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Teil/Fortsetzung 2:
Sonderausführungen der Nikon F
Red Dot
Als Nikon den ersten Photomic-Sucher einführte, den Photomic T, musste
dieser Sucher aus technischen Gründen eine bestimmte Mindesgröße haben und
passte nicht in den Suchereinsatz des Gehäuseoberteils. Daher musste die
Öffnung für den Suchereinsatz geringfügig vergrößert werden. Die Gehäuse
mit den Seriennummern 659xxxx bis 660xxxx erhielten daher vor der Nummer
einen zusätzlichen roten Punkt. Der zeigte an, dass das Gehäuse ohne
weitere Änderungen für den Photomic T geeignet war. Ab der Seriennummer
670xxxxx wurde der rote Punkt wieder weggelassen. Nikon ging davon aus,
dass kein Käufer einer Nikon F zu diesem Zeitpunkt mehr Zweifel haben
würde, dass auch der Photomic T passen würde. Noch etwas kennzeichnet alle
Red Dots: das alte Logo der Nippon Kogaku K. K.
Was die früheren Exemplare (vor 659xxxx) angeht, so konnten die in
autorisierten Werkstätten an den Photomic T angepasst werden. Daher finden
sich auch frühere Nikons mit Photomic T-Sucher ohne Red Dot.
Die Red Dots sind daher weder selten, noch sind sie etwas Besonderes. Sie
enthalten lediglich einen Hinweis auf eine geringfügige konstruktive
Änderung, wie Nikon sie sehr häufig vorgenommen hat, ohne viel Aufhebens
zu machen. Nur die Sammler denken anders und wünschen sich eine Red Dot
und sind zusätzlich bereit, dafür wesentlich mehr Geld auszugeben als für
eine "gewöhnliche" gleich gut erhaltene Nikon F mit der gleichen
Ausstattung.
Wollen Sie eine Red Dot, werden Sie in Europa wahrscheinlich kaum fündig
werden, denn in den ersten Produktionsjahren wurden Nikon F-kameras nur
sehr selten in Europa verkauft. Meine Nikon F Photomic T mit der
Gehäusenummer 672 1894 ist somit zwar eine mit dem alten Logo auf der
Gehäuseoberseite, aber leider keine Red Dot.
High Speed
Von
der Nikon F gab es ab 1971 auch eine "High Speed"-Ausführung, mit denen
sich mit einem angepassten Motor F36 bis zu 7 Bilder/sec. fotografieren
ließen. Allerdings musste dazu der Spiegel hochgeklappt und ein
spezieller Sucher angesetzt werden, sodass die Nikon F sozusagen zu einer
Sucherkamera ohne Entfernungsmesser wurde. Das Ganze war natürlich ein
gewisser Murks, gebaut im Konkurrenzkampf mit der Fa. Canon um die
schnellste Kamera. Gebaut wurde die Nikon F High Speed ohnehin nur in ganz
geringen Stückzahlen, max. 54 Stück. Nur zum Vergleich: Die sozusagen
normale Nikon F mit normalem Motor F36 lieferte unter günstigen Umständen
4 Bilder/sec. Damit ich keine Missverständnisse erzeuge: auch die High
Speed war eine normale Nikon F, nur der Motor war entsprechend schneller.
Und ebenfalls zur Vermeidung von Missverständnissen: 7 Bilder/sec. wurden
bei einer Verschlusseinstellung etwa auf 1/60sec naturgemäß nicht erzielt.
Mit Sicherheit wurden anlässlich der Olympischen Spiele in Montreal
weitere 20 Stück mit einer Geschwindigkeit von max. 9 Bildern/sec. gebaut,
dem Vernehmen nach aber nur mit dem Langfilmmagazin für 250 Aufnahmen auf
10m Film. Nur am Rande: 1978 schaffte dann die Nikon F2 High Speed sogar
10 Bilder/sec und 1996 die F3 High Speed 14 Bilder/sec. Und um den
Aufstecksucher zu vermeiden, soll für die Illustrierte Life eine Nikon F
High Speed mit einem halbdurchlässigen Spiegel (der Firma Canon) versehen
worden sein. Auch nur zum Vergleich: die serienmäßige und lieferbare Nikon
F5 liefert 8 Bilder/sec mit funktionierender AF-Einstellung.
Sammlerherz, schlage besser nicht höher, keiner weiß so recht, was aus den
wenigen Nikon F High Speed-Kameras geworden ist.
