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Einleitung und  wichtige Hinweise

1. Teil
Anfänge

2. Teil
Nikon M  Nikon S, Nikon S2

3. Teil
Nikon SP

4. Teil
Nikon F

5. Teil
Nikkorex

6. Teil
Nikon F2

7. Teil
Nikkormat

8. Teil
Nikon FM

9. Teil
Nikon F3

10. Teil
Nikon FM2

11. Teil
Nikon F-301

12. Teil
Nikon F4

13. Teil
Nikon F90

14. Teil
Nikon F5

15. Teil
Nikon F100, D1 F80 und F65
 

16. Teil
Ausblick

Literatur zur Nikon

Anhang:
Nikon Digital für
Profis

Nikon 
D1X

Motoren

Belichtung
bei den SLR

 Leica-Story

 

 

 

4. Teil/Fortsetzung: Nikon F

  

Die Nikon F war von überzeugender Qualität und einer extrem hohen Verlässlichkeit. Sie war praktisch die erste Kamera aus Japan, welche in großem Maßstab die Mär widerlegte, die Japaner könnten keine Qualitätskameras bauen und nichts komme in der Qualität einer Leica oder Contax aus Deutschland gleich. Die Mär wurde im Alltag schon ab 1959 widerlegt; wer heute nach 35 Jahren eine Nikon F in die Hand nimmt, weiß, dass die Behauptung von damals Tatsache ist. Natürlich lernte auch die Nippon Kogaku KK. dazu. Das zeigt einerseits die Tatsache, dass viele Teile der Nikon F von früheren Modellen übernommen wurden, vom Filmtransporthebel über die Rückwandverriegelung bis zu den Ösen für den Tragriemen. 
    
Andererseits lernte die Firma von kleinen Firmen. Zum Motor S36 etwa gab es ein "Battery Pack", am Körper oder in der Jackentasche zu tragen, mit einem Kabel mit dem Motor verbunden. Ein Amerikaner namens Jacobson baute in Los Angeles das Powercon, einen an den Motor anschraubbaren Batteriehalter, der Kabel und separaten Batteriebehälter ersparte. Später gab es eine Billigvariante namens Remopak (siehe nebenstehende Abbildung) für eine Firma TPI, auch aus Los Angeles. Erzeugt wurden insgesamt bloß etwa 1.000 Stück, nicht viel natürlich, aber mit diesen Produkten wurde der Original-Batterieteil obsolet. 

Nippon Kogaku KK. reagierte 1964 mit einem eigenen Produkt, 5 Jahre nach Einführung des Motors F36 und 3 Jahre nach Erscheinen des Powercon bzw. Remopak. Kleine Ursachen, große Wirkungen: ohne Jacobsen und die Firma TPI würden wir am Ende noch immer kleine Batteriebehälter mit Kabelverbindung zur Kamera mit uns herumtragen - denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal Ihre motorisierte Kamera einschalten.

Selten wird der gesonderte Batteriebehälter von Nikon auf Bildern gezeigt. Ich tue es auch nicht. Ich zeige Ihnen statt dessen eine Nikon F mit dem Motor F36 und dem eigenen ansetzbaren Batterieteil (Powerpack genannt) von Nikon:

Nikon F mit angesetztem Motor         Nikon F mit Motor - Rückansicht
Für eine größere Wiedergabe jeweils auf das Bild klicken

Übrigens: vom Remopak gab es eine Variante mit eigenem Motor namens Remodrive - für die Leica M3. Mit dieser Variante verdiente die Firma Jacobson wirklich Geld. Sie verkaufte den Remodrive an Leitz und Leitz verkaufte das Produkt als Leica M-Motor für die M2 und die M4; der heutige Leica-Motor ist ein später Nachfahre.

So wie bei der Einführung der Nikon F die Firma viele Bauteile dieser Kamera bei der gleichzeitig gebauten Nikon SP verwendet hat, wurden diverse Bauteile, wie bereits gesagt, im Laufe der Jahre verändert; nach Erscheinen der Nikon F2 (der weiterentwickelten Nikon F) wurden auch Bauteile der Nikon F2 an der Nikon F verwendet. Dafür nur zwei Beispiele: der Selbstauslöserhebel der Nikon F entspricht in der Schlussphase dem der F2, der Filmtransporthebel der Nikon F wird ersetzt durch den der F2 etc.. Dies ist schön erkennbar an der nachfolgenden Abbildung einer schwarzen Nikon F Apollo mit Motor F36 und Batteriepack. Geändert haben sich jedoch eine große Zahl an Details, die freilich auf die grundsätzliche Funktion der Kamera keinen Einfluss haben. Eine vergleichende Übersicht aller Änderungen und der Gemeinsamkeiten der Nikon F mit der Nikon S2, SP, S3 und S4 gibt es hier. Sollte der Link nicht funktionieren, die Webseite findet sich unter www.nikonhs.org, Article Archive, Comparisons.

