen Zahl vielfältigen Zubehörs für faktisch alle Aufgaben der bildmäßigen und wissenschaftlichen Fotografie Ausgezeichnete Objektive von Leitz in allen gängigen Brennweiten und Anschlussmöglichkeit einer großen Zahl vielfältigen Zubehörs für faktisch alle Aufgaben der bildmäßigen und wissenschaftlichen Fotografie

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Peter Lausch
Erstellt am 4. November 2004
Rechtliches

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