Nikon F Apollo
Ab 1972 bis zum Produktionsende 1974 erhielten die Gehäuse der Nikon F
einen Selbstauslöserhebel und einen Transporthebel mit einer Verkleidung
aus schwarzem Plastik. Inoffiziell heißen sie Apollo, keiner weiß so
recht, warum, vielleicht, weil sie so schön waren wie Apollo? Diese
Ausführung ist nicht selten; für sie spricht allenfalls, dass - so wie bei
Autos - die letzten Jahrgänge oftmals die besten sind, weil alle
Verbesserungen der Produktionsjahre in diese Exemplare einfließen. Auch
handelt es sich um die - relativ - jüngsten Nikon F-Kameras. Dafür sind
sie meist auch teurer im Handel.
NASA
Mindestens 4 verschiedene Ausführungen von Nikon F-Kameras wurden von der
NASA den Astronauten in den Weltraum mitgegeben: Alle sind sie zum Schutz
vor Reflexionen mit schwarzem Speziallack versehen. Dazu gehört einmal
eine Nikon F Photomic FTN, eine Ausführung dieser Kamera mit fest
angebautem Motor F36, ferner Nikon F´s mit Lichtschachtsucher und Motor
F36 und schließlich eine Ausführung mit Sportsucher und Motor F36.
Navy KS-80A
Dabei handelt es sich um schwarze Nikon F-Kameras mit Motor und
Pistolengriff und Zoom-Objektiv 4,5/43-86mm, dessen Entfernungseinstellung
auf Unendlich eingestellt war. Damit ein jeder weiß, dass die Kamera der
Flotte der Vereinigten Staaten gehört, prangt auf dem Pistolengriff die
Aufschrift U. S. NAVY.
Wozu die Flotte so etwas braucht? Damit die amerikanischen Helden in ihren
Düsenjägern mit 4 Bildern/sec den Abschuss feindlicher Flugzeuge oder die
Wirkungsweise ihrer Bomben auf vietnamesische Dörfer zu Zeiten
fotografieren konnten, als noch keine automatischen Videokameras in ihre
Flugzeuge eingebaut waren.
US Air Force KE-48C
Eine so große Streitmacht wie es
innerhalb der amerikanischen Streitkräfte die Luftwaffe ist, benötigt für
diverse Zwecke auch Kameras. Auch die Air Force hat daher mindestens
einmal eine nicht genau bekannte Zahl von Nikon F-Kameras gekauft.
Nicht viele haben sich erhalten und die, welche man gelegentlich auf Fotos
sieht, scheinen recht abgewetzt und allgemein in schlechtem Zustand. Aber
eine Streitmacht, die angeblich im Vietnamkrieg defekte Nikons einfach von
den Flugzeugträgern ins Meer warf, geht nicht pfleglich mit ihrem Gerät
um. Innerhalb einer Woche sollen neue Kameras angeliefert worden sein, die
Rücksendung und Reparatur in den USA hätte 4 - 6 Wochen gedauert, wird
behauptet.
Sie werden daher kaum Gelegenheit haben, eine solche Kamera jemals in
natura zu sehen, geschweige denn zu kaufen.
Viel haben Sie damit nur insofern verloren, als jedes Sammlerherz beim
Gedanken an eine solche Nikon freudig schlägt und - viel Geld fällig wird,
denn diese Nikons sind außergewöhnlich selten. Erkennbar sind sie am
Schriftzug USAF auf der Oberseite des Gehäuses neben der Rückspulkurbel
und bekannt sind sie erst seit einem Artikel im
Journal
der Nikon Historic Society vor einigen Jahren.
Weiß beledert
Nur der Kuriosität halber: ein Herr namens John
Faber aus - den USA - ließ sich von Nikon zwei weiß belederte Nikons
bauen, mit den Seriennummern 650 7770 und 650 7771. Sollte daher Ihnen
eine Nikon F mit weißem Leder als Bezug des Gehäuses unterkommen, prüfen
Sie genau, ehe Sie kaufen. Wahrscheinlich stammt die Kamera aus Russland,
wo auch eine Reihe sehr seltener Leicas herkommt.
Keine Sonderausführung,
sondern nur eine <ganz gewöhnliche>
schwarze Nikon F Photomic T samt Tasche, Originalschachtel und
Bedienungsanleitung sehen Sie hier:

Diese 1960 gebaute Kamera
ist im Originalzustand: Original verpackt, ohne Gebrauchsspuren und ohne
dass jemals ein Film eingelegt worden wäre. Und es ist auch noch die
seltene schwarze Ausführung.
Bei einer Versteigerung in
Wien Ende 2003 hat der sicherlich glückliche Erwerber für dieses schöne
Stück 4000 Euro gezahlt.
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Zuletzt
bearbeitet: 7. Juli 2005
© 2005 / Peter Lausch
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