Inhalt

Einleitung

AHNEN

URLEICA

LEICA I

Compur-
LEICA

1. Wechsel-
objektive


LEICA II

Standard-
LEICA

LEICA III,
IIIa IIIb,
IIIc,
IIId etc.

LEICA IIIf

LEICA IIIg

LEICA M2

LEICA M3

LEICA M1

LEICA M4

LEICA M5

LEICA M6

LEICA M7

Ausklang

1931 mit
der LEICA
fotogra-
fieren

Bedienung
einer Schraub-
LEICA

Kauf einer
gebrauch-
ten LEICA?

Literatur

Hochmut vor dem Fall 

 

 

Ausklang

 

Ich denke, im Besonderen bei der LEICA MP und M7 stoßen zwei Welten aufeinander: die traditionelle Denkweise, welche eine Kamera auf das reduziert, was die LEICA von Anfang an war: eine Kamera, mit der man, so man mitdenkt und ein wenig Vorwissen und Interesse mitbringt, ganz prächtig großartige Aufnahmen machen kann. Die Kamera liefert die technische Grundlage, bedienen muss sie der Fotograf und damit hat er alle Möglichkeiten sozusagen in seiner Hand.

Japanische Produzenten scheinen mir hingegen anders zu denken: sie wollen Kameras erzeugen, welche durch vielerlei Automatiken einem jeden ohne viel Nachdenken technisch einwandfreie Aufnahmen ermöglichen. Dafür sorgt heutzutage ein hohes Maß an Elektronik, die eine Kamera sozusagen in einen (sehr kleinen und einfachen) Computer verwandelt. Man sehe sich bloß einmal die elektronischen Schaltungen einer Nikon F5 an, um nur ein Beispiel anzuführen.
   
Wer jemals mit einer LEICA fotografiert hat, weiß, dass es erst dieser Aufwand ist, der manche Aufnahmen sozusagen mühelos gelingen lässt. Eine Nahaufnahmen mit dem Visoflex-Ansatz an einer LEICA und einem LEICA-Objektiv ohne Springblende samt Berechnung der notwendigen Belichtungsverlängerung durch den längeren Auszug wird zur Arbeit. Die gleiche Aufnahme mit einer modernen SLR mit TTL-Belichtungsmessung mag ja vielleicht nicht direkt ein Vergnügen sein, aber sie gelingt mit weniger Aufwand und mit wenige Ausschuss infolge eigener Fehler. Auf manchen Gebieten der Fotografie ist daher eine Kamera vom Typ der LEICA einfach nicht mehr konkurrenzfähig.
   
Nach wie vor aber gilt, dass die LEICA auf anderen Gebieten unübertrefflich ist. Mit keinem anderen Kameratyp gelingen so einfach Aufnahme von Menschen, im Alltag und in Situationen, in denen es auf unauffälliges Fotografieren ankommt, um nicht die Situation oder die Stimmung etc. zu zerstören. Darüber ließen sich ganze Bücher schreiben. Ich versuche es erst gar nicht, ich weise nur auf die vielen Bücher mit Fotos hin, die mit einer LEICA gemacht worden sind. Unvergängliche Bilder sind mit einer LEICA entstanden, Bilder, die unser Weltbild geprägt haben. Ich denke, das ist der beste Beweis dafür, was man und wie man mit einer LEICA fotografieren kann, auch wenn man selbst keine solchen unvergänglichen Bilder zusammenbringt.
   
Die LEICA ist seit 1925 zu einem in seiner Art vollkommenen Werkzeug geworden. Natürlich wurde sie verbessert, natürlich gibt es die Leute, die davon träumen, was man alles bei einer LEICA M7 besser machen könnte, von einem viel genaueren elektronisch gesteuertem Verschluss bis zur aufklappbaren Rückwand. Ich gehöre auch zu den Fantasten, ich habe auch meine Seite über denkbare und technisch sicher mögliche Verbesserungen.
   
