© Leicashop Wien, 2005

 

Eine Leicaausrüstung aus dem Jahre 1951

<Leica-Ausrüstung> für die oben abgebildete Kombination ist eigentlich eine Übertreibung. Denn in Wahrheit ist das eine Minimalausrüstung, mit der erst vernünftiges Fotografieren möglich wurde. Der Gerhäusenummer  562301 nach wurde die Kamera 1951 erzeugt und offenkundig mit einem Elmar 3,5/50 und für die Brennweite 50 mm eingerichteten Aufstecksucher ausgerüstet, verkauft.

Die Leica Ic ist eine Art Sparmodell; nicht nur wurden die Langzeiten weggelassen und die entsprechende Gehäuseöffnung mit einer runden Metallplatte abgedeckt, die mit Vulkanit beklebt ist. Wichtiger für den praktischen Gebrauch ist der Wegfall des Sucher- und Entfernungsmesseraufsatzes auf dem Gehäuseoberteil. Damit war der Käufer darauf angewiesen, die Entfernung des zu fotografierenden Objektes zu schätzen. Viele Besitzer einer Ic wollten das nicht oder schätzten zu oft falsch. Für sie gab es den aufsteckbaren Entfernungsmesser mit dem Codewort FOKOS.

Ohne Einschränkung auch ohne Entfernungsmesser verwendbar war die Ic in der wissenschaftlichen Fotografie, bei Mikroskopaufnahmen, aber auch allgemein bei Aufnahmen mit einem Spiegelreflexvorsatz. Und heute eignet sich die Kamera dank zugekauftem Entfernungsmesser für etwas umständliche Aufnahmen von allem, was man mit einem Normalobjektive aufnehmen kann. Erst in den letzten Jahren hat sich ein neues Einsatzgebiet ergeben: dank der heute erhältlichen durchaus modernen Superweitwinkelobjektive von Drittanbietern (z. B. 15 mm, 24 mm und 28 mm Brennweite lässt sie sich ohne Probleme als kleine und handliche Kamera für Weitwinkelaufnahmen verwenden.

Eigentlich wäre es schade, diese gut erhaltene Kamera mit Tasche und dem selten erhalten gebliebenen roten Samtkarton in die Vitrine eines Sammlers zu stellen. Für den Sammler ist sie freilich von Interesse, weil sowohl die Originalanleitung als auch die Prüfkarte erhalten ist, mit der Leitz bei der Auslieferung bestätigte, dass die Kamera ohne Mangel und ohne Tadel sei (Prüfkarte links auf dem Karton).

So wie sie abgebildet ist, hat die Kamera mit dem vorhandenen Zubehör einen Schätzwert von mindestens 1.100 €.

 

 

© PETER LAUSCH/2005
Erstellt am 26. Oktober 2005

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