Homepage

Einleitung und  wichtige Hinweise

1. Teil
Anfänge

2. Teil
Nikon M  Nikon S, Nikon S2

3. Teil
Nikon SP

4. Teil
Nikon F

5. Teil
Nikkorex

6. Teil
Nikon F2

7. Teil
Nikkormat

8. Teil
Nikon FM

9. Teil
Nikon F3

10. Teil
Nikon FM2

11. Teil
Nikon F-301

12. Teil
Nikon F4

13. Teil
Nikon F90

14. Teil
Nikon F5

15. Teil
Nikon F100, D1 F80 und F65
 

16. Teil
Ausblick

Literatur zur Nikon

Anhang:
Nikon Digital für
Profis

Nikon 
D1X

Motoren

Belichtung
bei den SLR

 Leica-Story

 

 

4. Teil/Fortsetzung 2: 

 

Sonderausführungen der Nikon F

Red Dot
     
Als Nikon den ersten Photomic-Sucher einführte, den Photomic T, musste dieser Sucher aus technischen Gründen eine bestimmte Mindesgröße haben und passte nicht in den Suchereinsatz des Gehäuseoberteils. Daher musste die Öffnung für den Suchereinsatz geringfügig vergrößert werden. Die Gehäuse mit den Seriennummern  659xxxx  bis 660xxxx erhielten daher vor der Nummer einen zusätzlichen roten Punkt. Der zeigte an, dass das Gehäuse ohne weitere Änderungen für den Photomic T geeignet war. Ab der Seriennummer 670xxxxx wurde der rote Punkt wieder weggelassen. Nikon ging davon aus, dass kein Käufer einer Nikon F zu diesem Zeitpunkt mehr Zweifel haben würde, dass auch der Photomic T passen würde. Noch etwas kennzeichnet alle Red Dots: das alte Logo der Nippon Kogaku K. K.
    
Was die früheren Exemplare (vor 659xxxx) angeht, so konnten die in autorisierten Werkstätten an den Photomic T angepasst werden. Daher finden sich auch frühere Nikons mit Photomic T-Sucher ohne Red Dot.
     
Die Red Dots sind daher weder selten, noch sind sie etwas Besonderes. Sie enthalten lediglich einen Hinweis auf eine geringfügige konstruktive Änderung, wie Nikon sie sehr häufig vorgenommen hat, ohne viel Aufhebens zu machen. Nur die Sammler denken anders und wünschen sich eine Red Dot und sind zusätzlich bereit, dafür wesentlich mehr Geld auszugeben als für eine "gewöhnliche" gleich gut erhaltene Nikon F mit der gleichen Ausstattung.
     
Wollen Sie eine Red Dot, werden Sie in Europa wahrscheinlich kaum fündig werden, denn in den ersten Produktionsjahren wurden Nikon F-kameras nur sehr selten in Europa verkauft. Meine Nikon F Photomic T mit der Gehäusenummer 672 1894 ist somit zwar eine mit dem alten Logo auf der Gehäuseoberseite, aber leider keine Red Dot.

High Speed
Von der Nikon F gab es ab 1971 auch eine "High Speed"-Ausführung, mit denen sich mit einem angepassten Motor F36 bis zu 7 Bilder/sec. fotografieren ließen.  Allerdings musste dazu der Spiegel hochgeklappt und ein spezieller Sucher angesetzt werden, sodass die Nikon F sozusagen zu einer Sucherkamera ohne Entfernungsmesser wurde. Das Ganze war natürlich ein gewisser Murks, gebaut im Konkurrenzkampf mit der Fa. Canon um die schnellste Kamera. Gebaut wurde die Nikon F High Speed ohnehin nur in ganz geringen Stückzahlen, max. 54 Stück. Nur zum Vergleich: Die sozusagen normale Nikon F mit normalem Motor F36 lieferte unter günstigen Umständen 4 Bilder/sec. Damit ich keine Missverständnisse erzeuge: auch die High Speed war eine normale Nikon F, nur der Motor war entsprechend schneller. Und ebenfalls zur Vermeidung von Missverständnissen: 7 Bilder/sec. wurden bei einer Verschlusseinstellung etwa auf 1/60sec naturgemäß nicht erzielt.
    
Mit Sicherheit wurden anlässlich der Olympischen Spiele in Montreal weitere 20 Stück mit einer Geschwindigkeit von max. 9 Bildern/sec. gebaut, dem Vernehmen nach aber nur mit dem Langfilmmagazin für 250 Aufnahmen auf 10m Film. Nur am Rande: 1978 schaffte dann die Nikon F2 High Speed sogar 10 Bilder/sec und 1996 die F3 High Speed 14 Bilder/sec. Und um den Aufstecksucher zu vermeiden, soll für die Illustrierte Life eine Nikon F High Speed mit einem halbdurchlässigen Spiegel (der Firma Canon) versehen worden sein. Auch nur zum Vergleich: die serienmäßige und lieferbare Nikon F5 liefert 8 Bilder/sec mit funktionierender AF-Einstellung.
    