Die LEICA Camera AG hat in den vergangenen Jahren - unter Beibehaltung des Konzepts - begonnen, einigen Besonderheiten (nicht Schwächen) des Konzepts mehr Rechnung zu tragen als früher. Da gehört einerseits die Suchervergrößerung dazu, denen man durch drei gleiche, aber in der Suchervergrößerung unterschiedliche Versionen Rechnung tragen will. Damit wird immer wieder geäußerten Klagen über das bei längeren Brennweiten zu kleine und daher schwer beurteilbare Sucherbild ebenso entsprochen wie den Klagen über die schlechte Sichtbarkeit des Rahmens für das 28er. Und durch den Einbau einer Blitzbelichtungsmessung in die aktuell verkauften Kameras wird auch dem Wunsch vieler Fotografen nach einer einfacheren Blitzbelichtung und einfacherer Aufhellung bei Tageslicht entsprochen, soweit eben das Konzept des mechanisch gesteuerten Schlitzverschlusses es zulässt.
   
Irgendwann wird wohl der mechanische Verschluss ausgedient haben und wird mehr Elektronik als schon heute auch in ein zukünftiges Modell der LEICA eingebaut werden. Ob das dann noch die klassische LEICA sein wird, bleibt abzuwarten. Das habe ich im Juli 2002 geschrieben. 

Wie man weiß, hat Leica inzwischen die M7 mit einem elektronisch gesteuerten Verschluss herausgebracht (Mehr finden Sie hier), und ist, nach Einstellung der M6 TTL mit der im Frühjahr 2003 auf den Markt gekommenen Leica MP wieder einen Schritt zurückgegangen zum mechanisch gesteuerten Verschluss ohne Blitzbelichtungsmessung, dafür mit Bauteilen, die an die Leica M3 erinnern (Mehr davon finden Sie hier).
   
Ich hoffe bloß, dass wir auch mit den zukünftigen Modellen der LEICA ebenso schöne Bilder machen werden, wie mit den früheren und den heutigen Modellen. Und manchmal macht man uns ja ohnehin eine kleine Freude: Jahre haben manche LEICA-Freaks gejammert, weil der geschwungene LEICA-Schriftzug auf der Gehäuseoberseite weggefallen war. Siehe da, was lieferte man in Japan in Form der LEICA M6 TTL o,58?



  
Schon seit einigen Jahren wird darüber gemunkelt und machen Sprecher von LEICA mehr oder minder geheimnisvolle Andeutungen, jetzt ist es so weit. Während der Photokina wird LEICA (inzwischen übrigens nach dem Ausscheiden von Hermes zu fast 90 % im Besitz einer Beteiligungsfirma mit Sitz in Österreich) die M 8 vorstellen, eine digitale Leica mit einem 10 MP-Sensor. An dieser Kamera werden fast alle Objektive verwendbar sein, die Leica jemals erzeugt hat - bei den älteren Objektiven sollte man dennoch ins Datenblatt der LEICA sehen. Stolzer Preis: ca. 4.200 € allein fürs Gehäuse. Um dieses Geld könnte sich einer 5 Canon EOS 400D, ebenfalls mit einem 10 MP-Sensor, kaufen.

Was die Verwendbarkeit betrifft, wird die LEICA M 8 dieselben systemimmanenten Beschränkungen aufweisen wie ihre <Schwestern> für herkömmlichen Kleinbildfilm. Ob es LEICA mit dieser Kamera gelingt, in Zukunft mehr als ein Nischendasein zu führen, bleibt angesichts des Preises abzuwarten. Denn es gilt natürlich, neue Käuferschichten für den Kauf einer - nun digitalen - LEICA zu interessieren und für diese Erstkäufer kommt zu den 4.200 € fürs Gehäuse noch der nicht geringe Preis der Objektive dazu, welche das Fotografieren mit der LEICA erst zum Vergnügen machen - mit technisch herausragenden Ergebnissen.

Denn gleiches gilt in abgewandelter Form natürlich auch für die anderen digitalen Kameras unter dem LEICA-Label, die alle miteinander von Panasonic stammen und als LEICA-Kamera mehrere hundert Euro teurer sind.

Wäre dies eine Seite, die sich mit wirtschaftlichen Aspekten befasst, ach, man könnte allerlei schreiben. So aber, als Anwender, schreibe ich bloß, ich wünsche der Firma Leica Camera A. G. viel Glück - sie wird es brauchen.

Lassen Sie mich damit diese kleine und ganz subjektiv gefärbte Geschichte der LEICA abschließen, die - trotz gelegentlicher Kritik - nichts weiter sein soll als mein persönlicher Tribut an eine schöne Kamera, die ich nicht missen möchte.

 

 

Hinauf

Peter LAUSCH
Zuletzt geändert am 
19.9.2006

Rechtliches

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