Die vorstehende Aufzählung der Vorzüge der Nikon F in ihren verschiedenen Varianten zeigt, wie fortschrittlich die Kamera in den 60er-Jahren im Vergleich mit damaligen Kameras war. Im Vergleich mit heutigen Kameras zeigen sich auch die - nach heutigen Maßstäben gemessen - Schwächen der damaligen Konstruktion.

Manche dieser Schwächen sind im Lauf der Produktionsdauer beseitigt worden. Deshalb etwa hat Nikon verschiedene Photomic-Aufsätze angeboten. Die Variante mit Ganzfeldmessung - Photomic T - wurde durch die mittenbetonte Messung des Photomic Tn abgelöst; dieser Aufsatz wiederum wurde durch den Photomic FTN ersetzt, welcher, wie oben ausgeführt, die umständliche Anpassung des Messsystems an die größte Öffnung des verwendeten Objektives beseitigte.

 

Zusammenfassung:

Modular aufgebaute SLR mit Belichtungsmesseraufsätzen und integriertem Motoranschluss, einer großen Vielfalt an Zubehör und einem der größten Objektivangebote der damaligen Zeit. Profiqualität. Mit der Markteinführung der Nikon F endet die Vorherrschaft deutscher Kameras auf dem Profimarkt.

Nikon F mit Motor 250
Nikon F mit Langfilmmagazin und Motor F250
 

Technische Daten Nikon F (ohne Photomic-Aufsatz):

Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm und Wechselobjektive (Nikon F-Bajonettfassung); horizontal ablaufender Schlitzverschluss mit Verschlussvorhängen aus Titanfolie (bei den allerersten Modellen noch mit Tuchvorhängen), Bildformat 24x36 mm,  
Verschlusszeiten: T, B, 1 - 1/1000 Sekunde, mechanisch gesteuert, Synchronzeit: 1/60 Sekunde
Blitzkontakt an der rechten Seitenwand (von vorne gesehen), kabelloser Blitzanschluss über Spezialschuh, der über die Rückspulkurbel geschoben wird, mechanischer Selbstauslöser mit 10 Sekunden Vorlaufzeit, keine Mehrfachbelichtungsmöglichkeit und kein Okularverschluss, Spiegelarretierung, Abblendtaste, integrierter Motoranschluss für Motore F 36 und F 250,
Schnellschalthebel, automatisch auf Null stellendes Bildzählwerk, 
Standardobjektiv: Nikkor 1,4/50 mm oder 2/50 mm,
Gewicht mit Prisma und Nikkor 2/50: 715 g.

Ungefähre heutige Preisbasis für gut erhaltene und funktionsfähige Nikon F mit 1,4/50 mm: 500 Euro.

Hinweis: 

Nikon rühmt sich, zum Unterschied von anderen Firmen bis heute dem Bajonett der der Nikon F treu geblieben zu sein, sodass auch die seither neu produzierten Objektive an der Nikon F verwendbar seien. 

Das ist auch wahr so; ganz so schön ist es aber auch wieder nicht. Denn die Objektive der ab 1979 erstmals zur Nikon EM lieferbaren Objektive <Series E>, die AF- und die AFS-Objektive neuer Fertigung lassen sich zwar ansetzen und einstellen, die Belichtungsmessung ist indessen nur nach der Stop Down-Methode mit Arbeitsblende möglich. Nicht nur das, mit den Zoomobjektiven mit veränderlicher Anfangsöffnung (z. B. AF Zoom-Nikkor 3,5-4,5/28-105 mm) müssen Sie zumindest bei Diafilmen bei der Belichtungsmessung auch noch die veränderliche Anfangsöffnung berücksichtigen. Und gar nicht verwenden können Sie in der Praxis die neuen preiswerten Objektive der G-Serie, weil diese keine Blendeneinstellung haben - die Einstellung wird elektrisch von der  Kamera gesteuert.

Zur Fortsetzung

 

 
Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2005