Sammlerherz, schlage besser nicht höher, keiner weiß so recht, was aus den wenigen Nikon F High Speed-Kameras geworden ist.

Nikon F Apollo
Ab 1972 bis zum Produktionsende 1974 erhielten die Gehäuse der Nikon F einen Selbstauslöserhebel und einen Transporthebel mit einer Verkleidung aus schwarzem Plastik. Inoffiziell heißen sie Apollo, keiner weiß so recht, warum, vielleicht, weil sie so schön waren wie Apollo? Diese Ausführung ist nicht selten; für sie spricht allenfalls, dass - so wie bei Autos - die letzten Jahrgänge oftmals die besten sind, weil alle Verbesserungen der Produktionsjahre in diese Exemplare einfließen. Auch handelt es sich um die - relativ - jüngsten Nikon F-Kameras. Dafür sind sie meist auch teurer im Handel.

NASA
Mindestens 4 verschiedene Ausführungen von Nikon F-Kameras wurden von der NASA den Astronauten in den Weltraum mitgegeben: Alle sind sie zum Schutz vor Reflexionen mit schwarzem Speziallack versehen. Dazu gehört einmal eine Nikon F Photomic FTN, eine Ausführung dieser Kamera mit fest angebautem Motor F36, ferner Nikon F´s mit Lichtschachtsucher und Motor F36 und schließlich eine Ausführung mit Sportsucher und Motor F36.

Navy KS-80A
    Dabei handelt es sich um schwarze Nikon F-Kameras mit Motor und Pistolengriff und Zoom-Objektiv 4,5/43-86mm, dessen Entfernungseinstellung auf Unendlich eingestellt war. Damit ein jeder weiß, dass die Kamera der Flotte der Vereinigten Staaten gehört, prangt auf dem Pistolengriff die Aufschrift U. S. NAVY.
    
Wozu die Flotte so etwas braucht? Damit die amerikanischen Helden in ihren Düsenjägern mit 4 Bildern/sec den Abschuss feindlicher Flugzeuge oder die Wirkungsweise ihrer Bomben auf vietnamesische Dörfer zu Zeiten fotografieren konnten, als noch keine automatischen Videokameras in ihre Flugzeuge eingebaut waren.

US Air Force KE-48C

Eine so große Streitmacht wie es innerhalb der amerikanischen Streitkräfte die Luftwaffe ist, benötigt für diverse Zwecke auch Kameras. Auch die Air Force hat daher mindestens einmal eine nicht genau bekannte Zahl von Nikon F-Kameras gekauft.
   
Nicht viele haben sich erhalten und die, welche man gelegentlich auf Fotos sieht, scheinen recht abgewetzt und allgemein in schlechtem Zustand. Aber eine Streitmacht, die angeblich im Vietnamkrieg defekte Nikons einfach von den Flugzeugträgern ins Meer warf, geht nicht pfleglich mit ihrem Gerät um. Innerhalb einer Woche sollen neue Kameras angeliefert worden sein, die Rücksendung und Reparatur in den USA hätte 4 - 6 Wochen gedauert, wird behauptet.
   
Sie werden daher kaum Gelegenheit haben, eine solche Kamera jemals in natura zu sehen, geschweige denn zu kaufen.
   
Viel haben Sie damit nur insofern verloren, als jedes Sammlerherz beim Gedanken an eine solche Nikon freudig schlägt und - viel Geld fällig wird, denn diese Nikons sind außergewöhnlich selten. Erkennbar sind sie am Schriftzug USAF auf der Oberseite des Gehäuses neben der Rückspulkurbel und bekannt sind sie erst seit einem Artikel im
Journal der Nikon Historic Society vor einigen Jahren.

Weiß beledert

Nur der Kuriosität halber: ein Herr namens John Faber aus - den USA - ließ sich von Nikon zwei weiß belederte Nikons bauen, mit den Seriennummern 650 7770 und 650 7771. Sollte daher Ihnen eine Nikon F mit weißem Leder als Bezug des Gehäuses unterkommen, prüfen Sie genau, ehe Sie kaufen. Wahrscheinlich stammt die Kamera aus Russland, wo auch eine Reihe sehr seltener Leicas herkommt.

Keine Sonderausführung,

sondern nur eine <ganz gewöhnliche> schwarze Nikon F Photomic T samt Tasche, Originalschachtel und Bedienungsanleitung sehen Sie hier:


Diese 1960 gebaute Kamera ist im Originalzustand: Original verpackt, ohne Gebrauchsspuren und ohne dass jemals ein Film eingelegt worden wäre. Und es ist auch noch die seltene schwarze Ausführung.

Bei einer Versteigerung in Wien Ende 2003 hat der sicherlich glückliche Erwerber für dieses schöne Stück 4000 Euro gezahlt.

 

Wollen Sie weiterlesen? Dann klicken Sie!

 
Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2005
© 2005 / Peter Lausch
 IMPRESSUM RECHTLICHES POST