© Leicashop Wien, 2005

 

Eine Leicaausrüstung aus dem Jahre 1934

1935 erstand ein Käufer eine neu auf den Markt gekommene Leica IIIs, vermutlich mit Elmar 3,5/50 mm (rechts in der Abbildung).  Dazu erwarb er (allenfalls später?) ein Summar 2/50 mm mit vernickelter Fassung (im Bild an der Kamera) als lichtstärkeres und teureres Standardobjektiv sowie ein Hektor 4,5/135 mm sowie einen auf die Brennweite 135 mm abgestimmten Aufstecksucher mit dem Codewort SHOOC (in der Abbildung rechts vorne). Zusätzlich kaufte er sich eine kleine Bereitschaftstasche in Leder.

Mit dieser Ausrüstung konnte er mit dem Summar auch Aufnahmen bei ungünstigen Lichtverhältnissen machen oder bei gutem Licht mit kurzen Zeiten fotografieren. Das Elmar bot keine Gebrauchsvorteile, es war nicht wesentlich kleiner und es war lichtschwächer. Mit dem Hektor 135 mm vermochte er weiter entfernte Gegenstände möglichst formatfüllend fotografieren (mit der Vergrößerbarkeit der Negative war es bei den damaligen Filmen nicht so weit her). Daher der damals in allen Fotobüchern enthaltene Ratschlag, alles Überflüssige wegzulassen und nur das eigentliche Motiv aufzunehmen - übrigens auch heute noch beherzigenswert.

Mit den damaligen Kameras blitzen zu wollen, war ein Murks. Leitz hat erst bei der f-Serie eine vernünftige Blitzsynchronisation eingebaut. Die Firma bot jedoch an, ältere Modelle der Leica umzubauen und so auf den Stand der frühen f-Serie zu bringen. Das hat der Eigentümer zw. 1950 (dem Beginn der Auslieferung der IIIf) und 1956 (Ende der Serienfertigung) getan. Daher der drehbare Ring mit den Kontaktzahlen von 0 - 20 unterhalb des Zeitenknopfes für die kurzen Zeiten auf der Gehäuseoberseite. 1954 hat dieser Umbau im Leitzwerk in Wetzlar DM 75.- gekostet.

Was die Kontaktzeiten sind? Mit ihnen wurde der Zeitpunkt der Blitzauslösung an das Blitzgerät angepasst. Damals wurden ja nicht nur Elektronenblitze verwendet, sondern es gab auch Blitzbirnen mit unterschiedlicher Leuchtdauer. Bei diesen umgebauten Leicas stellte man für Elektronenblitz und 1/30 Sekunde die Zahl 0 ein, bei den bei Amateuren damals üblichen kleinen sockellosen Blitzbirnchen PF1 und XM1 (von Phillips bzw. Osram) bei 1/30 Sekunde die Zahl 13. Bequem, nicht?

Wie viel eine solche Ausrüstung in dem gezeigten Zustand wohl wert sein mag? Derzeit liegt der Schätzwert bei ca. 1000 €.

 

 

 

© PETER LAUSCH/2005
Erstellt am 26. Oktober 2005

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