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Inhalt
1. Wechsel-
LEICA III,
LEICA IIIf
1931 mit
Bedienung |
Ausklang
Ich denke, im Besonderen bei der LEICA MP und M7 stoßen zwei Welten aufeinander: die traditionelle Denkweise, welche eine Kamera auf das reduziert, was die LEICA von Anfang an war: eine Kamera, mit der man, so man mitdenkt und ein wenig Vorwissen und Interesse mitbringt, ganz prächtig großartige Aufnahmen machen kann. Die Kamera liefert die technische Grundlage, bedienen muss sie der Fotograf und damit hat er alle Möglichkeiten sozusagen in seiner Hand. Japanische Produzenten scheinen mir
hingegen anders zu
denken: sie wollen Kameras erzeugen, welche durch vielerlei Automatiken
einem jeden ohne viel Nachdenken technisch einwandfreie Aufnahmen
ermöglichen. Dafür sorgt heutzutage ein hohes Maß an Elektronik, die
eine Kamera sozusagen in einen (sehr kleinen und einfachen) Computer
verwandelt. Man sehe sich bloß einmal die elektronischen Schaltungen
einer Nikon F5 an, um nur ein Beispiel für eine Kamera anzuführen,
die Filme auf Silberhalogenidbasis verwendet - von den modernen
digitalen Spiegelreflexkameras japanischer Hersteller gar nicht zu
reden. Wie man weiß, hat
Leica inzwischen die M7 mit einem elektronisch gesteuerten Verschluss
herausgebracht (Mehr finden Sie
hier), und ist, nach Einstellung der M6
TTL mit der im Frühjahr 2003 auf den Markt gekommenen Leica MP wieder
einen Schritt zurückgegangen zum mechanisch gesteuerten Verschluss ohne
Blitzbelichtungsmessung, dafür mit Bauteilen, die an die Leica M3
erinnern (Mehr davon finden Sie
hier).
Was die Verwendbarkeit betrifft, hat die LEICA M 8 dieselben systemimmanenten Beschränkungen wie ihre <Schwestern> für herkömmlichen Kleinbildfilm. Ob es LEICA mit dieser Kamera gelingt, in Zukunft mehr als ein Nischendasein zu führen, war von Anfang an schon angesichts des Preises zweifelhaft. Denn es gilt natürlich, neue Käuferschichten für den Kauf einer - nun digitalen - LEICA zu interessieren und für diese Erstkäufer kommt zu den 4.200 € fürs Gehäuse noch der nicht geringe Preis der Objektive dazu, welche das Fotografieren mit der LEICA erst zum Vergnügen machen - mit technisch herausragenden Ergebnissen. Wie man weiß, war der Start der digitalen M8 nicht übermäßig glücklich. Alle Personen mit schwarzen oder allgemein dunklen Mänteln, Anzügen und Kleidern mit Kunststoffbeimischung trugen auf den Aufnahmen lila Mäntel, Anzüge und Kleider. Ein entsprechendes Filter vor dem Sensor war konstruktiv entfallen und niemand, ach niemand, wollte die lila Verfärbungen in der Testphase bemerkt haben, war die offizielle Erklärung. Seltsam. Also durften die Käufer der ersten 1000 oder 1500 Leica M8 ihre Kamera zur Verbesserung auf Kosten von Leica einschicken und seither wird jede neue Kamera mit 2 passenden Filtern ausgeliefert. Das halte ich auch für Murks. In der Zwischenzeit dürfte auch eingetreten sein, was manche von Anfang an befürchtet haben: Leica M8 haben jene gekauft, die auch eine digitale Leica haben wollten. Neue Käuferschichten wurden nicht wirklich erschlossen. Inzwischen ist dieser Interessentenkreis befriedigt und die Umsätze sinken bedeutend. Irgendwann wird eine Leica M9 auf den Markt kommen, wann, steht in den Sternen. Bis dahin wird man mit einer M8 oder einer geringfügig verbesserten Leica M8.2 leben müssen. Kann man natürlich als Anwender, kein Zweifel. Schlimmer dran sind jene, welche gerne mit einer digitalen SLR von Leica fotografiert hätten, z. B., weil sie eine Menge extrem teure Objektive zu ihren Film-SLRs von Leica besitzen. Es gibt keine digitale SLR von Leica. Irgendwann im Sommer oder Herbst wird eine digitale SLR mit übergroßem Sensor auf den Markt kommen, schon vom kolportierten Preis her ausschließlich für Profis. Danach, wird angekündigt, wird es auch eine digitale R10 in den für Leica üblichen Preisgefilden (also sehr teuer) geben, mit Autofokus und so, sagt man. Das wird dann eine Kamera sein, mit der man jene Aufnahmen wird machen können, die man heute schon mit den Kameras der Weltmarktführer zustande bringt - aber natürlich bei der R10 in der unvergleichlichen Qualität, die man von Leica gewöhnt ist. Warten wir's ab, ob solche Argumente jene Käufer überzeugen werden, für welche Leica heute nur mehr eine Erinnerung ist, mit der sie nicht viel verbinden - zum Unterschied von uns, die sich die Nase plattgedrückt haben an den Auslagenscheiben, hinter denen eine Leica stand. Wäre dies eine Seite, die sich mit wirtschaftlichen Aspekten befasst, ach, man könnte noch allerlei schreiben. So aber, als Anwender, schreibe ich bloß, ich wünsche der Firma Leica Camera A. G. viel Glück - sie wird es brauchen. Lassen Sie mich damit diese kleine und ganz subjektiv gefärbte Geschichte der LEICA abschließen, die - trotz gelegentlicher Kritik - nichts weiter sein soll als mein persönlicher Tribut an schöne Kameras, die ich nicht missen möchte.
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| Hinauf | Peter LAUSCH
Rechtliches
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