Der Aufsichtssucher AYOOC:

Der aufsteckbare Aufsichtssucher mit dem Codenamen AYOOC ermöglicht den Einblick von oben, sodass die Kamera, vor der Brust hängend, ausgelöst werden kann, um möglichst unbemerkt zu fotografieren.

AYOOC ist das Nachfolgemodell des - bekannteren - AUFSU, der ab 1932 lieferbar gewesen sein dürfte. Vom AUFSU unterscheidet sich der AYOOC  durch die in der Abbildung rechts oben sichtbare klappbare Vorsatzlinse - vor den Sucherausblick geklappt, wird das Bildfeld für 35 mm sichtbar. Der AYOOC macht daher insbesondere dann Sinn, wenn man sowohl ein Normalobjektiv als auch ein Elmar 3,5/3,5 cm besaß.

Um den Sucher zu benützen, wird er im Zubehörschuh der Kamera befestigt; der Einblick erfolgt von oben über einen im Sucher eingebauten Spiegel. Um das Bild zu komponieren, bringt man das oben sichtbare Kreuz mit einem Kreisring  

im Sucher zur Deckung: was man sieht, wird auf dem Film abgebildet.  Der Sucher ist nicht klein: der AYOOC wie die anderen, auf dieser Seite genannten Varianten, besitzt einen 14x14 mm großen Suchereinblick.

In Aufnahmehaltung hinter dem Einblick besitzt der Sucher einen Sucherschuh, um zum Beispiel einen Entfernungsmesser aufstecken zu können. So wie abgebildet, dient der Sucher für Aufnahmen im Querformat. Für Hochformataufnahmen gibt es seitlich einen zweiten Sucherschuh, der in der nachfolgenden Abbildung sichtbar ist:


 

Leitz wäre nicht Leitz, hätte es nicht noch weitere derartige Sucher gegeben: Für das Hektor 1,9/7,3 cm Hektor gab es einen speziellen AUFSU für diese Brennweite, und als Abwandlung des AYOOC (für 5 und 3,5 cm Brennweiten) gab es den AHOOT für die Normalbrennweite sowie (mit entsprechender Vorsatzlinse vorgeklappt) für das Hektor 6,3/2,8 cm Weitwinkelobjektiv.

In den Leitz-Katalogen finden sich alle diese Sucher 1939 zum letzten Mal. Sie sind ein wenig skurril und wurden nur selten gekauft; am häufigsten findet sich noch der AUFSU, alle anderen Varianten sind recht selten, am seltensten der AUFSU für das Hektor 1,9/7,3 cm. Ein schön erhaltene AUFSU kostet sicherlich an die € 200, die anderen Varianten entsprechend mehr - die Skurrilität lockt die Sammler.

 

 

© Peter LAUSCH, 2007
Erstellt am 26. Juli 2007, geändert 5.3.2014
 

Zurück   l    Hinauf